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Das jüdische Literaturblatt · 1879-06-18 · No. 25. (18.6.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 25. (18.6.1879)
Date
1879-06-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. »5. Jahrg. Jüdische Literaturblatt, Zar Belenehtang aller Jaden• tham and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen an f dem Gebiete der Philosophie, Gesehiehte,Ethnographle,TheologfoOrlentalln, Exegese, Honlletlk, Lltarglk, Pädagogik. Herausgegeben Rabbiner Dr. Moritz Rahiner. Majfdebnrjf, 18. Juni 1S7I > BSeher der einschlägige■ LI• teratnr, welche der Kedactloa zagesandt werden, Inden 1■ diesem Blatte eingeh. Beepreehnag. Bel Elnsendnng roa Zwei Hecenslonsexemplaren erfolgt nach Erwähn. L d. Wochen sehr. V_s hall ei Das ,,«Ifidtmelie Llterfoturblatt“ ecscheint wöchentlich in einem Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang: 8ük. Abonnenten der ״Israelitischen Woche|n und Buchhandlungen 8 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt.* gratis. — spaltene Petitzeile, buchbändlerische Beilagen mit 15 Hark berechnet. Die Exf 9di: n Bogen; Preis bei allen Bachhandluaje« (in Schrift“ (di e vierteljährlich bei allen Postanstalten Inserate werden mit 20 Pt für die drei ge- "Ition der ״Israelitische.1 Wochenschrift“‘ L Inhaiti Wissenschaftliche Aufsätze: Eine Eihleitung in das Alte Testament. Von Dr. 11. Dessauer, Rabbiner in Cöthen. — Jehuda in der Hagada. — Talmud und Tertullian. citeraturbericht: Recensionen: Guttmanp, Dr. J., Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud etc. Literarische Notizen. Von Dr. L. Lewysohn in Stockholm. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Eine Einleitung in das Alte Testament. Von Dr. M. Dessauer, Rabbiner!in Cöthen. . (Fortsetzung und Schlujss.) ״Naturum expellas furca, tarnen <tsque recurret* — dieses horazische Wort kam mir unwillkürlich bei der Ac 11 illesferse der meisten Professoren der Theologie, bei den sogenannten messianischen Capiteln des Jesaia, der Psalmen, des Daniel etc. in den , Sinn. Die tendenziöse cliristoiogische Färbung ist ihnen so sehr zur zweiten Natur geworden, dass selbst ruhige Kritiker, durch dieses Blendglas blickend, Wahrheit und Schein nicht zu unterscheiden vermögen. Wenn wir zwischen den Zeilen lesen, linden wir, wie schwer es dem sonst nüchtern untersuchenden Bleek geworden, hier Stellung zu nehmen. Freilich beginnt er diemessianische Färbung und Fälschung nicht schon, wie die hyperorthodoxen Heisssporne jim buchstäblichen Sinne von Adam an, nach welcheh Frau Eva ihren erstgeborenen Sohn deshalb Kain 4as heisst ״erlangtes oder hervorgebrachtes Gut“ nannte, weil sie in ihm den von Gott verheissenen Sphn, den Heiland, zu besitzen überzeugt war. (Was soll man zu einer Exegese sagen, die aus 'קניתי איש את ה (Genes. 4,1) solche Subtilitäten herausdüftelt?) Als aber statt des erwarteten Heilands ein loser Bursche aus ihm geworden, sah sie ein, dass ihre schöne Hoffnung leer und eitel war; darum nannte sie den zweiten Sohn דיבל. Man könnte diese, wie soll man sagen, Erklärung oder Verwirrung, als albern belächeln, wenn sie blos eine Deutungsspielerei eines nach Effect haschenden Exegeten wäre. Aber wie eisig hat es mich durchfröstelt, als ich sie hier bei Gelegenheit einer Srihulprüfung Kindern von 7—9 Jahren ernstlich vortragei) hörte! Die armen ungen Köpfchen sind zu bedauern^ denn sie müssen es lernen und verstehen; während die grossen Studenten V wenigstens ungläubig den Kopf schütteln können, wenn der Herr Professor ihnen vorträgt: ״Adam gab seinem Weibe den Namen Chavva d. i. lebensetzende. Diese Benennung zeigt nämlich, dass die Menschen der Verheissung Gotte*, Wonach trotz ihrer Todesverfallenheit das Weib eine Nachkommenschaft gebären sollte, welche in siegreichem Kampfe den Verführer überwinden, Glau* ben schenkten upd ihrer sich freuten und dass sie in solchem Glauben geduldig und 'ergeben die Strafürtheile Gottes auf sich nahmen. Diese bussfertige Ergebung und freudige Glaubenszuversicht auf Seiten der Mensehen erwiderte Gott damit, dass er nun selbst für eine Bedeckung ihrer Blösse und hierdurch für eine wenigstens vorläufige und sinnbildliche Wiedergutmachung der Folgen ihrer Uebertretung sorgte: er befahl ihnen, sich aus den Fellen getödteter ThieretLeine Bekleidung zu bereiten. Bei ihrer selbstgemachten Verhüllung aus zusammengenähten Feigenblättern liess Gott es nicht bewenden, um ihnen zu Gemüthe zu führen, dass sie von sich aus ni.cht im Stande seien, dieFolgen ihrerUebertfretung wieder aufz 1111 eben,י hiezu vielmehr eine göttliche Veranstaltung erforderlich sei; Felle von Thieren aber, und nicht wieder vegetabilische Stoffe, bess er sie zur Herstellung ihrer Kleidung verwenden, um anzudeuten, dass wie die vorläufige und symbolische Wiedergutmachung der Folgen ihrer Uebertretung nur in der Weise erfolgt, dass hiezu ein sch u ld loses Leben in denTod gegebenwird, ebenso auch die schliessliehe und reale Wiedergutmachung nur unter Auf- Opferung eines schuldlosen Lebens erfolgen werde.“ (Lehrbuch der Bibi. Gesch. des A. T. von Dr. August Köhler[ ord. Prof, der Theoi. in Erlangen S. 42.) Ein solches Heilswittern vom ersten bis zum letzten Blatte der Schrift ist, wie gesagt, unserm Autor nicht eigen. Er ringt überall nach klarem Urtheil und Versländniss. Es; ist hier aber das Ringen eines Verzweir feinden, der schliesslich doch in den Abgrund stürzen n muss. In der Messiasfrage gilt kein Vermit-:^ teln, kein Päctiren, kein divide et impera; da ist die Alternative scharf und fein zugespitzt. Entweder ist das Erscheinen Jesu viele Jahrhunderte vorher .im ■vj

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