Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 24. (11.6.1879)
- Date
- 1879-06-11
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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*־*-*•PPL HSarwi* —!)6 — au seinem Angelpunkt macht, so ist das Verlangen nach einer näheren Bekanntschaft mit dieser Schrift leicht erklärlich. Diesem Umstand verdanken wir dieErhaltung derselben, die in der Uebersetzung des Sal. ben Labia auf pns gekommen ist. Nach der Zeit des Ri- , basch hör^n wir wieder wenig davon, sie wird nicht gedruckt und »ich nur selten citirt. Erst die religionsphilosophischen Studien der Gegenwart wandten dem Buche Abr. ibi Daud’s die ihr zukommende Aufmerksamkeit zu und im Jahre 1850 gab Guggenheimer eine Darlegung seii es Inhaltes, welche nach dem damaligen Stande dieser 1 Wissenschaft eben nur ein ausführlicheres Excerpt sein konnte und die Drucklegung des von Gugg. benutzten Mannscripts der Münchener Staatsbibliothek wünschenswert h machte. 1852 wurde epdlich das letztere, der Text des Labi'schen Uebersetzung von Simon Weil nebst einer deutschen Uebersetzung veröffentlicht. Bei den Schwi jrigkeiten, welche Weil, wie ich aus dem Munde eines seiner Verwandten gehört habe, dabei zu überw nden hatte; bei der geringen Förderung, deren die jüdische Literatur sich zu erfreuen hat, dürfen wir uns ni:ht wundern, wenn dieses Unternehmen seinen Zweck im Gri nde verfehlte und hebräischer Text wie deutsche"Uebersetzung viel zu wünschen übrig lassen. Nicht einmal ier Text der Münchener Handschrift ist treu wiederge{;eben. Welch schwieriges Beginnen, nun nach der Wei .’sehen Ausgabe eine zutreffende ‘ Darstel- -lung und eingehende Würdigung der ,,Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud zu liefern! Dr. Guttmann hat es versuch t und es in dieser Schrift, welche zuerst in der Grätz ,,Frankel’schCn Monatsschrift“ erschien und jetzt uns hier n Buchform vorliegt, auch gründlich und glücklich geleistet. (Schluss folgt.) רב:י אימליא ♦.״ ■n* תקנות חכמים אשר תק:ד;;ז באסיפתם.בפירארא בשנת שי׳־ד עם הערות! והקדמות מלץ מאת הרבימוה״ר יצחק ברוך הלוי בפירארא וזחה״ש מוהר״ר ש״זי ח״ד. בביעלימץ• Brody 1879. Verlag der Redaction des Ibri. (16 S.)! Die Wichtigkeit der 8 Verordnungen, welehe die ftabhinen und'Abgeordneten der Gemeinden von Ober- und 31ittelitalien am 21. Juni 1554 unter Vorsitz des R. Meier Katzenellenbogen fassten, wird von den Herausgebern ins hellste Licht gestellt. Die erste, dass kein Buch ohne Erlaubniss gedruckt werden dürfe, ruft das schmachvolle Andenken der Söhne Elia Levita’s wach. Die zweite will der Willkühr wehren, mit welcher streitende Parteiei, je nachdem ihr Vortheil dadurch besser gewahrtwurde, entweder das staatliche oder dasRabbinafsgericht wählten. Nr. 3. Nur mit Einwilligung beider Parteien oder der Richter'soll ein Urtheilן geschrieben werden. Nr. .4 tritt Uebergriffen einzelner Rabbinen, welche sich!eine Jurisdiction in anderen Gemeinden anmassten, entgegen. Nr. 5 beleuchtet die Wohnun!׳snoth, welche!die Errichtung■ der Ghettos herbeigeführt hatte. In Nrl 6 und 7 wird ein Ehegesetzliches'”geregelt.״״ Nr. 8 beftstigt eine חזקה להלוות בריבית in bestimmten Bezirken, ausser Rom und Bologna. Herr Halberstamm i fügt aus einem ihm gehörenden Manuscript Varianten und beissende Bemerkungen, welche M086 Vassulaf gegen diese Beschlüsse gemacht hat. Dazu bestimmt er ausser Vieren, wer die Unterzeichner (14 an der Zahl) waren Auch ein ihm gleichnamiger Enkel des Abravanel gehörte zu ihnen. Kulturhistorisch, wie für die jüdische Geschichte wichtig ist die Herausgabe mit voller wissenschaftlicher Akribie geschehen. Dern Referenten wäre es angenehm zu erfahren, ob es der מר״ם פדואה ‘war, welcher den (unter דרשות, die in der Druckerei Jean Bragadin, Venedig שנ*ח erschienen) הספד על ר׳ יצחק פדאה gehalten hat. Dr. Lew in. ' ^«r» ע tw örtlicher Kedactear Dr. Kshner in Magdebarg. Druck, von Sokolow, N. T, מצוקי ארץ. Die Hauptgrundlagen der physischen Geographie populär dargestellt. Warschau 1878 96 S. 8°. Abslracte wissenschaftliche Materien in anregender, fruchtbarer Weise zu popularisiren, gehört bekanntlich zu den schwierigsten Problemen jeder wissenschaftlichen Disciplin. Diese Popularisirung in einer fremden Sprache anzustreben und dazu noch in einem naiven, urwüchsigen Idiome, welches der schulbegrifflich tief ausgeprägten ur d weiterverzweigten modernen Terminilogie auch nicht dij geringste Handhabe bietet, heisst die ohnehin bedeutenden Schwierigkeiten noch um ein Beträchtliches steigern. Dies voraufcgeschickl, wird man es begreiflich litden, dass ein gewisser Mutli dazu gehört, einen so spröden Stoff, wie die Grundlagen der physischen Geogriphie einen nur das Hebräische verstehenden und lesenden Publikum zugänglich zu machen. Die fast elementaren Schwierigkeiten werden hier durch das unabweisliche Bedürfniss paralysirj. Es dämmert endlieh auch im jüdischen Russland. Viele und zwar nicht die unbegabtesten unserer Glaubensgenossen im grossen runsischcn Kaiserreiche ringen mit heroischer Selbstverläugnung nach der Kmancipation des Geistes, nach Cultur uni Gesittung, nach Kenntnissen |und Wissenschaften. Für derartige Kreise ist vorliegendes Büchlein berechnet. Die Auseinandersetzungen. des Vf. in den 9 Kap. seines Buches sind durch und durch populär. Von einer wissenschaftlichen und mathematischen Beweisführung ist hier natürlich keine Rede. Durch Variiren der Themata und durch eine gewisse pragmatisch angehauchte, jedenfalls lebendige Darstellung sucht er das Odium des Pedantischen, Steifen und Langweiligen von seinen Erörlerungen fern zu halten. Dass die letzterer! nach deutschen Begriffen in Bezug auf Gründlichkeit viel zu wünschen übrig lassen, gereicht der Arbeit noch nicht so sehr zutn Nachtheile, als was sie in Bezug auf Anschaulichkeit und Klarheit vermissen lässt. Dieser Einwirkung hat sich derVerf. selbst nicht entziehen können Er verzweifelt oft daran, einen adäquaten, präcisen Ausdruck für einen wissenschaftlichen terininus im Hebräischen zu finden, windet sich durch allerlei mehr oder minder zutreffende Umschreibungen und muss schliesslich im Bewusstsein der Unzulänglichkeit seiner Paraprase die deutsche Benennung in Paranthese beifügen. Indess können wir den Verl', nur eruiuthigen, in seinem löblichen Beginnen forlzufahren und sich von den grossen zu bewältigenden Hindernissen nicht abschrecken zu lassen Ein zweiter ünd dritter Versuch wird hoffentlich schon lohnender sein. Nur möchten wir ihm in der Wahl der wissenschafdichen Hilfsbücher, die ihm bei seiner Paraphrase Richtung gebend sind, die gewissenhafte Vorsicht und peinlichste Prüfung empfehlen. Ein sytematisch gut angelegtes und logisch klar disponirtes Hilfsbuch wird ihm die Arbeit wesentlich erleichtern und dem Geiste der Leser Anregung bieten Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch Notizen. 1) Nach ,,The Academy“ wird Professor Dr. F. Delitzsch eine hebräische Uebersetzung des sogen, salomonischen Psalters für die neue kritische Ausgabe Gebhardt’s beitragen. 2) Im ״Journal asiatique“ (t. XII Nr. 3) stellt Herr Clermont-Ganneau, der Erwerber der Masasäule die bizarre Behauptung auf, dass d.e Bibel ein ungeheures und beständiges Keri-uketib bilde, da die Consonannten allein die alte Sprache repräsentiren, während die Vokale der Sprache angehören, welche die Gelehrten späterer Zeit gesprochen. (Dass heisst denn doch alle Grundregeln der Massora ganz auf den Kopf stellen. Red.) U. Horbach in JBarbr. Verlag von Robert Fri«se in Leipzig.