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Das jüdische Literaturblatt · 1879-06-18 · No. 25. (18.6.1879) · p. Seite 100

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 25. (18.6.1879)
Date
1879-06-18
Page
Seite 100 (sequence 7)
Language
German
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וווווויייויייי r ציוויי — 100 — dabei die hauptsächlichsten Probleme der letz'eren so klar und so übersichtlich, dass es jedem, der sich Uber die Gedankenbewegung der jüd. Religionsphilosophie belehren will, schon als lehrreiche und anregende Anleitung und Einführung in diese Wissenschaft auf da» Wärmste zu empfehten ist. Nur Eines ist durch dasselbe nicht־ überflüssig gemacht worden, nämlich eine neue, sorgfältige und kritische Ausgabe des ״Emunah ramah“. Schwerlich wird aber auch aus einer solchen eine reichere und zuverlässigere Ausbeute zu gewinnen sein, als sie uns in der vorliegenden Schrift von Dr. Guttmann geboten wird Von Literarische Notizen. Dr. L. Lewysöhn in Stockholm. Seine Einheit und wir haben bereits durch einen Beweis dargethan, dass dies Unvergleichlichkeit bedeutet.•■ Ein Anderes (von den Attributen) ist Seine Wahrheit, und dass Er mehr wahr ist, als Alles,-was unter die Bedentung des Wahren fallt.“ Abr. i. D. meint also nicht, dass man jeden anderen Attribut als Gattungsbegriff — die Unvergleichlichkeit als specifirendes Merkmal subsumiren kann, sondern vielmehr, dass die Existenz sich hauptsächlich oder ausschliesslich zum Gattungsbegriff eignet und dass man aus der Definition, bei welcher der Gattungsbegriff stets von der Existenz und das sp eci fizir e nde Merkmal von der Unvergleichlichkeit gebildet wird, die anderen Attribute, wie Einheit, Wahrheit u. s. w. ablei ten kann Darum bemüht sich Abr. i. D. überall den negativen Schwerpunkt der angeführten Attribute aufzuweisen. Ferner merkt der Verfasser wohl, dass die ״Ewigkeit“ eigentlich ohne Erklärung bleibt, aber erfindet, dass ״an dieser Stelle die Verworrenheit und Zusammenhanglosigkeit der Dar- Stellung sich bemerkbar macht“־ (S. 136 Anm. 2). Der ganzen Verworrenheit wird abgeholfen, wenn man unmittelbar nach der von uns übersetzten Stelle, gleich hinter ויותר אמת מבל אמתי בענץ האמת einen Passus einschiebt, der sicherlich ausgefallen ist, etwa wie ומהם שהוא נצחי ויותר תמית מכל תמידי המציאות, woran sich gut anschliesst וזה יתקיים וכי. Die Ewigkeit wird demnach als )das Freibleiben von jeder Bewegung und Veränderung erklärt. Gott ist ewig, heisst, er bleibt sich stets unverändert gleich. Dass die Ewigkeit zuerst und hernach die Wahrheit erläutert wird, ist nicht'auffällig, da ja auch die Macht dem Willen bei der Erläuterung vorangestellt wird, abgesehen davon, dass das Attribut der Wahrheit die Erklärung der Ewigkeit schon voraussetzt Weil der Verfasser diese Lücke nicht bemerkt oder nicht anerkennt, verschiebt sich bei ihm auch die Auffassung der Wahr hei t Die letztere bedeutet nicht etwa, wie er meint, den Ausschluss der Bewegung und Veränderung, sondern nur die völlige und unvergleichliche Identität des Esse und Cogitari, welche in solcher Uebereinstimmung beider Vorstellung von Gott allein möglich ist, soweit hier ׳ ein Cogitari, eine Vorstellung statthaben kann. Objekt und Vorsteilung sind nur dort in ungestörter Harmonie, wie sie die Wahrheit verlangt, wo das erstere sich zu jeder Zeit unwandelbar gleich bleibt. Nehmen wir beispielsweise eine Kerze, so ist diese Harmonie am Höchsten indem ugenblick, wo die Kerze angezündet wird;• je mehr sie herabbrennt, sinkt das Esse, während das Cogitari unverändert bleibt, bis sie ganz abgebraunt ist, wo ihr Esse verschwunden, während das Cogitari noch immer vorhanden ist, also der eigentlichen Wahrheit zu entsprechen aufgehört hat Dies ist bei Gott .niemals der Fall. Hier hält das Esse dem Cogitari stets die Wage, also ist bei seiner Vorstellung die höchste Wahrheit. — Indes« giebt der Verfasser zu solcher Bemängelung nur selten Grund und Gelegenheit und auch hier nur, weil er dem Text offenbar zu sehr traut; es ist zu bedenken, dass Salomo ben Labia, wie er selber zugesteht, ein einziges fehlerhaftes arabisches Original vor sich gehabt i und dass seine hebräische Copie wieder durch Schreibfehler bereichert worden, dass endlich die Weil’sche Ausgabe diese fehlerhafte Abschrift ihrerseits wiederum mangelhaft abgedruckt hat. Uin so mehr ist änzuerkennen, wie Dr. Guttmann es verstanden hat, solcher Schwierigkeiten Herr zu werden und trotz des unsicheren und unklaren Textes überall die Gedanken emsohieden richtig herauszuschälen und deutlich zu veranschaulichen. Sein Buch füllt eine empfindliche Lücke in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie ans und entwickelt - - "?S>1ff»ü1iH3igT3Sä11r Dr. Rahmer ia Magdeburg. Brack ▼01T*57^orbach in JBarbj. Verlag von Robert Fritte in Leipzig. (Fortsetzung^ von Nr. 20.) 1)2) Bekannt ist die Spitzfindigkeit der griechischen Sophisten in der Erklärung der Worte, welche Jemand in sein Testament schrieb: -i 5;*>פ «»:! und Leon, oder Pantaleon bedeuten, da zwei1 Männer mit diesen verschiedenen Namen als Erben sich anmeldeten. Im Talmud (Ketuboth 85,b) wird eines ähnlichen Streites gedacht, ob der Verstorbene טוביה oder רב טוביה gemeint habe; hier aber ist die letzte und richtige Instanz שודא דדייני, die ultimo ratio verbleibt dem Scharfsinn des lebeliden Richters 93) In meinem נפשות צדיקימ־ S. 46 verwies ich auf das im Chawat Jair Bl. 274 S. 2 abgedruckte, von Simson selbst verfasste Epithaph. Es ist ein Acrostichon, dessen Anfangsbuchstaben folgende Wörter ergeben: אני שמשון בן הגאון מהרד אברהם שמואל בכרך Ebenso ist zum Theil des Epithaph des Joir Chajim Bacharach verfasst. Das im נ"צ abgedruckte Epithaph ergiebt ebenfalls die Wörter: הגאון מהורר ח‘ שמעון; diese Bemerkung entging mir früher, sonst hätte ich die Anfangsbuchstaben mit obenstehenden Punkten versehen. 94) Worte und Inhalt des Midi*. Tanchuma zu Wajikra sind sicherlich im ersten Augenblicke auffal• lend. Es heisst dort: למה קריבין קרבן מן העוף ומן הכבשים ומן הצאן ומן העזים ולא מן הדגים שד אם מן העוף ע׳ קרבנו אלא בשביל שהם בשר ודם כמי האדם ויוצאין מבטן אמן כמו האדם מבפרין על האדם אבל הדנים ביצים הם ויוצאין מהן וחיץ. Wie kann man aber da die Vögelopfer erklären? Man pierke indessen, dass erstens hier gegen die Ordnung 5im bibl. Texte עוף vor den übrigen Thierspecies erwähnt wird, und zweitens, dass ״ ויוצאיןoder gehen heraus“ bedeutet (über diese Bedeutung des ו s Lit. Notizen Nr. 6). Die Meinung des Midrasch ist, alle die genannten Species haben Fleisch und Blut, d. i. warmes Blut gleich dem Mensehen, oder werden unmittelbar geboren, welches auf die letzterwähnten, nicht aber auf עוף Bezug hat; bei den Fischen findet keines von Beiden statt. Der Midr. erwähnt freilich nur die eine Eigenschaft, denkt aber stillschweigend an die andere Eigenschaft der Fische, an deren kaltes Blut. Sicherlich denkt der Midr. nicht an das Brüten der Eier durch Mütter, da jedenfalls nicht alle Vögeleier der natürlichen Brut bedürfen; schon im frühesten Alterthum wurden Hühnereier in Afrika, 11amentlich in Egypten, künstlich gebrütet, was wohl damals allgemein bekannt war; ob auch Taubeneier (und nur diese Vögel wurden ja zu Opfern genommen) künstlich gebrütet werden können, ist freilich nicht zu bestimmen, jedenfalls kann das Brüten nicht mit dem Ausdruck יוצאץ מן הבטן bezeichnet werden. (F. f.)

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