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Das jüdische Literaturblatt · 1879-05-07 · No. 19. (7.5.1879) · p. Seite 76

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 19. (7.5.1879)
Date
1879-05-07
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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— 76 gewissenlosen Abschreibers, das ausserdem sehr jung ist; es wurde geschrieben, als Midr. Rabboth zu den 5 Megilloth schon gedruckt vorlag. Obwohl es auf dem Titeibiatte der Hsch. heilst:מדרש חזית והזא מדרש שה״ש, leugnet dennoch Vf. die Identität beider Namen; weil ״ganze und zwar grosse Stücke in der 'erw. Münch Hsch. Chasitha fehlen, die in unserem Midrasch Schir Haschirim sich finden und endlich sogar Stücke ganz anderen Inhalts im Codex stehen“ (S 8). Die Auslassungen sind aber entweder absichtliche, oder offenbare Versehen des Abschreibers, oder sie hefanden sich schon in seiner Vorlage; sie stören gewöhnlich den Zu- 8ammenhang, beginnen mitten im Satze u. dgl, wie sich aus den bei der Textkritik gegebenen Proben ergiebt. Mit den ״Stücken ganz anderen Inhalts“ hat es aber folgende Rewandtniss. In der Hsch. fehlt 4,1—6 vollständig, nur zur zweiten Hälfte von 4, 5 finden sich einige Worte, die in unseren Ausgaben fehlen. Daselbst werden die Worte תאומי צביה auf die Bundestafeln gedeutet; שהלוחות בשני תאומים על וה ה' דברות תל זה דד דברות דבור כנגד דבור׳ אנכי כנגד לא תרצח וכו und ebenso die Worte הרתים בשושנים, weil sie Israel leiten uiid weiden auf ebenem Wege wie die Rosen, welche zart sind“ (S. 49 f.). Das ist Alles. Sicherlich haben wir es hier ״mit einer später hinzugefügten zweiten Erklärung des beregten -Malbverses zu thun; am Anfänge wird etwa zu ergänzen sein:ד׳א תאומי צביר. אלו הלוחות שהלוחות וגר Dieser Zusatz, welcher nach dem Vf- ״von höchster Wichtigkeit, ist, indem er einen Beitrag für.die ursprüngliebe richtige Eintheilung des Dekalogs Uelert“Jcenthült die aus Mechilta zu II. M. 20,16 —• woraus der ganze Zusatz geflossen ist —, j. Sota 22d und unserem Midrasch längst bekannte Ansicht des R. Chaninab. Gamaliel. בשושנים bezieht sich natürlich in der Hsch. auf Israel, sowie auch in dem in unseren Ausgaben befindlichen Ausspruch des R. S. b N.; nicht auf ״Mirjam und Jochebed, deren Herz zart war wie die Rose.“!! Ebenso wenig wie dieser Zusatz, beweist ״ein in pyner (!) Hschr. des Rabbenu Hillel befindliches Cilat“ aus Midr. Schir zu 1, 7, dass der Text des Midr. Chasitha ursprünglich von dem des Midr. Schir verschieden war. Denn es ist noch sehr fraglich, ob R Hillel b Eljakim in seinem (handschriftlich vorhandenen) Commentar zu Sifra und Sifrd mit den Worten כדמפרש ליד. באגדה בשה״ש e111 wörtliches Citat einleiten wollte und oh er überhaupt unseren Midrasch gemeint hat. (Vgl. Sifre ed. Friedmann S. 52b, Note 15.) [ Die Abfassungszeit unseres Midrasch sucht Vf. in folgender Weise zu eruiren (S. 11—32). Da der Aruch, Raschi und[ Tosafoth (S. 10 Anm. muss es ודמה לך heissen, da die von Tos. Chullin 59b cifirte Stelle sich am Ende unseres Buches befindet) den Midr. zuin Hohenlie.de citiren, so war er iin 11. Jahrhundert schon abgefasst. Er ist'kein einheitliches, sondern ein aus vielen grösseren und kleineren Midraschim zusammengesetztes Werk (S. 12); hat man nun alle aus älteren Quellen entlehnten Stücke herausgefunden — und Hr. Ch. glaubt sie alle gefunden zu fiaben —, so ״können wir das Uebrige als Original betrachten, d. h als das- -jenige, was der uns unbekannte Sammler des Midr. selbst binzngelügt hat“ (S. 30) Auf eine dieser ״OYiginalstellen“ geht dann Vf. etwas ״genauer und sorgfältiger“ ein; es ist folgende:ד׳א לתור להותיר. הדין פייטנה וכו־ (1,1)., In dieser Stelle— aus der beiläufig .hervorgehen soll, dass Salomo zu seinen' akrosuchischer Gedichten aasser den 22 Buchstaben des Alphabets ״noch die 5 Endbuchstaben מנצפך benutzte“; wie man aber bei einem Akrostiphon End butihstaben anwendet,• ist unerfindfich — verräth uns nun der Ausdruck פייטן, dass dem Sammler des Midr. di e Piut-Dichtung schon bekannt ist, dass demnach die Ab ässung unseres Buches nach 850 und vor 1100, also c, So schwach diese Be dennoch nicht dabei verw 950 erfolgt sei. weisführung ist, wollen wir eilen. Wir wenden uns vielmehr zu den vom Vf. au gefundenen Quellen unseres Midr. Als solche werden Mechilta. Pesikta di R. Cali Rabba, Midr. Echa und Wajikra Rabba. Zuerst also wird der jerusak Talmud Stelle der babylonische; dagegen sollen aus dem ersteren nur 11, aus dem letzteren Dass aber unser Midr seitige Seligkeit absprechen im Namen des R. J. b L דוד בנד- את היסודות (das.) אלו הן הגול־ן“ vergeblich; nach der Weise des מ"כ Makot 11a im Sinne, wo auf j. Synh. 29a verweist konnte also ohne Veruiittl David das Fundament de.‘ Zu der Stelle, wo R. El fleissigste Besucher des L e (das), vergleicht Vf. (mit bab. Beracll. 5b: להתפלל Pedath ist vorzugsweise p Frankel, Einl ind.j. T. s. t. seine■■ Aussprüche im Babl der Ausdruck in den Wor b. Synh. 68a anklingt, so die-e Boraitha auch den war. — Die Worte 'מתמו־ Boraitha — Tosefta Joina angeführt: T Jeruschalmi, üna, Sifre, T. Babli, Bereich. gebracht und erst in fünfter gar 13 Stellen entlehnt sein, lur palästinische Agada vorträgt, was schon äussei lieh an dem westaramäischen Dialekt und den Namen derTradenten zu erkennen ist, dass also jede direkte Enllehnung aus dem b. Talmud hat Vf. keine Ahnung. Keine verdankt dem Babli ihren oder die andere mit ihm 80 ist R. Jos. b. Lewi’s Mitausgeschlossen ist, davon der angezogenen Stellen Ursprung, wenn auch ein!, sachlich übereinstimmt, theilung, dass man auch dem König Salomo die jenwollte (1,1), nicht bab. Synh. 104b, sondern jer. Synh. 291! entnommen, wo sie ebenfalls tradirt wird. — Die Worte nicht man in ״Makot, Abschn. begnügt sich deshalb der Vf. . St. zu citiren? Dieser hat Raschi zu שכרה דוד שיתיי der Redakteur unseres M. ung des Babli wissen, dass Tempels gebaut habe. — easar sich rühmt, stets der h r hauses gewesen zu sein!"מ) ganz unpassender Weise שנים שנכנסו R׳ Klasar b. ilästinische Autorität (s ג(ר' לעזר 'venn auch mehrere i überliefert sind. — Wenn en des R. Elieser (1, 3) an beweist das höchstens, dass palästin. Agadisten bekannt 14י0 אשכל שהיתר) sind einer cap. II — entnommen, die vollständig in unserem Midrasch zu 3,6 und j Joina 41a sich findet; im Babli ist der Ausdruck verändert. Ebenso ist der Satz 4 ,4) כי* מי שבא עבירה לין ין ו2*׳) aus einer Boraitha geflosse sondern auch j. Kidd 6ld gebracht ist. —Der Umstand on רני עקייה nicht im Namen 10a), sondern von einer beweist genügend, dass der nicht vorlag. Denn dieser Urnen der Tradenten sehr gcendlich, dass die Deutung v der Bernrja (wie b. Berac 1. paläst Autorität tradirt ist, Babli dem Red unseres M, ist bei der Angabe der X1 wissenhafr, wie alle aus dt m j. T. entlehnten Stellen beweisen. Der j. Talmud ist die Ilauplquelle unseres en. Zu den oben erwähnten ung des R, Pinchas (7, 2), ר' ראובן etc. vergleiche תלפיות תל שמתפללים וכו׳ 6,2 j. Beracli. 5b und c, u. führten Stellen ist noch zu (2 ,1 שמעון ב א בשם ר״י) übereinstimmt, sondern fist denten Synh. 30a und para Briefkasten der Redaction. Hrn. gellend eingesandte Replik: Chr diese Nr. Donnerstag bereits Nr. erscheinen. die nicht nur im Babli, Midr.;die vom Vf. gebrachten Stellen lassen sich um inehr als die Hallte vermein nenne ich noch: die Erzäli die sich auch j. Pea I7d befindet; zu 1, 9 ר' ביב״ בשם :11 an Synh. 18a;. zu 4,4 cf. j. Beracli 8b und c; zu a. Zu den vom Vf. angebemerken, dass die zweite nicht mit j. Chagiga 76a wörtlich mit denselben Tra- 1. zu lesen ist (F. f.) lr. U. in H. Ihre obzwar um- .\stos ist nie 111 Christos, kann, da in Druck war, erst in nächster ferantwoi!rtUdiej Kedacteur Dr. Ha hm er in :Magdeburg. Druck von tt. Horbach in Barb y. Verlag von Robert Friese in Leipzig. I

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