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Das jüdische Literaturblatt · 1879-02-19 · No. 8. (19.2.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 8. (19.2.1879)
Date
1879-02-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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'י '.*»•זיו:,*״1.,;!זז-־די־ r. •1־t י• t ן * •°11.1!1 י1׳זזז!'hi-סד. ״ז PoKr'ihnO .1׳׳f; 1a1:»ui: Zur Bslcuehtaug aller Jadentham and Jaden betreffenden llterarieeh. Erteheioaugcu an( den Gebiete der Phlloeophie. 6eeehlehte,Ethoographle,The• ologle,Orleatatla, EXegeee, Ho- ■tüetlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahoier. Magdeburg, 19. Februar 1870. Bücher der etnaehligigea LIteratar, welche der Bednctiaa sageeandt werde■, finde■ lr dleeewBlatte elageh-Beepreeh-. nag. Bel'Vllaeendiag ronawet Beeeaatoanexemplare■ erMgt, ■ach Erwiha. L d.Woeheaeefcr.; ... 1.11 rn.־ 1׳ /I . Das ״Jüdische Literatarblatl1‘ erscheint wöchentlich in einem halben Bog»; Preis bei allen Bnchhasdlaigea (in Lei pzig bei Robert Friese) pro J ahrg ang:|$ Mk. 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In unserer raschlebigen Zeit, in der auf allen Gebieten des Wissens neue Erfindungen, läysleme und Hypothesen schnell aufeinander folgen, kann man auch die Wahrnehmung machen, wie rasch; solche eben aufgetauchte Hypothesen, nachdem sie eiftige Zeit auf dem Strome wissenschaftlicher Bildung als stolze Wellen einhergezogen, von neu herandringenden; Wellen überholt und verschlungen werden. Wie lange ist es her, dass Rdnan’s Hypothese von der allen Völljerstäni inen semitischer Race innewohnenden, angeborenen monotheistisehen Idee durch die wissenschaftlichen Blätter ging und von ihnen allen als Wahrheit acc^ptirt wurde?, bot sie doch eine gar zu bequeme Handhabe, dem alten, auf den Monotheismus stolzen Israel die Krone der Auserwähltheit vom Haupte zu reissen, und ihm, — während man kurze Zeit vorher noch zu beweisen gesucht hatte, dass der israel. Monotheismus durchaus nicht so rein sei, wie man ihn ausgab, dass er vielmehr, unter die Lupe gelegt, eigentlich nichts anderes sei, als ein mehr oder minder verfeinerter Polytheismus (dichtete man ihm dochStemen-Schlangenu. Baum-Anbetung an),— sodann zuzurufen: ״Seht, Euer Monotheismus ist nicht Euer eigenstes Eigenihum, nicht ein besonderer Vorzug für Euch, sondern ein allen Völkern semitischer Race Ge- ׳ i meinsames, Ihr verdankt ihn sonach aüch nur dem Zufall Euerer Racenzugehörigkeit!“ Es ist nicht lange her, sagen wir, dass diese Renan'sche Hypothese die Runde durch1 die Wissenschaftliehe Welt machte, und besonders war’s das in Augsbürg erscheinende ״Ausland“ von Friedrich v. Hellwald, das in die Fanfare stiess und die neue RCuau’sche Lehre in alle Welt hinausposaunte. Und heute? Da stehen wir am Grabe jener so enthusiastisch begrüssten Hypothese, und — o Ironie des Schicksals, oder richtiger: 0 Macht der Wahrheit — das ״Ausland'׳‘ selbst ist es, das in einer seiner vorjährigen Nummern (39) zum Rückzug bläst, jene Rdnan'sehe Hypothese als nicht stichhaltig bei־ Seite wirft and 18. rael’s Monotheismus das Erstgeburtsrecht einräumt. Unter der Ueberschrift: ״Der israelitische Monotheismus“ bringt die genannte Nr. aus kundiger Feder einen' Artikel, der wie folgt beginnt: ״Unter den Völkern, welche im Laufe der Jahrhunderte dem im Menschen festgewurzelten Einheits- und Gleichheitsdrange am mächtigsten zam Ausdruck verholfen haben, stehen die Israeliten obenan Die Ausbreitung der religiösen Einheit beinahe Qber die ganze Oberfläche unseres Erdballes (es ist kurz vorher von den Universalreligionen Buddhismus, Christenthum und Islam die Rede, R.) ist eine ehrfurchtgebietende Erscheinung, welche unsere höchste Bewunderung, unser regstes Interesse verdient. Und doch hätte sie nimmer einen so glänzenden Sieg za erringen vermocht, wäre sie nicht schon längst früherem einem beschränkten Kreise, ja sozusagen in einem verborgenen Winkel, gehegt und gepflegt worden, hätte sie nicht in der Stille bereits Wurzel gefasst Der ursprüngliche Gedanke von der religiöaen Einheit liegt klar und deatlieh in Monotheismus der Israelit*«, derc* ganzer Schicksals- und Lebenslauf dadurch gekennzeichnet und beherrscht wird, die gelitten und gekämpft haben, •O dass er die reifste und köstlichste Frucht ihrer Cultar ,r ward. ' ן ״In früherer Zeit wurde die Frage der Entstehung des isr. Monotheismus — heisst es daselbst weiter —- ausschliesslich auf übernatürlichem Wege beantwortet, d. h. die Israeliten worden als •ein auserkorenes Volk hingestellt, dem jener Gottes begriff im Wege der Offenbarung mitgetheilt worden sei. Diese Lösung schneidet aber jede Forschung von vornherein ab. ״ Die Gegner der Offenbarungstheorie, zuma] inFrankreich, verfielen in das entgegengesetzte Extrem, indem* sie die Frage auf das rein geographische und ethnographische Gebiet verpflanzten und den israelit MonCK theismus als ein natürliches Ereigniss der Bodengestal- , tu11g des Landes sowie der Beschaffenheit der semitisehen Race zu' erklären versuchten. Renan speziell 1 ' ־ ך• -]

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