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Das jüdische Literaturblatt · 1879-03-12 · No. 11. (12.3.1879) · p. Seite 44

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 11. (12.3.1879)
Date
1879-03-12
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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44 — ייייו wnrnmmmmm ■im■^!׳■׳!■ 1׳"והזץמיי^ו^״די^זו^יזי mit bestein Glücke, denn die von ihm geschriebenen geschichtlichen Erinnerungsblätter enthalten viel Lehrreiches und Neues, und so ziemlich Alles, was über die Geschichte der Chewra Kadischa, wie der jüd. Friedhöfe in Wien sich Zusammentragen und sammeln liess. Es gab schon im 14 Jahrhundert einen ,Judenfriedhof* in Wien und zwar lag derselbe vor dem Kärtnerthore. Seit dem 16. Jahrhundert haben wir Kunde von einem Friedhofe im ,oberen Wörth“ (der R06sau), dessen wechselvolle Schicksale uns erzählt wer- <len, und blieb dort die Begräbnissstätte bis zum Jahre 1784, wo auf Kaiser Josef II. Befehl alle Friedhöfe vor die Linien der Stadt verlegt wurden und die Juden den Platz nächst Währing angewiesen erhielten. Die Grabinschriften des Rossauer Friedhofes, wurden von S. G. Stern copirt und von Dr. L. A. Frankl herausgegeben. Dieselben machen uns mit den biographischen Daten vieler hervorragender Familien und Personen ״ bekannt und führt der Hr. Verf die bedeutendsten Namen daraus vor. Maor Katan-Lucerna, Chalfon, Sabat. Horwitz, Gers. Aschkenasi, Sams Wertheimber, Berusch Eskeles). Eine Chewra Kad bestand schon in Wien um das Jahr 1380, aus welcher Zeit eine hebr. Einladung zur Chewra-Malzeit mitgetheilt wird; die ältesten bekannten Statuten datiren aus dem J. *1764׳, einem Zeitpunkte, wo unter Maria Theresia’s Regierung den Juden ein schüchterner Lichtstrahl der Duldung aufging. Eigentümlich nimmt sich da die Bestimmung aus, dass zur moralischen Bildung der gemeinen Klasse ein hiezu tauglicher Mann bestellt werde, der alle acht Tage ״eine moralische Predigt in deutscher Sprache‘־ halten solle — ein Paragraph, der in uSum delphini abgefasst wurde. David Wertheim war um diese Zeit der Neubegründer von gemeindlichen Institutionen; der um die Wiener Gemeinde ein gleiches Verdienst sich erwarb, wie vorher Koppel Lewi Frankel (der bei der Vertreibung der Juden im J. 1670 den Gottesacker für baares Geld erkaufte), Samson Wertheimber und der Hofjude Samuel Oppenheimer. Der Verf. reproducirt ein anerkennendes Urtheil über des letzteren Finanz- Operationen aus dem Generalstabswerke ״Feldzüge des Prinzen Eugen“ (1878), ein ehrendes Zeugniss der patriofischen Wirksamkeit der alten jüd. Finanzmänner. In ähnlicher Weise verknüpft der Verf mit der Geschichte des Währinger Friedhofes anziehende Mittheilungen über die Wiener Gemeinde vom Anfänge unseres Jahrhunderts bis auf die letzte Zeit und gibt biographische Skizzen von den notablen Personen — Dichter, Gelehrte, Schriftsteller, Rabbiner, Vorsteher, Menschenfreunde und Wohlthäter — die in dieser Nekropole ruhen, deren Andenken aber in der dankbaren Erinnerung der Nachwelt fortlebt. Der Verf. weiss auch Bekanntes mit neuen Zuthaten aus archivalischen Quellen _zu illustriren und ist überhaupt auf diesem Terrain so zu Hause, dass er immer zu belehren und zu unterhalten weiss. Es wird wol manche kleine Berichtigung nicht zu vermeiden sein, wir wollen jedoch nur auf eine irrige Auffassung der Talmudstelle Gittin 13a דברי שביב מרע בבתובין יכמםורין דמי hinweisen. Dieser Rechtsgrundsatz will besagen, dass Verfügungen des Kranken ohne Erfüllung der Rechtsformen — der Ver- Schreibung bei unbeweglichen, der Tradition bei bewegliehen Gütern — auch giltig seien. Hieher gehört auch der Grundsatz (Ketub. 69b): מצדה לקיים דברי דמת — für die hohe Schätzung, welche die Alten den ״letzten Liebesdiensten“ (גמילות חסר) schenkten, gibt es ja der Belagstellen genug. Ein schöner, sinniger Gebrauch geht nicht unter. Den wurden schon vor vielei keilen zu Theil (die וראי! — auch den Todten Rechtes“ Und das ist 26. Februar. au $ verdienstvollen jüd. Todten Jahrtausenden Dankfeierlich- רגלא דאמ und die אשכבתא) neuerer Zeit ,,geschieht ihr und verdient Anerkennung. —m —111. r jeht Lippe, C11. D., Bibliograph. Lexicon der gesamniten jüd. Literatur der Gegenwart und Adress• Anzeiger. 1 Lief. Wien 1879. Selbstverlag. Der Herausgeber dieses bibliographischen und — wie Soll ich sagen — adressgeschäftlichen Unternehmens, ein vormaliger jüd. Buchhändler, verfolgt mit dieser Publication den Zweck, ״etwas für die Regelung und sei es auch nur der geschäftlichen Beziehungen und Verhältnisse“ der jüd. Literatur zu leisten, insbesondere die Missstände und Ungeheuerlichkeiten des sogen, spe• cihsch jüd. Buchhandels abzustellen. Er schilder! ausführlich in dem Vorwor.e (deutsch XII, hebr. III S.) welches trosilose Chajos, welche Unsolidarität und Unwissenheit dieses Gebiet beherrsche und führt hierfür auch einige schlagentie Beispiele aus seiner Erfahrung an. Um nun das jüd Büchergeschäft zu einem so musterhaft geregelten Geschäftsorganismus zu machen, wie der deutsche Buc 1handel, hält der Herausgeber vor allem das Erscheinen eines jüd Handbuches z1׳r Orientirung auf der jüd. Literatur der Gegenwart für nothwendig. Jüd. und deutsche Buchhändler sollen durchaus Kenntniss erlang( n ׳on der Existenz, Bezugsquelle und Preis der Erscheinungen, Adresse der Autoren, die meist Selbstverleger sinu etc. Damit aber auch der Kundenkreis den Huch! ändlei n nicht fehle, werden Adressen von allen möglichen Berufspersonen, die ein Interesse am Judenthum haben, aus aller Herren Ländern gesammelt und dqniit ein specilisch jüdisches Adressbuch ge«chaflfen. Ob der gewiss nur löbliche Zweck durch das vorliegende Ur ternehmen wesentlich gefördert werden wird, wollen v׳ir der Erfahrung überlassen. Dieser wäre vielleicht d ircli die vom Vf. schon einmal versuchte Herausgabe eines periodisch erscheinenden Bibliogr. Anzeigers viel wirksamer zu erreichen, da ja immer neue Literatur Erscheinungen hinzukommen. Sollte aber schon ein abschliessendes .,Bibliogr. Lexicon“ (!) geboten werde 1, dann musste der Ballast des Adressanzeigers wegfällt n, was ein ganz besonderes, practisch-geschäftliches iJnternehmen ist, dann musste ein bestimmter Plan dieses Sammelwerk beherrschen, dasselbe sich auch nicit auf lebende Autoren allein erstrecken, und wiederum nicht Unbedeutendes, oder gar jeden Zeitungsartikel umfassen, die ja bei vielen Autoren recht breitspurig angeführt werden, und alles persönliehe Schönthan (Lobhudeleien) wegbleiben. Es scheint auch das Ganze zu breit angelegt und wird dadurch zu theuer werden. Genauigkeit ist des Herausgebers starke Seite nicht, obzwar er sich auch in dieser Beziehung redlich bemüht hat. Wir wünschen Hm. Lippe, dass er die Publication zu Ende führe, und wenn wir uns auch mit der Anlage ni :ht ganz einverstanden erklären können, so ist es doch immer besser, dass sie überhaupt erscheint, als wenn sie [nicht das Licht der Welt gesehen hätte, denn sie kann Die jüd. מו״ס werden i.ber dadurch schwerlich gebessert werden. BrlefkMtc Herrn Rabb. Dr. 14. i ״für die ganze Seligkeit ein termonate; sie werden gleich doch grossen Nutzen stiften. -m. n der Kedaetion. 1 8(. Ihre ״Lit Notizen“ sind nicht g efroren“,־sondern nur für einige Winwieder ״zur Fortsetzung“ erwachen. •) David Oppenheim starb im 60. Lebensjahre (60 Jahre ist'! Herren Rabb Dr W wohl nur Druckfehler}. , wreiter^Re£like1^fibe^22Mtjf VerantwortUeW in T*f 19. in lt., R. in A. haben wir keinen Raum. Für Dr. Iskner in Magdeburg. Druck von H. Horbach in tiarbj. virlag von Robert Friese in Leipzig.^ ä 1.

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