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Das jüdische Literaturblatt · 1879-07-02 · No.27. (2.7.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No.27. (2.7.1879)
Date
1879-07-02
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Xo. «7 Jahrs• VJJx Jüdische Literaturblatt. Herausgegeben! von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. Majfdehurjf, S. Juli 1H7U. Das ״Jüdlxfhe I.lt cr»t urblatt‘* erscheint wöchentlich in einem halben Boge■; Preis bei allen BuchhaadlMfM (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang:8Uk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Poetanstalten nnd Buchhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literatarblatl“ gratis. — IaMrate werden mit 20 PC für die dreignspaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen ,mit 15 Mark berechnet. Die Expedition der ״israelitische.! Wochenschrift“ Bücher der einschlägigen U• teratnr, welche der Bedactloa »gesandt werden, Inden In diesen Blatte e!ngeh.Besp'rechnng. Bei Einsendung von zwei Recenslansexenplaren erfolgt nach Erwähn. I d.Woeheasehr. Zar Beleuchtung aller Jadentham nnd Juden betreffenden literarisch. Erscheinungen saf dem Gebiete der Philosophie. Geschlchte,Ethnographie,Theologie.Orlentalis, Exegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. Inhalt! WissenschaftlicheAufsJUze: Jüdisches!Hand werkerleben zur Zeit Jesu. — Das moderne Hep-Hep. }— Ueber Trauringe. — Liierarische Notizen. Von Dr. L. Lewysohn, Stockholm, eiterst urbericht: Recensionen: Bloch, Moses, Rabbiner, ספר שערי תורת התקנות• Die Institutionen des Judenthuras nach der in den talmudischen Quellen angegebenen geschichtlichen Reihenfolge — Notizen. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Jüdisches Handwerkerleben zur Zeit Jesu.*) Ueberzeugungstreue, liefinnere, ehrliche Meinung5 begeisterte Hingebung an eine Idee werden auch dem Gegner achtenswerth, ja ehrwürdig sei)!. Besonders wird dies gescheiten, wenn dem reichen: Gefühlsleben eine reiche Versfandesthätigkeit zur Seit® steht, wenn das religiöse Meinen die Grundlage ernpter, Wissenschaft, lieber Forschung bildet, wenn die Eingebung an ein religiöses System nicht zum Fanatismus gegen Andersdenkende wird, nicht blind macht gegen die Lichtseiteu anderer Religionen. All dies aber ist in hohem Grade der Fall bei Delitzsch. Wohl ist ihm! der Christusglaube das A und O. Aber weit entfern(, dadurch Andersgläubige zu verletzen, ergreift die!liefe der religiösen Hingebung jeden Leser, ringt sie auch dem Widerwilligen Achtung ab. Wir bezeigen sie dadurch, dass wir diese Hauptdifferenz aus dem Rahmen uhserer Besprechung ausschliessen — nur die Schilderung des jüdischen Handwerkerlebens, wie der Verf. sie nach Talmud, Midrasch, Josephus und anderen gleichzeitigen Schriften eutworfen hat, in’s Auge fassen. Leider ist dtr Satz der kurzen Vorrede, ״dass die kleine, aus Quellen hervorgegangene Schrift ein Recht hat, sich in Erinnerung zu bringen, ist mir durch Dr. S. Meyers jüdisches Seitenstück dazu: Arbeit und Handwerk im Talmud1), bestätigt worden‘!‘, durchaus wahr. Jedes Wort ist ein Hieb, der sitzt. Nur das Epitheton ,jüdisches“, wozu die Confession des Herrn Meyer scheinbar berechtigt, ׳ möchten wir nicht gelten lassen. Während Delitzsch mit einer Quellenkünde operirt, die man bislang nuf einem Juden zugetraut hat, könnte Meyer nach seinem in der genannten Schrift bewiesenen Wissen ganz gut confessionslos sein. *) Nach den ältesten Quellen geschildert von Franz Delitzsch. Dritte, revidirte. Auflage. Erlangen (A. Deichert) 1879. 8°. 83 S. ‘) Vgl. die Recension in Nr. 22 ds. BL Der erste der 5 in Handwerkervereinengehaltenen Vorträgen, aus welchen sich die Schrift des Altmeisters Delitzsch zusammensetzt, ist betitelt: ״Die Herodäer- Herrschaft und der zweite Tempel in ihren Beziehungen zum Handwerk.‘1 Die allgemeine politische Lage und die durch den Tempeldienst erforderten Handwerke, — wobei das Metzgerhandwerk ungerechtfertigter Weise hervorgehoben wird, da der Priester, der es versland, das Opfer nach Vorschrift zu zerstücken, noch durchaus unbefähigt war, ein Thier den Ansprüchen der Consamenten gemäss auszutheilen, viel weniger den Einkauf und den Verkauf zu besorgen — ergeben eine Einleitimg, der sich ergänzend• die ״Zeitansehauangen•‘über Arbeit und Handwerk im Allgemeinen“, anschliessen. Wir übergehen die Polemik gegen Deutsch (der Talmud) und registriren mit Vergnügen, das besonders in unserer Zeit so wichlige Zugeständnis: ״Das jüd. Volk ist von jeher einar bei tsam es gewesen, welches an Trieb und Kraft und Erfindungsgabe in rastloser Thätigkeit hinter keinem Volke zurückstand. Bodencultur und Handwerk waren bis zur Auflösung seiner staatlichen Selbständigkeit seine H a u p t beschäfligungen; erst infolge seiner Zerstreuung und der einzwängenden Beschränkungen seines Arbeitsdraages i־st es ein Schacher- und Kaufmannsvolk geworden und in die Stelle deK alten Phönizier getreten.Aber dieses kleine, nur etwa 33 Meilen lange und 20 Meilen breite LandN w®r Jahrhunderte lang durch das Ineinandergreifen von göttlicher öbhut und menschlicher Arbeit ein irdisches Paradies‘^ (S. 23). — Nach Schilderung des emsigen Ackerbaues, des Erzgewinnes, Hervorheben der Schmiede, Schlosser, Zimmerer, Maurer, Walker, Töpfer, Seiler, Färber, gelangt Delitzsch zu demselben Schlüsse wie Herzfeld in seiner Handelsgeschichte: ״Das jüd. Volk war damals noch weit entfernt, ein Handel- und Kaufmannsvolk geworden zu sein. Wir sehen hier natürlich ah von dem einem Volke zur Deckung seiner eigenen Lebens-Bedürfnisse unentbehrlichen Binnenhandel“ (S. 24): ״Eine besondere Vorliebe zu demjenigen Handelsgewerbe, welches nicht vom Umsatz eigener, sondern fremder Arbeit lebt, zeigt sich im jod. Volke nirgends, wenn wir von dem ersten christlichen . Jahrhundert so weit als möglich rückwärts and etwa י־• '־: ' ' I ־ -

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