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Das jüdische Literaturblatt · 1879-05-21 · No. 21. (21.5.1879) · p. Seite 84

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 21. (21.5.1879)
Date
1879-05-21
Page
Seite 84 (sequence 6)
Language
German
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klasse die Erklärung and die Unterweisung im Ausüben der religiösen Gebote, welche für die 13jährigen verbindlich werden, als Unterrichtsgegenstand angenommen wird (S. 41). Nicht erst Raschi, sondern R. Chija bar Abba spricht es als Absicht des R. Schimeon ben Garnliel aas, dass das Schönste von Japhet die griechische 8präche sei. Druck und Ausstattung sind so, dass wir Deutschen dabei leicht das Verbot von *לא תחמו übertreten dürften. Coblenz. Dr. Lewin. Das neue Religions-Schulprogramm •der israelitischen Cultusgemeinde in Wien; eingeführt im'1 Schuljahre 1878/9. Es liegt nns das neue Religionsschul-Programm (so ist abzutheilen, und nicht wie auf dem Titel: Religions-Schulprogramm) vor, nach welchem in den Wiener öffentlichen Schulen seit der vom Vorstande beschlossenen und durchgeführten Eliminirung des Hebräischen der Religionsunterricht ertheilt wird. Dem Programm geht ein von• Dr. Kompert verfasster Motivenbericht voraus, welcher die Modification des bisherigen Religions-Scliul- Programmes (diese von dem Titel abermals verschiedene Abtheilung mag angehen) weitläufig zu rechtfertigen versucht. Es wird nun in Wien der eigentliche hebr. I Unterricht (mit Ausnahme des Lesens) in den öffentlieben und obligaten Schulen gar nicht, sondern nur in einer neuerlich!eten ״Sprach- und Bibelschule“, deren Besuch jedoch nicht obligat ist, ertheilt. Was uns veranlasst, dem Programm eine Besprechung in den Spalten des ״Literbl.* angedeihen zu lassen, das sind die demselben beigegebenen, wie wir hören, von Professor Hammerschlag in Wien verfassten Instructionen für die Religionslehrer. Diese Instructionen sind höchst schätzenswerth und dürften ihre Beachtung und Beherzigung überall von heilsamer Wirkung sein.. Sie behandeln in 3 Abtheilungen den Religionsunterricht: a) an Volks- und Bürgerschulen, b) an Gymnasien und Realgymnasien und c) an Unterrealschulen. Bei jeder ״Stufe* ist zunächst das Lehrziel angegeben. Diesem folgt dann eine klare und sachgemässe Auseinandersetzung der Art und Weise, wie der Lehrer unterrichten sollej um das vorgesteckte Lehrziel zu erreichen. Sehr gut ist, was S.38 über die Lektüre der Psalmen und Propheten, wie über den Vortrag der jüd. Geschichte gesagt ist, was nur beispielsweise hervorgehoben sein mag. Ueber&ll wird mit Recht der Nachdruck nicht sowohl auf das Einlernen trockenen Materials, als auf die Belebung des jüdischen Sinnes, die Erweckung der religiösen Begei- 8terung gelegt Bei dem autokratischen Bestreben, das bei jüdischen Lehrern so häufig anzutrefffen ist und womit mancher auf Kosten der Jugend experimentirt, würden solche Instruktionen mit verbindlichem Charakter auch anderwärts, besonders in grösseren Gemeinden, die beste Wirkung thun. zwar eine zweisprachig(, lateinisch und — das ist das interessante — syrisch. Die lateinische, ausserordentlieh fehlerhaft stilisirte, lautet! dm. regina. liberta. et conjuge. Barstes. Palmyrenus. natione. Catuallauna. an XXX. Autoritäten der lat« sinischen Paläographie, wie Prf. Hübner in Berlin, versetzen das Monument an das Ende des zweiten oder Anfang des dritten (christlichen) Jahrhunderts; wie die Insch •ift besagt, ist es zum Gedächtniss einer wohlbekannt in, freien, als Gemahlin eines Palmyreners Barstes iw Alter von 30 Jahren verstorbenen Frau Regina aus dein wohlbekannten britischen Stamm der Catuvellauni, errichtet worden. Wie der Mann Barstes aus der von Salomo in einer Oase der syrisch-arabischen Wüste erbauten Stadt Tadmor-Palmyra in den englischen Norden kam, darüber lassen sich nur Vermuthungen i.ufstellen; wahrscheinlich nicht als Legionssoldat, denn 10 weit man weiss, waren syrische Legionen nicht in England stationirt, viel eher als Kaufmann, der bei <en römischen Soldaten ia England gute Geschäfte zu machen hoffte und bei dieser Gelegenheit seine Frau kennen gelernt hat.— Die syrische oder aramäische Inschrift ist kürzer, nur eine Linie; mit hebräischen Buchstaben geschrieben, lautet sie: רגינא כת חרי ברעתא תבל ״Regina, Idie freie Frau des Barates. Wehe!“ Die Schrift ist| dasselbe palmyrenische Cursiv, das die von dem französischen Grafen de Vogue veröffentlichten In- Schriften von Tadmor aus dem dritten und vierten Jahrhundert zeigen. Der Name Barates ist zwar bis jetzt noch nicht nachgewiesen, in seiner Zusammen- Setzung aber vollkommen deutlich; er bezeichnet seinen Trägjer als einen Sohn, d. h. Verehrer oder Liebling des gerade in Palmyra viel verehrten Gottes Ate, der den klassischen Philologen als zweites Glied des Namens Atargatis bekannt ist. Nur das letzte Wort, das ebenso auch in Palmyrena selbst auf Grabsteinen gefunden wurde, ist noch nicht ganz klar; die obige Deutung ist die wahrscheinlichste; vielleicht ist es aber auch die Abkürzung irgend welcher Segensformel, wie solche auf jüdischen Grabsteinen in Menge sich finden. Zum Schluss mag die Bemerkung nicht überflüssig sein, dass der Name Regina dieser Inschrift, unser ״Regine“, mit dem lateinischen regina (Königin) nicht unmittelbar identificirt werden darf, sondern celtischen Ursprungs ist, und mit seinem Maskulinum Reginus in allen celtisehen Ländern nicht selten vorkommt. Bei der treffliehen Arbeit und Erhaltung des Steins ist es um 80 mehr zu bedauern, dass das Gesicht der Frau wahrscheinlich von irgend welchem Christen, der sie wohl für eine heidnische Göttin hielt, weggehauen worden ist. Eine ausgezeichnete Abbildung, Beschreibung und Erklärung des Steins und der Inschrift hat Professor Wright in Cambridge in den Abhaudlungen der englisehen biblisch-archäologischen Gesellschaft veröffentlicht. Notizen. i Aatiqaarischer Fand in England. Seit langer Zeil ist in England wohl kein 80 interessanter antiquarischer Fund gemacht worden, wie am 19. Oktober v. J. in South-Shields. Bei Fundamentirungsarbeiten zü’einem Gebäude, stiess man auf einen Grabstein, 4 Fuss lang, ■2'/, Fuss breit, ausgezeichnet erhalten,-der in trefflicher Arbeit das Bild einer in einer Nische sitzenden Frau zeigt. Blumen im Schoss, zur Linken einen 'Korb mit Früchten, die rechte Hand auf eine Art Altar aufsfiützend. Unter dem Stein wurden einige Knochen Überreste gefanden, die von einem Thier, wahrscheinlich einem!Pferd, herrühren. Die Basis des Steins trägt eine Inschrift und fSB*09R&Z. JUdMtsar Dr! Sst m «,rin Jsgdrtarg.. Dsaak ז Tarsebisch. Rawilson leitet Tarschisch von תרש ab (mit ähnlicher Reduplication wie in den Wörtern אשדוד ׳לבנון V. אשד ׳לבן) und glaubt, dass damit diejEtruscer resp. das TyrsenischeMeer bezeichnet worden. Neue Ausgrabung. Mr. Rassam, der die von dem so früh verstorbenen Mr. George Smith begonnenen Ausgrabungen in Babylon fortsetzt, hat dort einen achteckigen Cylinder entdeckt, auf dessen Seiten eine Geschichte des Feldzuges eingegraben ist, den Sennacherib gegen den König Hezekiah unternommen hatte. Der wichtige Fund wird dem britischen Museum zugesandt werden. ___ l TI orbaieh in BHVfITaligTöö'BÖlieit Frl••• in üüp2JT"

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