Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 4. (22.1.1879)
- Date
- 1879-01-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Znr Beleachtang aller Jndentänm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen aaf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte.Ethuofcraphie,Theologie,Orientalin, Exegese, Ho• miletlk, Lltarglk, Pädagogik. J Herausgegeben ■ von (Rabbiner I)r.!Moritz Hahmeiv I! Mafdeburt, Januar 1S70. . Bücher der eiaacMäglcea Ltteratar, welche der Redactlan zagesandt werden, Anden in dienern Blatte einyeh.Be«yreehnng. Bei Ein-iemdu.J m zwei Becenatonnaneinplarjen erlblgt nach Erwähn. L d.W»rhunecht׳. Dan ״JüdlHrhr Eilteratnrblatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bbgan; Preis bei allen BkMMMHmimi (in Lei pz i g bei Robert Friese) pro Jahrgang:6fctk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 3 llk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Inserate werden mit 20 PC für di• dreigespaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 13 Mark berechnet. * Die Expedition der ״Israelitische 1 Wookesdchrift.“ Inhslti WissenschaftlicheAufsätze: Moses und J<)9ua. Eine kriegshistorische Studie. — Chacham Zewi undj seine Gegner in Altona.! Literat 11 rbericht: Recensionen: Gierse, Albe(t, Die Geschichte der Juden in Westfalen während des Mittelleiters. Notizen: 1—2. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe! gestattet. Moses und Josua. Eine kriegshistorische Stud|ie. (Schluss.) Vom Berge Sinai wendete sich Moses nordwärts durch die Feuersteinwüste und die W nach Kades Barnea, fünf 3Ieilen südwestl; Meeres, welche Strecke von 45 Meilen nach dem Calcul Hoffmeisters nicht in kurzen Tägemärschsn, sondern in Tagereisen von vier Meilen Länge zurücl:gelegt wurde. Dem jüdischen Heere gingen zahlreiche voraus und Hoffmeister sagt, dass die ili Instructionen an die Landesbeselireibungs-Vorschriften des modernen Generalstabs erinnern. ״L nd besehet das Land, wie es ist,“ sagte Moses zu ihnen,!und das Volk, das darinnen wohnet, ob es stark sei od!£r schwach, ob wenig oder viel ist; und was für ein Lan^l ist, darinnen sie wohnen, ob es gut oder böse sei, uijd was es für Städte sind, darinnen sie wohnen, ob sile in Gezeiten oder Festungen wohnen, und was für ein Land es sei, ob fett oder mager, und ob Bäume darinnen sind oder nicht.“ Die Berichte der Kundschafter | waren leider ss muss unter ihnen gewesen sein! Einige erschreckte Generalstäbler veranlassten sogar eine Empörung im jüdischen Heere, istc Paran bis ch des Todten Kundschafter nen ertheilten so dass Moses wieder südwärts umkehren das Gebiet östlich des Todten Meeres, 8 Iso auf einem weiten Umwege nach Kanaan zu gelangen. Erst nach 37 Jahren machte sich Moses mit seinei)! Volke nordwärts auf den Weg, unterwarf die Moabjiter und Aino• riter am östlichen Ufer des Todten Meeres — aber es war ihm nicht ־ergönnt, die Frucl t ja Anstrengungen, Ausdauer, Mühen and Dt zu sehen, die Zukunft seines Volkes und gestifteten Religion gesichert zu wissen, denn mitten in der Arbeit zur Krönung seines Werkes j begriffen, rief musste, durch hrzehntelanger angsale gereift der von ihm ihn der Herr am Beige Nebo zu sich. Erst Josaa nnterwarf Kanaan nach Ueberschreitung defl Jordan und nach den blutigen Sjägen hei Jericho, Ai lind Gibeon. ' Die Reflexionenj welche Major Hoffmeister über die Taktik der Judeln anstellt, sind ebenfalls sehr interessant. Er versichert uns, dass die Heerführer der Juden im Gegensätze zu der Taktik der ParalIel-Schlachten aus der Zeit vor Eplaminondas ganz klare Begriffe von den Vortheilen der iJeberraschung und äll£r jener Manöver hatten, welche auch in unseren Zeiten als—die entscheidensten zur!Erringung des Siegel angesehen und angestrebt werdien So war die Grundidee Josua’s zur Schlacht bei Aii dureh die Annahme ^iner ungünstigen Stellung den )Feind zum Gefecht z|u bewegen, ihn durch einen verstellten Rückzug nachzuziehen und sodann durch eine allseitige und plötzliche Offensive in die Mitte zu nehmen und zu vernichten. Die Schlacht von Gibeon in der Josua aus Sehnsucht njach frischen . Truppen ausrief: ״Sonne stehe stille zu (Gibeon und Mond im Thale Ajajlon“, begann ebenfalls mit einer Ueberraschung, indem Josua nach einem Nachtmarsche plötzlich im Angesichte seiner erstaunten Feiude erschien ' und rasch über dieselben herfiel. Zu den schwierigsten Problemen, welche die^üdisehen Heerführer während des Zuges da rep die Wilsten״ zu lösen hatten, gehörte ohne Zweifel die Verpflegung’ des an 21/! Millionen zählenden Volkes. Obwohl die Juden ziemlich viel ן Vieh mit sich geführt hatten, so war doch Fleisch kein Bestandteil der gewöhnlichen Tagesration. Moses! scheint den Gennss von Fleisch nur für besondere Festtage, für Kranke und zu ritualen Zwecken erlaubt zu!haben, wjjil sonst die Sehnsucht nach den Fleischtöpfen Egyptens, die ewige־״Klage: ״Unsere Augen sehen nichts denn Manna“, und endlich' die Gier, mit welcher das Volk gelegentlich eines Wachtelregens das nach rohe Fleisch dieser Thiere verzehrte, nicht rechjt erklärlich wären.' Dem Mangel an Wasser wurde! offenbar dadurch abgeholfen, dass die Jaden bei jeder Quelle, an jedem Brunnen ihre ־ Bocksbeutel füllten,( (wie es heute noch in wüsten und wasserarmen Gegenden geschieht. Man muss an die Schwierigkeiten denjken, welche ein modernes Heer^ bei seinen Operationen za über-