Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 6. (5.2.1879)
- Date
- 1879-02-05
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
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— 24 — האשה דייקה מותרת בדיעבד מאחר שקיבלה :sagt hierüber קידושק נמורץ מב׳ אלקנה כהן אך ח״ו לצרף דעתי אפילו לדברי חולין כי אם שיסכימו שני גאונים הרבנים דקהלתבם אז בצירוף שני הגאונים המתים הבדלו בץ החיים עם_מכ״ת ועוד כשיסכימו עוד שני הגאונים מפורסמים אף אני אהי* עמהם ♦ ♦ ♦ כי קשה.גירושין• Bei all dieser Aengstlichkeit nicht selbstständig zu entscheiden, ist es doch, allzu klar,’ dass man nicht mehr den rigorosen Standpunkt einnehmen konnte, die Descendenz einer verehelichten Proselytin oder einer wieder zum Judenthum Zurückgetretenen als die einer זעה zu behandeln, obwohl solches im Talmud und Schulchan Aruch deutlich ausgesprochen wird. Wenn hier das Thema auch nicht erschöpft ist, so mögen doch diese Zeilen zum weiteren Nachdenken Anregung geben, was einzig und allein hiermit beabsichtigt ist ,_ Literaturbericht. - Reeeadoar■. Gierse, Albert, Ideal und Leben. Aestetisclie Studien- I. Theil. (Zweite Auflage. Naumburg a. S Verlag von Rauchbach & Co. Das Werkchen behandelt in populärer, Anspruchsloser Weise die verschiedensten poetischen Gegenstände in buntem Durcheinander. ,Der Materialismus in der Dichtkunst“, ,Fünf Albumblätter an junge Lyriker“, ,Börne über Göthe“, ,Das Volkslied undsdie deutsche Lyrik“ etc. etc. Das Hauptstreben des Verfassers geht dabei dahin, die besprochenen Dichtungsarten resp. die Poesie überhaupt von solchen Stoffen zu säubern und fern zu halten, die ihrem eigentlichen Wesen widerstreben, daneben lebende wie heimgegangene Poeten gegen mancherlei unberechtigte tagesübliche Aüsstellungen^zu vertheidigen und den Sinn für unsere poetischen Schöpfungen im Allgemeinen zu wecken und zu beleben. Wenngleich dabei die populäre Haltung des Ganzen auch uns zweckmässig erscheint, 80 dürfte doch eia wenig mehr Tiefe dem Buohe zugute gekommen sein. Auch scheint uns der Herr Verfasser einige' der besproohenen -Dichter und ihrer Schöpfungen über Werth anzuschlagen. Zu den gelungensten Partien des Buches zählen wir die bereits erwälinfe Abhandlung ,Börne über Göthe“, aus der als Probe die nachstehend# Charakteristik Börne’s hier eine Stätte finden mag: ,Börne war ein Römer, der mit catoniscber Strenge die heiligen Rechte der Menschheit bewachte; nie hat ein Prophet mit grösserer Gewalt semen Glauben vertheidigt, nje hat die Freiheit einen so würdigen Apostel gefunden. Ich will an die schönen Worte erinnern, die bei seinem Tode ein deutscher Dichter sang, gewiss das Treffendste, was von ihm gesagt werden konnte: _ Ob ruhig'nur ein Grabeshagel, Ob seiner Hü'le Kerker sprang, Ob auch sein Geist auf kühnem Flügel Vom Lichte za der Erde drang, Ob auch die Himmel ein ihn tragen, Ob auch ihr Thor geöffnet sei. Er wird den Gott zuerst befragen: Ist man in Deinem Himmel frei?“ Die Ausstattung des Buches ist «ine recht gute. Magdeburg. Max Weinberg. Alfieri, Vittorio, Saul, Tragödie in fünf Acten. Deutsch von Dr. Karl. Schäfer. M. Gladbach n. Leipzig. Emil Schell mann. hat zwei Dramen biblischen Stoffes geschrieben, die noch heüte, so oft sie aiif den italienischen Bühnen aufgeführt werden, jenen Enthusiasmus erwecken, der eben nur bei den heissblütigen Südländern einheimisch ist. Abel und Saul. Beide stehen selbst unter den Dichtungen Alfieri's als classische Absonderlichkeiten da. Saul, der uns in deutscher Uebersetzung zur Beurtheilung vorliegt, ist durch seine lyrischen Monologe, die nach der Vorsteilung Alfieris zu singen sind, als ein Versuchsstü?k anzusehen. Die knappe, dem Italienischen eigentlich fremde Sprechweise Alfieris, namentlich «her der Umstand, dass er die vielbn Vertranenspersonen seiner französischen Vorgänger von der Buhne verbannte, Hessen ihn zu den Monologen greifen, die im Saul theilweise die eigenthiimliche Gestaltung der lyrischen Interinezzo’s annehmen. Ueber die Frage, ob Allieri für uns Deutsche oder vielmehr lür unsere Bühne verwendbar sei, ist vielfach gestritteu worden, doch gehört dies nicht hierher. Wer Originale nicht lesen kann, dem werden Uebersetznngen nur selten den vollen (Jenuss ersetzen. Nicht immer findet ein Kuripides einen Schiller. Herrn Schäfer, der in seiner Vorrede diese Ueber- Setzung des Saul etwas anspruchsvoll unkilndigt, ist die Wiedergabe der Eigenthümlichkeiten Alfieri’s nur theilweise־gelungen Die lyrischen Stücke sind ihm besser gerathen, als der Dialog. Manche Härten haben ihren Grund in der Aengstlichkeit, sich an das Original zn halten, doch sind manche andere auch damit nicht zu entschuldigen Details würden uns zu weit führen. Eine Besprechnng der Anlage des Original-Dramas, die einzige Seite, die streng genommen in dieses Blatt gehört, wäre jetzt nicht am Platze. Wir consiatiren also nur, dass das Büchlein für solche, die Allieri nicht im Original lesen können, immerhin einen Ersatz bietet,, und ihnen einen Begriff von dieses Dichters Eigenthümlichkeiten in der Anlage seiner Dramen geben wird. Zürich. Kisch. Gastfreund, Dr. J., תולדות, יעללינעק. ßrodyl«78. 12°. 16 S. Diese Blatter sind als eine Fortsetzung des in Nr. 44 vor. Jahrg. von uns angezeigten מכתם להזכיר zu betrachten. Sie verbreiten sich abgesehen von einer kurzen, populär gehaltenen Analyse des von Jellinek jüngst edirten לקונטרס הכוללים über d'e Lebensschicksale und Familienbegebenheiten der drei Brüder Adolf, Hermann und M or. i tz Jellinek. Besonders wird sich Herr G. den Dank der Leser verdienen durch die biographischen Angaben über den genialen, im Alter von 26 Jahren unter Windisciigrütz unseligen Andenkens in Wien Standes rechtlich erschossenen Hermann Jellinek. Ueber den sonstigen Werth dieser Blätter haben wir dem in Nr. 44 v. .1. Gesagten Nichts hinzuzufügen. —nc— Hrn. I)r. M. in B• Die Verzögerung liegt nicht an uns, sondem an dem betr. Hecensenten, bei dein das Buch — ״lsgert“. Wegen solcher Vorkommnisse ist es gut, dass zwei Recensionsexemplare der Redaction zugesandt werden, dam kann sie Remedur eintreien lassen. Ihr übersandter Artikel wird aufgenotnmen werden. — Hr. Dr. A. Sie haben bezüglich der Recension des DessauerVhen ״Schlüssel zum Gebetbuch“ ganz Recht; wir hatten dieselbe bona fiele aufgenommen. Das Gedicht.— wenn Raum. Wir wiederholen bei dieser Gelegenheit, dass Recensionen über Bücher, von denen uns kein Exemplar zur Einsicht zugegangen, keine Aufnahme finden. Hr Dr F. in Ei. Hatten sie das Hebr. mit Qua d r a tsc 11 r i ft geschrieben, wäre Ihr Art. 8׳hon längst abgedruckt; doch 8011 er demnächst — sobald wir nur Zeit gewinnen, die Citnte zu Uberschreiben — zum Abdruck gelangen. Alfieri, der Begründer des modernen Dramas in Italien, ein ebenso genialer als eigengearteter Dichter,? erfcatw örtlicher fadsttws Dr. Ra hm er in Magdeburg. Druck i Berichtigung. In vor Nr. S. 19a Z. 44 muss es statt: Rabbi I Isaac de Troyes heissen: Rabbi Salomo Jizchaki, vulgo Raschi. von H. Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.