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Das jüdische Literaturblatt · 1879-05-07 · No. 19. (7.5.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 19. (7.5.1879)
Date
1879-05-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Literaturblatt. f-ץ Zar Beleachtang aller Judentham nnd Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen an t dem Gebiete der Philosophie. Geschieh te,Ethnographle,Tbeologle.Orlentalla, Exegese, Homlletlk, Liturgik, Pädagogik. v Herausgegeben I von Rabbiner Dr. Moritz Habgier. >1 ngdebnrß, 7. Mal 1W74>. C ץ ־ Bücher der einschlägigen LItcratar, welche der Sedactioa ■agesaadt werden, Anden ln 1 dieaemBlaUe eingeh. Besprechf nng. Bei Einsendnng von xwel Eeeenalonsexemplaren erfolgt auch ErwUuui&Wocheasehr. V_ Das MJttdi«ehe Liieratarblntt^ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen BaohhudlngM (in L e i p 1 i g bei Robert Friese) pro Jahrgang:6Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten nnd Buchhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblati“ gratis. — Inserate werden mit 20 Pt für die drei gespaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 13 Mark berechnet. Die Exieditioa der ״israelitische 1 Wochenschrift“ Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze: Die Wandlung des Begriffes ״Jui'e“ aus einem rationalen in einen religiösen. — Die Tempeipsalmen. Von Dr. Joseph Stier, Rabbi in Steinamanger. i.i tera tu r be r i ch t: Recensionen: Weissmaijn, A. S., אל דבר שרפת המתים• Ueber Leichen verbrenn |mg. — Chodowski, Dr. S., Kritik des Midrascii Schir-Hasehirim nach der Münebener Handschrift Nr. 50 Oriental. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Die Wandlung des Begriffes ״Jade“ aus einem nationalen in einen religiösen. Die Sprache als lebendiger Organismus ist in steter Entwicklung begriffen; sie reflectirt tjie Anschauungen eines Volkes, und so wie־ diese sich ändern, so ändern sicli mit ihnen die Bedeutungen der Wörter. Es ist von jtid. Gelehrten schon darauf hingewiesen worden, wie manche Wörter, die in den verwandten semitischen Sprachen Ausdrücke für Gottesverelliriing waren, bei den Israeliten unter dem Einfluss desjMonotheismus die entgegengesetzte Bedeutung erhielten1)!. Aber auch Wörter, welche im Hebräischen selbst eine ausgeprägte Bedeutung hatten, änderten dieselbe. | Dies ist z. B. mit den Namen יהודה und יהודי der Faljl. Diese Namen nahmen statt der ursprünglich nationalen eine religiöse Uedeutung an. 1 Der Name יהודה wird 1. B. M.j 29,35 davon hergeleitet, weil Lea gesprochen: '״ הפיכם אורת את הDiesmal danke ich der!1 Ewigen.“ Die|70 und meist auch Aijuila und Symmachus llbeisetzen eij hier und überall, Zusammenhang nur die Bedeutung ״danken“ kennen.“ UnLerechuet den 136. wo der zulässt, stets Psalm finden mit ״he die: Psalmstellen, ausserdlem in Jesaja, J Chronik. Auch das und confessio (Ileken In diesem Beharr se Uebersefzun Hauptwort ק1ודה ,Bekenntuiss* übersetzt, so Ps. 100,1 die Vulgata, von Syimiiaclius abhängig, übersetzen das Zeitwort und das Hauptwort mit contiteri (bekennen.) lntnise)*) 2n bei der Ueber^etzung ״bekennen“ ■) z b. כשף ,חנף u a. ג) Ja das Hauptwort הוד wird 104,1, ä5«i;1.0>.ö;r(35.׳ (confessio) übersetzt, welche U;bersetzung an diesen Stellen gar keinen vernü: iftigen Sinn giebt. an mehr als 50 eremia, Esra und wird ineist mit Hieronymus und 111,3 und 148,13 mit statt ״danken“ ist die Absicht unverkennbar*) E9 zeigt, dass in der Auffassung des Wortes יהודי eine Aenderung vorgegangen war. Das Judenthum war aus den Schranken des Volksthums herausgetreten. Juden lebten schon vor der Zerstörung des Tempels durch Tiiusia allen Theilen der bewohnten ÜJrde, bildeten kein Volk, aber dennoch eine geistige Einheit. Heiden traten ins Judenthum ein, wie Helena, Monobazes nnd Izates, viele Römer und Römerinnen. Dem Namen יהודי und יהודה gab man statt des nationale» Begriffes einen weiteren, einen religiösen, kosmopolitischen; ״Jude“ ist nicht nur,-wer von dem Volke Jehuda’s abstammt, Jude ist Jeder, der den ,Götzendienst abläugnet“ (Megilla 13a), Jeder, der sich zur Einheit Gottes bekennt Jude, erklärte man nun, heisst Bekenner. Das will auch der unten citirteMidrasch sagen: der Name deines Stammvaters bedeutet ״Bekenn e r“, weil Lea, seine Mutter, sprach: nun bekenne ich den Ewigen; und wie sie den Stab des Bekenners ergriffen, 80 entstanden ihr lauter Bekenner, Juda, der seine Schuld bekannte, David, der das Lied sang: Bekennet dem Ewigen, das8 er gütig; Daniel, der mitten unter Heiden den einzigen Gott bekannte. Da man bei gottesdienstlichen Vorlesungen die Bibel (es wurden ja auch aus den Kethubim Sabbath Nachmittag Haphtaroth gelesen) Vers um Vers dem Volke übersetzte, wollte man bei dieser Gelegenheit ihm jedesmal einprägen, daSs הודה in der Bedeutung ״bekennen“ aufzufaseen sei, damit allgemein das Bewusstsein durchdringe, als יהודי bist du ein ״Bekenner“ des einzigen Gottes; deine Religion ist den Schranken des Volksthums enthöben, zur Religion der Menschheit bestimmt. Man wollte liebersprachlich unrichtig über- *) Auch Onkelosl.B.M. 29,35 giebt אויה אתה׳ wiedfer!ה Dtp אודי ״ich will!!«kennen vor üott“ und ebenso Tharg. Jer. Ebenso parapbrasirt Onkeios 49,8 יהודה את אודיתא ולא בהיתתא בך יודון אחך . und ähnlich das t. jer. 1 und 11, .יהודה אנת אודיה על עובדא דתמר בגין כן לך יהודון אחך ויתקרון יהודאין על שכך. Midr.Rabbotb und Tunchumä z. Stelle I. B. M. 29,35 sagen: ,£4לאה תפשה פלך הה־יד ,:ועמדו הימנה בעלי הודיה יהודה ויכר יהודה ויאמר צדקה ממני דוד *{אמר הודו לה כי. טוב דניאל אמר לך ה׳ אלהא אבהתי טהודא ומשבח אנא• Aneli hier wird das Zeitwort ה5דה nicht für ״danken* genommen, sondern jfttr ״bekennen.“ ' Ebenso in Kidduschin . 31a wird יודוך in Psalm 138,4 mit ״bekennen“ gedeutet; ebenso Midrj Rabbolh Beresch. $.22 Ende ט1ב להורות in Ps. 72,2. atttiftlfli

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