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Das jüdische Literaturblatt · 1879-03-26 · No. 13. (26.3.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 13. (26.3.1879)
Date
1879-03-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 18. Zar Beleachtang aller Jadentham and Jaden betreffenden UterarUeh. Enebefnangen anf dem Gebiete der Pblloiopble. Geeehlehte,Ethnographie, Theologte,Orlentnlia, Exegeae, Homlletlk, Lltargtk, Pädagogik. H e r a u 8 g e g e|b e n von I Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. 'י Magdebnrap, S0. März 1H70. |. i \ Bfleker der elneeblkglge. Uteratar, weiche der Bedaetimt aageeandt werden, finden ln dienern Blatte eingeh.Beepreehang. BelElanendnafvon iwel Receaaionaexemplaren erfclgt aaek Erwähn. L d.Wnckenaehr. Das ״Jüdische!•ltermturblatt“ erscheint wöchentlich!in einem halben Bogen; Preis bei allen BmUmmHzrow (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahr g an g: 6 Mk. Abonnenten der ״IsraejitischenWochenschrift" (die vierteljährlich bei allen Postanstalten nnd Bachhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literatarblatir gratis. — Kaiseratfe werden mit 30 PL für die drei gespaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen!mit 13 Mark berechnet. .( Die Expedition der ״Israelitische;! Wochenschrift“ Inhalts Wissenschaftliche Aufsätze: Vom Kampfe gegen und für das Judenthum uud seine Literatur. Vou Max Weinberg in Magdeburg. — Hiskia in der Agada. Literaturbericht.׳ Recensionen: Joel, Dr. M., Die Angriffe des Heidenthums gegen Juden uud Christen I in den ersten Jahrhunderten der römischen Cäsaren. — MorZen9U‘rn, Dr. J., Verleumdungen gegen die Juden und der Juden gegen die Samaritaner. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Vom Kampfe gegen und für das Judenthum nnd seine Literatur. Von Max Weinberg in Magdeburg Es ist eine nunmehr selbst de1|n blödesten Auge erkennbare Wahrnehmung, duss gleichzeitig und gleichen Schrilles mit dem ersten Auftreten der Agrarier und der Christlich-Socialen, mit dem irstarken der Conservativen und der Ultramontanen,! mit dem immer keckeren Sirhlujrvorwagen und Hervoftrelen aller dieser in sich verwandten Rückschrittselemejnte eine Agitation gegen den jüdischen Volksslamm inis Werk gerichtet wurde, die bald immer grössere Dirtiensionen annahin und leider auch jetzt noch im Wachsen begriffen ist. Rohling’s ״Talmudjude“, die Schriftejn M. Anton Niendorfs und Constantin Frantz’s, die jAeusserungen der Tagespresse aller dieser Parteien, dib Reden in Christlich-Socialisten-Versammlungen und filtramontanen Zusammenkünften, die kritischen Besprechungen in der ״Neuen evangelischen Kirchenzeitung‘‘ des Prof. Messner, die leicht erkennbare und verstimmende Nebenabsicht gelegentlich der Anträge des Cenlrutns auf Beschränkung des Wuchers etc. etc., sie alle! zeigen, wohin wir steuern, resp. wohin wir steuern würden, wenn Männer ihres Schlages das Heft wieder in die Hand bekommen sollten. Weder in den Mitteln, noch in den Endabsichten ist hier ein Unterschied zwischek ihnen und ihren Vorbildern aus den Tagen Torquemüda’8 wahrnehmbar. So unmöglich aber, wie man noch vor wenigen Jahren ein Zurückstenern in jene erst in uhseren Tagen überwundenen dunkeln Gestade der Reäciion gehalten hat, gilt es heute nicht mehr. Von Delbrück sind wir zu Varnbühler gekommen, von oder doch neben Falk zu Kögel, das sind Perspectiven verwandter Art, die die Möglichkeit bereits überholt heben und zur nackten Wirklichkeit gfewoWteh efrüd urfd die' zb decken geben. Diese betrübenden Erscheinungen haben denn auch längst inmitten derjenigen jüdischen Kreise, denen ein^ ruhige uud gesunde Entwicklung des Judenthüms und seiner Stellung zum Staate und unseren christlichen Mitbürgen am Herzen liegt, zu der Ueberzeugang geführt, dass in jenen feindlichen Bes!rebunggn Zweifelsohne j eine nicht zu unterschätzende Gefahr für uns vorliege! und dass unbedingt etwas geschehen müsse, ihnen entgegen zn treten und sie zu paralysiren. Unter den Mitteln aber, die zu wirksamer Aufklärung geeignet sind, nimmt die;,.Aufklärung“ ohne Frage die oberste Stelle ein. Aufklärung über die. erhobenen Anschuldigungen selbst, über ihre innere Wahrheit und ihre historische Entwicklung,! Uber ihre Urssohen und ihre Folgen, Aufklärung aber auch über das Unmoralische und Verächtliche ungerechter und unberechtigter Vorurtheile und über die Stellung,, welche edle und vorurtheilsfreie Geißter der Geschichte zu diesen Fragen eingenommen haben. In unserem Frille aber, wer wäre als historische Autorität, als competenter Beurtheiler massgebender als der Schöpfer des ״Nathan“, Gotthoid Ephraim Lessing? Gerade in diesem Sinne trifft das Wort Gustav Kühne’s zu, dass ״auf Lessing zurückgehen, fortschrei ten heisse.“ Erwägungen solcherart sind es denn auch gewesen, die wie den Lesers der ״Wochenschritt“ aus Nr. 8 d. Jg. bekannt ist, den Vorstand des deutsch-israelitischen Gemeindebundes veranlasst haben, an die jüdischen‘ Gemeinden unseres deutschen Vaterlandes mit dem ,Vorschläge heranzutreten, durch geeagnete Vorträge innerhalb aller jüdischen Gemeinden Deutschlands die gegnerisch erhobenen .Vorwürfe, soweit sie aus dem Volkscharakter unseres Volkes hergeleitet werden, zu beleuchten und zu entkräftigen, durch Vorführung entsprechender Charakterbilder und Scenen aus der Geschichte Israels das Selbstgefühl! als Angehörige desselben wieder zu beleben und durch thanlichste Heranziehung nichtjüdischer Redner and Hörer (jem Dinge einen Rahmen zu geben, der zu jenen feindlichen Bestrebungen eiben lebendigen Gegensatz bildet. Dass daneben eine gleiche Ttiäiigkeit in der Tagespresse und. durch populär gehaltene Broschüren statthaben müsse, liegt auf der Hand. — Da nun der Vorschlag düs üetaelödebtffdesj wiä das aach nicht ftüfdert zu 1•

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