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Das jüdische Literaturblatt · 1879-03-12 · No. 11. (12.3.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 11. (12.3.1879)
Date
1879-03-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wo. 11. Jüdische Literaturb Znr Belenchtfing aller Joden• tbam and Joden betreffenden literarisch. Erscheinungen anf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie,The• ologle.Orlentalia, Exegese, Ho• miletlk, Litorglk, Pädagogik. II erausge geben von Rabbiner Dr.!Moritz Rahmer. Mngftlebnrß, 19. März 1879. Bacher der «buehUglcei Literstar, welche der SedMtira zagewadt werde■, fledern im diewm Blatt« elngch-Beefrech• Bag. Bei Elmsemdaas von *wei BeeemeloaseKemtplsrea erfolgt each Erw&ha. L d.Wocheneehr. Da. ״Jüdlürlir Lltcrmlarblattu erscheint wöchentlich in einem halben Bogem; Preis bei allen Bachhmmdtaagn■*(in Lei pzig bei Robert F riese) pro Jahrgang :6 11k. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (dievierteljährlich bei allen Fi 111t ■ intnltams nnd Buchhandlungen 3 11k. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblall“ gratis. —!■Senate werden mit 20 Pt für di• dnigespaltene Petitzeile, buclihftndlerisclie Beilagen] mit 13 Hark berechnet. [ Oie Expedition der ,.Israeiitiaohei Wophenschrift.“ ■ nhsaltt'. | Wissenschaftliche Au fs fttze :י Zum Sfchutz der neuhebräisehen Literatur m Russland. Von Nathah T. Sokolow in Hakow (Russland). — Noch einmal (las puch Esther. ,Literaturbericht: Recensionen: Wolf, G., Die jüd. Friedhöfe und die Chewra Kadischa in Wien. —[ Lippe , Bibliograph. Lexieon der gesammten Literatur der Gegenwart u. Adr.-Anz. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Zum Schutz der neuhebräischen Literatur in Russland. Von Nathan T. Sokolow in Makop׳ (Russland). (Schluss.) Mit dieser Verworrenheit harinoftirt auch vollständig der Vorwurf einer falschen Ansclijauung hinsichtlich der Aufgabe der hebräischen Sprachle, den der Vf. deu sämmtlicben Literaten macht. Stein eigener Standpunkt ist sehr schwankend. Anfangs scheint er die ganze Tragweite des Nutzens und des Wirkungskreises der hebr. Sprache zu erkennen, und zum Schluss stellt er sich den Vertretern des Gedankens einer! universalen hebr. Literatur schroff gegenüber, und will dieselbe auf eine tendenziöse, richtiger auf eine Missionsäufgabe beschränkt wissen. Es liegt dieser Auffassung |der Utitilätsgrundsatz zu Grunde: ״der Mohr hat seiife Schuldigkeit getlian, der Mohr kann gehen.“ Die Bedeutung der hebr. Sprache bei uns ist aber so verschiedenartig, dass wir sie nicht in den Boden einer Tendenz; begraben können. Sie bietet den unumgänglich erforderlichen Schlüssel zur Lehre der Moral, Ethik und Geschichte des Judenthums, ihr gebührt das Verdienst, ,die Wissenschaften zum Gemeingut Jener zu machen, denen europäisches Wissen mangelt, rn|t dem ersten wird sie unsere klassische Sprache, mit dem letzteren das treibende Element zur Aufklärung, 1|a sie fördernd und anregend zum Erlernen moderner Sprachen und Wissenschaffen wirkt; und so kann sie wöhl, da sie so viel gelesen und verstanden wird, als geistige Nährmutter vieler Tausende den Anspruch erhebejn, eine selbstständig organische, alle Zweige des menschlichen Wissens umfassende Literatur zu besitzen. - 1 Weiter fängt eine Reihe von Schmähungen auf die solidarisirten Literaten an. ׳ Es kann mir nicht einfallen, die so geschmähten jüd.Schriftsteller vertheidigen zu wollen, da. ich es auch zwischen den Zeilen mebt herauslesen kann, wer eigentlich gemeint ist. Der Vf. nennt 3 Pioniere, J. B. Lebensohn, A. B. Lewensohn, 8. Finum (vielleicht Fin?), und spricht auch ihnen die anerkennter) Verdienste schlechtweg ab. Zwar zeugt der Auadruck ״Pioniere“ von einer nebelhaften Vorstellung Uber die hebr. Literaturgeschichte und die Gruppirung dieser 3 Männer, deren Richtungen grundverschieden and auseir anderlaufend waren, von der völligen Unkenntnis» ihrer Leistungen, dennoch steht fest, dass J. B. Lebensohn einer derjenigen geistigen Führer war, der an der Wiederbelebung y der in Unwissenheit und Stumpfsinn versumpften jüd. Gesellschaft eifrig gearbeitet haben, dejr jüngst verblichene A. B. Lewensohn (א״דם), ein Poet, dep der hebr. Sprache ihre Herzenslaute abgelauscht halt, und Hr. Fin ein geistreicher Schriftsteller ist Die ätzende Kritik gegen diese drei ״berühmt" za nennendeh Literaten ist ebenso respectlos als unbegründet. Der Verf. nahm sich leider keine Zeit, das eigentlich zu lesen, wps er zu verurtheilen schon im Voraus entschlossen war. Den genannten drei Schriftstellern schreibt er einerseits Jünger zu, als wären sie epochemachend,' und dann verdämmt in seiner bis zur Blindheit gehenden Eingenommenheit in diesen Jüngern alle Literaten. Nur Eins kajnn ich aus seinen Schmähungen entnehmen. Er wirft, wije gewöhnlich, allen hebr. Literaten vor? dass sie keine Apstände und Rücksichten kennen und religiöse Angelegepheiten mit Verachtung in ihren Schriften behandeln״ Dieser Vorwurf ist höchst generell, hier wäre zu1 specificiren und die Kritik auf realen Boden zu stellen. Dpch immerhin ist es gewiss, dass solche liberale Meinungen die im Auslande unter unseren Glaubensgenossen* öffentlich proclamirt werden, auch nicht von den unacerpdirten hetorodoxen Schriftstellern in ihren Schriften ohne Vorsicht und delicater Behandlung aufgenommen werden. Der Autor hat nicht ein Wörtchen für die Redacteiure der period. hebr. Schriftep, die ei^i® reiche Füll® vpn unterhaltenden Erzählungen, anregenden Belehrungen und practischen Winken für das Leben enthalte^ , füjr Schriftsteller, 'die sich die Aufgabe gestellt haben, inj Abhandlungen ▼on unterhaltender Form Belehrungen ans dem Gesammtgebiete des Wissens auf seiner jetxigeik i. i: .w., ■ -•* ™

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