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Das jüdische Literaturblatt · 1879-07-23 · No. 30. (23.7.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 30. (23.7.1879)
Date
1879-07-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.30 .סג '־•*3 -- יד * r m!1111.1 ipijLwjpfippppppBiilpp Das J ahr״. VIII. Znr Beleachtang aller Jadenthnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte.Ethn0fcraphle,Theologie«Orientalia, Exegese, Ho* miletik, Litargik, Pädagogik. > Hera;usgegeben! von 1 Rabbiner Df. .Moritz Rabiner. Magdeburg, äU. .111H 1S70. , Bicher der einschlägigen LIteratar, welche der Bedaettoa 1 ingesandt werden, finden ln ' d leeeai Blatte eidgeh-Beapreehnng. Bel Einsendung ▼on nwel 1 Kecenslonsesemplnren erfolgt; auch Erwähn. L d.Wochenschr. Das ,,jUtliMFhe Literntnrblatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Boeen; Preis bei allen Büchbaadlmgea-(in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgangt 8 Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei alten Postanstal ten und Buriihandlungen 3 Mk. kostet) erhalten1 das ״Jüdische Literatarblatl“ gratis. — Imernte Werden mit 20 PC für die drei gespaltene Petitzeile, buchliändlerische Beilageij mit 13 Mark berechnet. Die Expedition der Israelitische 1 Wochenschrift“ *- I —!-r Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Znr Belebung de» Ju^entlinins. Von Landrnbbiner Dr. Kroner in pisenaoh. — War ijach dem mosaischen Gesetze der Wucher giigen Nicht-Israeliten je erlaubt? Von Dr. HoelisUiiiter, Bczirksrabbiner zu Bad-Rms. L, i t era 111 r be r i c 111: Recensionen : Lengsfplder, Sal, Rabbiner, “מגיד לי£ק Gottesdienstliche Vorträge! — Werner, Drj C., Leben und Wirken des Abraham ben Ifaimun. Notizen. — Reeeiisionsexemplare. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Die Belebung des Judenthums. Von Laudrabbiiier Dr. Kroner in Eisenach.;Mancher, der die Ueberschrift lie^t, wird verwundert ausrufen: Was spricht man von Belebung; ist denn das Judentlium lodt, wie es die Feinde demselben behaupten? Der jildiselte Gottesgedanke ist lifute so lebendijg in unserer Gemeinschaft, wie sonst, die) jüdische Wissen- Schaft blüht, die jüdische Wohltliätigweit feiert noch liente die herrlichsten Triumphe! Mancher (wiederum ruft: |Was will man von Belebung? Lasset sterben was hinfällig ist und Iretet der natürlichen Entwickelung nicht j entgegen. Todt ist doch nur das Fortijienwesen, der freist des Judcnlhums lebt geläuterter unji freier als vorher. Ein Dritter sagt: Das Judentlium i$t nicht der Schluss der nationalen Entwickelung, diel Humanität ist die alleinige allgemeine Religionsform.! und jede religiöse Besonderheit muss verschwinden.;Viele aber werden sagen: Wir wissen wohl, dass die Religion nie aufljören, dass auch ihre Formen für uns unentbehrlich, aber jauch, dass in vielen einzelenen Jiiden, jüdischen Fan|ilien, Gemeinden, ja ganzen Rezirken dajs eigentlich-jüdische Leben todt liegt. — Auch wir sch Hessen uns der Ansicht der Letzteren an. Der begeisterte Separatist sagt fwar: das Judenthum lebt, der Reformer i| der Geist ist |ebendig, der Nivellist: Humanität ist ijieine Religion t wir aber, die wir das grosse Volk vor Augen haben, sehen den Verfall all’ derer, die dem Separatisten gleichgültig sind und die er durch Spaltung dem Juijlenthum enifrejmdet; Wir wollen die Formen erhalten undj geistig durchdrungen, wir wollen das Judentlium beleben. In gewissem Sinne sind also £|eparatism1׳s, Reform und Nivellismus drei Feinde des Judenthums, wie es die Geschichte entwickelt und von!Mose traditionell uns vererbt worden ist. Sie hindern die volle Erhebung des Judenthums, darum können sie uns keine Räthgeber sein. Wir müssen einzig der Tradition, der Geschichte folgen, welche Rfis zeigt, wie die Einheit zu erhalten, das Judenthum zu erheben und kampfstark sowie segen bringe nd zu machen ist. ' R. Gamliel, Sohn des R Jehuda,hanassi, lehrte (P. Abolh2,2): ,Schön ist das T h oras tfdi u m inVerbinduDg mit.der Pflege der Landessitte, denn die Beinühung inBeidenmachtFehler vergessen. Jedes Thorastudium aber, das nicht mit Arbeit verbunden ist, verkümmert und verursacht Sünde.“ Mehr als damals ist heute dieser Satz richtig und wichtig. Das unterdrückte Israel in Palästina hatte andere Stellung und Pflichten, Lebens* bedingungen und Gefahren, als die zerstreuten, unter civilisirten Völkern als befreite Bürger lebenden Israeliten. Unsere Glaubensgenossen müssen JpK דדך haben, die Landessitte kennen, sonst werden me verachtet, sie inüssen das Thorastudium pflegen, sonst werden sie ihres Namens als Israeliten unwürdig und verderbt, sie müsset) מלאכה (Arbeit, Handwerk) treiben, sonst werden sie entartet. Der Gedanke ist nicht neu, sagt -man; gut, aber er ist auch nicht veraltet, und so £lt wie er ist, so jung ist er doch noch in seinen Schöpfungen. Aus diesem Gedanken entsprang das Eintreten dei? Israeliten in die wissenschaftlichen Arbeiten und Arbeite* Stätten des Staates, die Gründung von jüdischen Eie* mentarschulen, von Lehrer- und Rabbinerseminarien; aus demselben Gedanken entstanden israet. Waisenhäuser und Erziehungi stätten, Vereine znr Förderung von Kunst und Handwerk unter den Juden. Doch alle diese Anstalten, Einric itungen und Stiftungen, so vielen und grossen Segen sie gebracht, so haben sie doch die Heilung im Grossen nicht genügend beeinflussen und bewerkstelligen können. Warum? Der Besuch der bürgerlichen Anstalten beschränkte und schob den Religionsunterricht, dass man fast an die Eselin Bileams erinnert wird. Aber was noch schlimmer war — der S ab bat h »war der Jugend geraubt. Der Sabbath mit seiner heiligenden Bet schäfiigung, mit seiner körperlichen Freiheit, mit seiner erhebenden gottesdienstlichen Gemeinsamkeit, mit seinem Familieninnigkeit; und wenn nicht geraubt, so doch erschwert. Njun gar die direkte Sabbath-Entweihung im Unterrichte! 4- Die jüdischen Elementarschulen beacli*

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