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Das jüdische Literaturblatt · 1879-03-19 · No. 12. (19.3.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 12. (19.3.1879)
Date
1879-03-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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V. Zar Balenchtang aller Joden• thnm and Joden betreffenden literarisch. Erseheinangen anf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,Theologle.Orleotalla, Exegese, Holletlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rnhmer. Majfdohnrif, ll>. März 1(470. T ■■■— . ' I Bücher der ela1eUI|l|m LI- -teratar, welche der Bedaetton sageaaadt werden, Anden ln dieaemBlatte eingeh. Besprachang. Bel Elnaendang ▼on swei Hecennlonsexemplsren erfblgt nach Erwähn. L d.lffochenschr. Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze: Was ist von der Farbenblindheit der Völker des Alterthums in historischer Zeit zu halten? — Trepha und Am-Iia-Arez. Van Dr. L. Lewysohn in Stockholm. — Was bedeutet עיננא*? Literaturbericht: Recensionen: Joel, Dr. II., Die Angriffe des Heidenthums gegen Juden uud Christen i in den ersten Jahrhunderten der römischen Cäsaren. — Loewy, Jos., Der Sterbetag Mose's — Not i'z. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Was ist von der Farbenblindheit der Völker des Altertbums in historischer Zeit zu halten??־ Der Darwinschen Theorie von Üer Züchtung und Vervollkommnung der Arten haben viqle moderne Philosophen mit grosser Vorliebe sich berüchtigt. Nicht nur der ,,blinde‘■■ Homer musste sich die Färbenblindheit gefallen lassen, sondern auch die Bibel, ja selbst das spätere hehr. Schriftthum wurde d£r Farbenblindheit geziehen. Besonders waren es die Färbenempfindungen des Blauen und Grünen, die man nach der Theorie des Philologen L. Geiger dem historischen Alterthume absprechen zu müssen glaubte. Letzterer trat sehr lebhaft für die Ansicht ein, dass die Allen ifur Roth und Gelb gesellen, dass die Grün- und Blaue|npfindung erst in späterer, historischer Zeit sieh ausgetjildet habe. . Dabei hat man freilich übersehen, dass diej ganze Theorie von der Farbenblindheit der Alten an grosser innerer Un- Wahrscheinlichkeit leide, weil ihr eine unbestrittene psychologische Wahrnehmung entgegensteht. Je urwüchsiger ein Volk, desto schärfer ausgeprägt ist sein Natursinn. Die Zulu-Kaffem und Papui’s sehen verinuthlieh heute noch mit blossem Auge ichärfer, intensiver und deutlicher als das bewaffnete Auge des civilisirten Europäers, und wir wagen getrost die Behauptung, dass auch heute unter den von der Cultur noch nicht beleckten Negern und Wilden sich welliger Farbenblinde befinden, als unter den modern gesiehulten Europäern, den Trägern der Cultur und modernen Civilisation. Wir würden selbst diese Bemerkung!unterdrückt haben, weil sie auf Raisonnement beruhend,! nicht entscheidend auf unsere Frage einzuwirkea vejrmag, eine Frage, welche nur die exacte naturwissenschaftliche Forschung dureh minutiöse Beobachtung zum Aostrag bringen kann, wenn nicht der gediegene, von Prof. Dr. Herrmann Das ,,Jiidi welle LlleralurblälC‘ erscheint wöchentlich! in einem halben Boge>; Preis *bei allen BatMHMtMHQMi (in L e i p z i g bei Robert Friese) pro Jahrgang:|61Ik. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allea Postanstalten und Buchhandlungen 3 Hk. kostet) erbalten!das ״Jüdische Literaturblati“ gratis. —Ialemte werden mit 20 Ptj für di« dreigespaltene Petitzeile, buchhändlerisclie Beilagen mit 15 Mark berechnet. Die Expedition der ״Israelititobe 1 WoOMMChrift‘‘ Cohn in Breslau im Vereine für schles. Cultur gehalten» Vortrag ״über Conträstfarbenemp(indung und die (Jn* Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung in historischer Zeit“ und hierzu einen erwünschten Anlass geboten hätte. Er stellt die Farben- und speciell die Blaublindheit in historischer Zeit entschieden ia Abrede. Gegen die Geiger’sche Theorie, dass die Alten nur Rottt-and Gelb gesehen, dass sich die Griln- und Blau-Wahrnehmung erst in späterer, historischer Zeit entwickelt habe, macht er 5 Gesichtspunkte geltend, von denen wohl am meisten die These in’s Gewicht fällt, dass im historisihen Alterthumä atavistische Fälle von Farbenblindhe t überhaupt fehlen, dass es also keinen Farbenblinden gie bt, der wohl Roth und Gelb, aber n^cht Grün und Blau empfindet. Wer Roth sieht, sieht guch Grün und wer Gelb wahrnimmt, empfindet auchieo ipso Blau. Wann die Dichter und Schriftwerke des Alterthums,-— führt er weiter aus — verschiedene Farben mit demselben Namen bezeichnen, so ist dies doch niibt auf mt ngelnde Empfindung, auf Grünnnd, Blaublindheit,, zu •ückzuführen. Lange vor Homer hat man blaue und. gr Ine Farben unterschieden. Von den alten Aegyptern steht dies unzweifelhaft fest. Dor hat jüngst in den Tempeln von Theben und Memphis nachgewiesen, dass di( Aegypter in den ältesten historischeh Zeiten blaue uni grüne Farben für ihre Bilder künstlich gemischt ha3en. Ihr Farbensinn zeigt also keinje Abweichung von dem r.nsri£ejn, entspricht ihm vielmehr genau ia jeder Hinsicht.! Ausführlich verbreitet sich der gelehrte Verf. hierüber n seinem demnächst erscheinenden Buche ״Studien über Farbenblindheit“ Dass! hiermit auch alie Bemerkungen, welche darauf abzielen, die Blaablndheit bei d;n Verfassern der •biblischen Bücher zu constatiren, gegenstandslos werden, leuchtet nunmehr vqn seilst ein. Sohrau, O! .Schl־, Dr. Immanael Deutsch. Von;pha und Am-ha- Allez. [>r. L. Lewysoun in Stockholm. Es sind jtlhgst zwei jüdische Blätter ן vom weltlichen^ Richter veriirtneilt worden, weit sie mittheilten, dass] Rabbiner N. If. trepha gegessen, oder ffetraake^ und“ wleil sie denseil ►qn unter Nachweis vieler groben Schnitzer

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