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Das jüdische Literaturblatt · 1879-01-15 · No. 3. (15.1.1879) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 3. (15.1.1879)
Date
1879-01-15
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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woll :en, dies za verhindern. Er räumt also den Schöffen in Betreff des Judenschutzes eine grössere Macht als e einen Beamten and sogar ein gewisses Aufsichtsrecht über dieselben ein. Pie Schöffen scheinen sich auch der Jaden in dem Masse angenommen zu haben, dass sie in Folge dessen manche Beleidigungen zu >rtra»en hatten, weshalb der Bischof in einer Urkunde vom Jahre 1312 erklärte, dass er, wenn Jemand die Schöfen oder Bürger wegen der jetzt oder später in Osn. wohnenden Juden sollte beleidigen wollen, er dies als Hauptherr (principalis) nach dem Beschlüsse und mit Hülfe der Bürger nach Kräften verhindern werde. Viell iicht hatte diese Erklärung indessen nicht die gewOnschte Wirkung und die Schöffen wurden in ihrem Jude!!schütze etwas lässig, kurz 1317 sah sich der Bischof Neue genöthigt, letztere zu ersuchen, die Juden in den ihnen vom Bischof verbrieften Rechten wie gegen Beleidigung und Gewalt zu schützen und, wie es schon in dek״ Urkunde von 1309 heisst, in späterefi Urkunden sifch jedoch nicht mehr findet, zu verhindern, dass den weder von ihm, noch von seinen Beamten, noch Von -!Luderen Unrecht geschehe. Den sonstigen Inhalt ■der Urkunde von 1309 giebt Herr Gierse nicht ausführlich genug an upd versäumt z. B. ebensowohl darauf!veisen, dass das Zeugniss eines Christen gegen Juden nur dann genügen soll, wenn derselbe Bürgdr in Osn. ist und auch bei den Juden in gutem Rufe steht, quem Judei reputent bone fame, wie dass eine Sphlägerei eines Juden auf offener Strasse nach dem le der Schöffen nur mit 4 Mark geahndet wer- 1 hinzu ,einen Urthe den sbllte. (Schluss folgt.) Notizen. 11 Das Londoner ״Athenäum* schreibt: ,Die Pariser Kabbinerschule will dem Beispiele ihrer Schwesteranomal en in Breslau, Berlin und Pest folgen und Programme ausgeben. Wie wir hören, wird die Anstalt demni.chst das arabische Original von Maimonides ם' “.מצות herausgeben. Es gibt davon, unseres Wissens nur je e i n3Ianu8cript in Paris und Oxford. Da die hebr. Uebersetzung des Buches sehr incorrekt ist, so wird das Original von grossen Werthe sein.“ Rev. W. H. Lowe, Leiter des Hebräischen am Christ-College in Cambridge, wird nächstens das in der dortigen Universitätsbibliothek befindliche, aus dem 9. oder 10. Jahrh. stammende Fragment aus dem T. babli Pesachim herausgeben und Anmerkungen hinzufügen, welch« über viele Stellen des A. und N. Test. Licht verbre ten sollen. (Jew. Chr.) Vermuthlich wird es sich besonders um Kapitel 5 handeln, welches mit der Abend nahleinsetznng, dem Tage der Kreuzigung u. d. in Verbindung steht. 3) Leser im Besitz des ״Ahab. Zion“ und gibt nähere Auskunft durch genauen Vergleich. 5. Zur literarischen Notiz Nr. 87.*) Das Wörtchen p, welches im Talmud oft 1 einem Namen vorgesetzt ist, glaubt Herr Dr. L. nicht in der Bedeutung ״Sohn“ aufzufassen, sondern als?um Eigennamen gehörend und führt z. B. Ben Katin und Ben Asai an. Wir erlauben uns zu bemerken, dass diese Beispiele nicht zutreffend sind und glauben vielmehr im Gegentheil, dass es immer ״Sohn“ bedeutbt, wie aus der Zufügung der eigentlichen Namen bei den meisten an andern Stellen hervorgeht.. Bei einigen wird der Grund angegeben: ״deshalb wurden sie nicht nach ihrem eigenen Namen genannt, sondern nach dem Namen ihres Vaters, weil sie vor Erlangung ihrer Autorisation starben.“ Siehe Raschi und Rartinoro Aboth C. IV, 1. — Bei den andern ist der Grund warscheinlich, weil der Namen des Vaters bekannter war, ebenso wie bei manchem Gelehrten der Name des bekannteren Sohnes beigesetzt wird. Es würde die Grenze einer ,,Notiz“ überschreiten, wollten wir alle Stellen, wo בן vofgesetzt ist, anführen, wir wollen uns daher zur Begründung unserer Auffassung nur mit einigen begnüge! oben erwähnten an fangen. — Eigennamen war, sondern ״Sohn deutlich aus Jebamoth C. IB, 1 Sebachim I, 3, wo er Simon Soli und zwar mit den pass Ben Asai nicht isai’s־‘ bedeutet, geht hervor, ebenso aus Asai’s genannt wird, Ben Sira nennt sich 39 Josua Sohn Sira’s. Dr. Jellinek will den -Midrasch“ des R. Mos Haddarschan herausgeben. Derselbe *galt für verloren, Jelline c glaubt aber, er sei mit einer in Rappaport’s Besitz befindl ch gewesenen Handschrift identisch. Wenn diese Yermuthung richtig sein sollte, sagt ,,the Academy“, so wird «ich ein Streit entscheiden lassen, der zwischen Jennings, Lowe und Pusey über die Glaubwürdigkeit des Verfassers des Pugio fidei geführt wird. 4) ״Jew. Advance“ sagt, zwischen der Erzählung אה 2ת ציון von Abr. Mapo aus Kowno, welche 1853 in Wilna erschienen ist, und dem Roman ״Uarda1* von Ebers >estehe in Beziehung auf die Charaktere der handelndei Pepehen und die Verwicklung der Geschichte eine so merkwürdige AehnHchkeit, dass sie kaum zufällig sein könne. Uarda erschien alter erst 1877׳. Nur der Schauplatz und darnach das Colorit u. 8. w. seien in beiden Erzählungen verschieden. Vielleicht ist ein upd dass es keine zwei verschiedene waren, beweist Mischna 2, Perek 4 in .Jadajim. -j- Ben Katin ist nicht anders, als wie der in der vorhergehenden Mischna genannte Ben Gamala, der in Jebamoth VI, 4 Josua Sohn Gamali’8 genannt wird. — sqlbst in seinem Bache C. 44 V. -1• Ueber Ben Soma siehe Chulin V, 6, und über Ben Nannos Baba Bathra X, 5, ferne![ Synhedrin 17b — Bpn Tema, erwähnt Pessachim 70aj heisst in Aboth V, 20, Jtthuda Sohn Tema’s. — Ben Bathira ohne besondere Bezeichnung ist nach (Rambam in der Vorrede zu Seraim) Rabbi Josua Sohn Bathira’s und Ben Bag-Bag Rabbi Jochanan Sohn Bag Bag’s, siehe akich Kiduschin 10b.;— Zu Ben Sakai Synhedrin V, 1 bemerkt die Gemara 41b, als Schüler nannte man ihn' Ben Sakai, als Lehrer aber Rabbi .Jochanan, Sohn Sakai’s. — Bar Lukischa, Baba Mezia 84a, ist der allbekannte Rabbi Simon Sohn Lalkisch’s. — Eines nicht Gelehrten Namen, Ben Buhajin, Pepsachitn 57a erklärt Raschj ausdrücklich der Vater hiess Bohajin. — Wir gehen daher nicht fehl, alle im Talmud vorkommenden Namen piit Vorgesetztem בן auch die in Schekalitn V, 1, so zu ferklären. Aus Raschi Gi[tin 55b ist kein Beweis, da Raschi hauptsächlich sagen wollte, dass sie Juden war|n, sonst" würde R. sich selbst widersprechen Der Ausdruck בן לוי in Terüpaoth IV, 2 und an ähnlichen1 Stellen, kann nicht anders als ein ״Le vite a bedeuten!, weil da nicht von eider bestimmten Person die Rene ist, sondern eine Vorschrift für den ganzen Stamm Levi. Es bleibt uns also noch übrig, die Auffassung Raschi’s zu Joma 38a zu erklären. Uns scheint es, dass Raschi sich dazu aus denn Zusammenhänge veranlasst sah!. Die Familien Beth Gapmu und Beth Abtinas, von denein erzählt wird, dass sie׳ in der Kunst der Zubereitung dos Schaubrodes und deC Räucherwerke nicht unterrichten wollten, waren Codnnim. Sie waren also Meister in der Kunst, die zu ihrpm Dienste gehört. Darauf folgt der Bericht von Hagros oder Hogras dass auch er seine Kun9t nicht lehpen wollte; er war also aucli Meister in der Kunst, die1 zu seinem Dienste gehörte, folglich muss er ein ״Levite“ gewesen sein, deshalb sagt fctaschi מן ךלויס• *) Cfr. ״Jttd. Literaturbl,“ Kr. 48 vor, Jahrg. ** w iüncmio ioi» .cm_j x>tr. ןן»uo■ jjiicmvurui. nr! vur> donrg« ’SrtBfcEwTSdiar Dr. .Rahner iaä^gdebarg■ Brock tpo H. Horbach in ß4rby. Verlag von Robert Fri<ae ln Leiptlg.

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