Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No.27. (2.7.1879)
- Date
- 1879-07-02
- Page
- Seite 108 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 108 — אמרו ישראל לישדה ישעיה רבינו; von den neueren Schriftstellern sei erwähnt Goldberg, der im Sefer מעשה נסים s. 3 schreibt: *. * אמר ב״ג משה רבינו הרמב״ם דל. Vgl. mein. Beitr. in Fr.’s Mschr. 1858 S. 389• 99ו Gegenüber allen älteren Erklären! nehmen die neueren die Verse 23—34 im 24 Capitel der Prov. als einen Anhang; nag dem so sein, so geht doch Biur zur Stelle sicherlich zu weit, wenn er sagt: לא נודע אם גש המה משלי שלמה או משלי חכם אחר, sind ja die Verse 33 und 34 ein«! Wiederholung aus Cap. 6,10—11 und müssen daher IJalomon zum Verfasser haben. *— Was die Verschiedenheit der Erklärer selbst betrifft, so sehe ich nicht ein, was zur Annahme der Neuern nöthigt. Abgesehen, dass wohl schwerlich das Capitel mit V. 22, also mit einer Frage (מי יודע) schliesst, konnten die folgenden Verse sehr wohl als Fortsetzung des Gedankens in V. 11 ff. dienen. Hier wird die Annahme:der Verfolgten empfohlen, und nun folgt die Mahnung, den* noch unpartheipsch zu sein. (Fortsetzung folgt.) Lit'eraturbericht. Keceasisarn. / Bloch, Moses, ßabb., ספר שערי ־תורת התקנות. Die Institutionen dies Judenthums nach der in den talmudisehen Quellen!angegebenen geschichtlichen Reihenfolge. Wien 1879. XXI u. 273 S. Lexf. 8*. Vor 150 J. hat Elia GaUipapa 172 Institutionen — תקנות — aus früherer und späterer Zeit veröffentlicht Er war{ also bemüht, dieselbe Aufgabe zu lösen, auf welche der gelehrte Verf. seit vielen Jahren einen immensen Fleiss verwendet. Ein wissenschaftliches und Bedenken veranlassen ihn, die Arbeit ein kritisches Thema weder Institutionen a Gallipapa’s nochmals aufzunehmen, da Letzterer sein J׳.-. jedem Tage wenigstens 100 Benediclioncn zu sprechen. Woher so!) das folgen? Beide Talinude sagen auch nicht mit einem Worte, David sei der Urheber dieser Anordnung. Das muss selbst der Verf. zugeben, allein — argumentirt er — der Talmud schweigt, ist also auch nicht gegen diese Relation, folglich kann er dafür sein, zumal der Midrasch ausdrücklich so referirt. Mit so schwachen Argumenten operirt der Verf. des Oefteren. Von den dem Esra zugeschriebenen Institutionen citiren die Codificatoren, wie Rambam, Tur, die eine und die andere nicht (z. B. Institution 38. 39). Der Verf. wundert sich nur einfach darüber, nimmt aber nicht Veranlassung, der Sache naher auf den Grund zu gehen• und daraus vielleicht ein Bedenken gegen die Institutionen selbst oder gegen den ihnen zugeschriebenen Autor zu construiren. Lichtvoll,, orientirend und gründlieh ist des Vej־f Definition von תרנה und גזירה. Wenn es gleichwohl nicht gelingt, diese beiden Begriffe in ihrer Anwendung auf praktische Fälle immer haarscharf auseinanderzuhalten, so ist dies nicht die Schuld des Verf. Wer mit derartigen logischen und juridischen Distinctionen zu operiren hat, weiss, dass die Unterschiede solcher Begriffskategorien oft nur fliessende sind, dass sie je nach den! Modus der Anschauung bisweilen ■in einander übergehen Hoffen wir, dass die zwei in Aussicht gestellten Theile dieses Werkes, welche die Institutionen der Tanaim und Amoraim der Reihe nach umfassen sollen, der jüd. Wissenschaft eine grössere Bereicherung und Förderung bringen werden. Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. Notizen. erschöpft — es las^rnx sich mehr als 172 (uffinden — noch gÄz correct zu Ende geführt, weil erun verkennbar nachtalmudische, guonäische Anordnungen der talmudischen Epoche vindicirt. Wir glaubten nach dieser Bemerkung auf eine kritisch bedeutende Leistung rechnen zu dürfen. Allein weit gefehlt! Wir haben den GaUipapa redivivus in verstärkter Auflage I vor uns; denn der Standpunkt des Verf. ist kein kritisch-historischer. Er kennt zwar die von Herzfeld, Grätz und Weiss gegen die Urheber einzelner Institutionen geltend gemachten kritischen Bedenken; allein er bekennt näiv, sie ignoriren zu wollen. Das ist der grösste Fehler, welcher diesem allenthalben von der grossen Belesenheit und gründlichen talmudischen Gelehrs&mkeit dgs Verf. zeugendem Buche anhaftet. Konnte er sich mit den jradicalen Ansichten der modernen Kritiker nicht befreunden, so war es eine Forderung der wissenschaftlijcheii Akribie, sie zu w i d e r 1 dg e n, jedenfalls Stellung zu ihnen zu nehmen. Dabei verfährt er von seinem naiv einseitigen Standpunkte nicht einmal ganz consequent. Die Reihe der Institutionen beginnt er mit den Mose zugeschriebenen Anordnungen•—Allein da httt er ja die auf die Erzväter zurückgeführten An- Ordnungen ganz ausser Acht gelassen. Oder ist ihm die Berachorh fol. 26b im Namen des R. Jose bar Ch&nina citirte ßoraiiha weniger authentisch, als der Midrtsch Ruth, auf den einzig und allein er die Relation za bnsiren Vermag, Boas und sein Gerkhtscollegium habe! »!;geordnet, dass man unter Anrufung des Got• tesnamens einander begrüsse? Beide Talmude wissen Nicht! 1 davon, dass Boas diese Art des GrusseS mit dem ihm a »istire#den Gerichtscollegium e i n g e f ü b r t habe. Dem Könige David wird die Instituten vindicirt, an 1) In der Sitzung der Academie des inscriptions et belles-lettres vom 6. Juni legte Herr Renan den ersten Band der Geschichte Israels von M. I.edrain vor, welche einen Theil der classischen Bibliothek v. Lemerre bildet. Renan’s Urtheil, welches durch Herrn Schwab im Un. isr. auch von jüdischer Seite bestlätigt wird (der Verfasser ist Christ, nur der Anhang (st von Oppert) lautet: Dies ist eia Werk voll Wissen und Talent. Der Verf. ist ein bedeutender Aegyptologe. Er weist sehr gut nach, was das jüd. Volk Aegypten entlehnt hat. Die Beziehungen der Juden zu Assyrien sind ebenfalls in interessanterWeise auseinandergesetzt. In diesem ersten Theile der bis 887 v. Chr., bis zum Ende der Djmastie Omri’s geht, zeigt sich die Originalität der isr. Nation noch gar nicht. Erst durch die grossen Propheten, wie Jesaias, die verkündeten, dass der Gehorsam gegen das Moralgesetz besser ist, als Opfer, trat diese Originalität hervor. Diese Epoche soll den Inhalt des II. Bandes bilden. 2) Ein Professor der freien Universität von Angers, Herr L60n Bord, hat nichts Besseres zu thun, als das 20. Capitel der längst vergessenen Brochüre des sögenannten ,,Majors Osman-Bay“: ״Die Weltherrschaft der Juden“ unter dem Titel: ״Die jüdische Presse“ zu übersetzen, und die Union de l’Ouest hat überflüssigen Raum, das von Dummheiten und Lügen wimmelnde Machwerk, abzudrucken. Dergleichen verdient keine Erwiderung, und kann dadurch auch nicht bekämpft werden. Die Lüge stirbt nur an ihrem eigenen Stachel. (Aus Un. isr.) 3) Victor Hugo hat wieder ein grosses Wort gelassen ausgesprochen. Er spricht über Afrika: ״Seen sind bemerkt worden. Wer weiss^ vielleicht ist dies das Meer Nagaim, von dem die Bibel spricht.“ L’Un. isr. setzt dem einen Preis aus, der diese Stelle in der Bi- _ _bei entdeckt:___ Jtedaetear Dr. fiihmer in Magdeburg. Drack voa H. Horbach in ß»rbj\ Verlagyon Hebert Friese in Leipzig. Am. -:.ä