Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 14. (2.4.1879)
- Date
- 1879-04-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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r ץ Zar Beleuchtung aller Juden• tham und Juden betreffenden literarisch. Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,The• ologie,Orientalin, Exegese, Ho• mlletik, Liturgik, Pädagogik. \___/ Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. M ajfdebnri;, 52. April 1870. 1 ץ : ) Bücher der eiuehttglge■ LI• teintar, welche der Kedaetion ■agesandt werde■, finde« 1■ diene ■■Blatte eingeh. Beep rechtut. Bel Einsendug re« swel Keeenalo11aexe«1plaren erfolgt ■ach Erwähn. L d.Wocheuehr. V_>’ J Da» ״J1i<tl«eHe Lltemtarblalt11 erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrg an g: ß 11k. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 9 Mk. kostet) erhalten!das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. —!■•er•*« werden mit 0נ Pt für die dreigespaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 13 Mark berechnet. Die Expedition der ״Israelitische 1 Woche.iachhfL“ 1 n b «11 *1 Wissenschaftliche Aufsätze: Max Müller Uber Religion. — Eine Eigentümlichkeit der liebr. Spri ■he L i t e ra 111 r ber ich t: Recensionen : Müller, 0r., ססכת סופרים■ eine Einleitung in das Studium der all-hebräischen Graphik, der Masora und der altjüdischen Liturgie!. — 0־חיי ע*ל Vie cternelle, publication mensue'.le des Manuscrits precieux provenants des anciens docteurs israllites pur B Goldberg et M. Adelman. — Notiz. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Max Müller über Religion. Wenn ein Monn von der Bedeutung M. Müllers die Religion in den Kreis seiner Betrachtungen zieht, so ist dies wohl Grund genug, dass Alle, die an Religion ein Interesse haben, —dazu gehören! glücklicher Weise noch die meisten Menschen — genau darauf achten. Bekanntlich hielt der berühmte Sprachforscher im vor. Jahre auf Wunsch des Comites der Hibbert-Stiftung im Shapter House von Westminster Abbey einen Cyklus von Vorlesungen über Entstehung ünd Entwickelung der Religion, von welchen einzelne in der ״Deutschen Rundschau“ veröffentlicht wurden. Auch in diesen Vorlesungen bleiot M. auf dem Gebiete, in dem er wie kein Zweiter heimisch ist, dem Sanskrit, und holt die Belege für seine Behauptungen auä den Veden, dem Kanon der alten Inder, weil diese Bücher als die ältesten Schriftdenkmäler religiösen Inhalts ihm am geeignetsten scheinen, uns über das erste ׳ Aufdämmern religiöser Vorstellungen im Menschen Aufschluss zu geben. Wir halten uns nicht für compatent, noch passt es in den Rahmen dieses Blattes, auf!die gelehrten und interessanien Ausführungen M.’s, sbweit sie sich mit der Lebensweise, der Sprache und jen Sitten der Inder beschäftigen, näher einzugehen. Aber Einzelnes von dem dort Gesagten, besonders wo der Verf. seine Behauptungen verallgemeinert undmffe, nicht blos auf die indische, sondern auf alte Religionen anwendet, scheint uns von solcher Art, dass auch jein jüd. Leser sich davon nahe berührt und zu einigem Nachdenken angeregt fühlen muss. Wir haben hier zunächst die siebente und zugleich abschliessende im jtlng6ten Januarhefte der ״ Deutschen Rundschau'‘ abgedrückte Vorlesung im Auge, welche viel Wahres und J$et13rzigenswerthe8 enthält, aber auch Manches, dem wi '1 I . K 11 ,1. ...111 . 1 tlll.!<• ■ müssen glaubten. widersprechen zu w ■r >1 ..■ ר ׳׳•!! tSnitHitoäitr-־ i tltak Mt&Jitmü M. weist nach, wie der indische Glaube anfänglich in den Hymnen seinen kindlich naiven Ausdruck ,ge* funden, wie er dann in den Brahmänas, den Schriften der 2. Epoche, schon mit deutlich ausgeprägten Formen und Gebräuchen uns entgegentritt, und wie er endlich in deu Upanischaden allen äusseren Cere* moniells entkleidet, sich zu rein philosophischer Abstraktion geklärt. Natürlich widmet M. den Upanischaden, welche ihm für seinen Zweck am wichtigsten sind, auch die eingehendste Betrachtung und er gelangt zu dem Schlussurtheile, däss das delphische, fviülh 3iau-:<>v auch den Indern als das Endziel aller Weisheit und aller IL» Religion gegolten, nur dass diese es in einem noch höherem Sinne gefasst. ״Das Erkenne dich selbst der Upanischaden bedeutet־: Erkenne dein wahres Wesen, das Selbst, welches deinem erschienenen Ich zu Grunde liegt, finde und erkenne es im höchsten ewigen Selbst, dem Einen ohne ein Zweites, welches der ganzen erseheinenden Welt zu Grunde liegt.“ Yema, der Herr*, scher der Todten,ן sagt zu dem lernbegierigen Knaben: ״Er ist nicht durch Worte, nicht durch deh Geist, nicht durch das Auge zu erreichen. Wie kann er anders begriffen werden, als wenn man sagt: er is.tl* ״Wennז alle Wünsche, die im Herzen wohnen, י ׳ ״ II schweigen, dann wird der Sterbliche unsterblich, dann erreicht er das Brahman.“ ״Wenn alle Fesseln des Herzens hier zerschnitten sind, dann wird der Sterbliche unsterblich: hier endet ץ . ן* < l meine Lehre. ' | Aber das ist, so wird man sagen, nicht mehr Religion, sondern.Philosophie. M. g^ibt dies zu, hält es aber nicht für einen Einwand, sondern für einen Beweis _ . » , ׳ f . I t«1 : * . »i. dafür, wie die -Menschen .sich vop der Sprache beherrsehen lassen. Religion und Philosophie unterscheiden sich nur in Bezug auf ihre Form und ihren Zweck, nicht aber hinsichtlich der Gegenstände, mit denen sie es zu thun haben. ״Es würde der Religion das grösste Unrecht geschehen, wollten wir sie von der Philosophie trennen; wir würden die Philosophie zu Grande richten, beständen wir auf ihre Scheidung von Religion. Es ist erfreulich, eipe Ansicht, welche im Kreise jüdischer Philosophen stets die herrschend« war, welche ihr gan- » fartfc1 w1 1ויד •s *war