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Das jüdische Literaturblatt · 1879-01-15 · No. 3. (15.1.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 3. (15.1.1879)
Date
1879-01-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zar Belenchtnng aller Jaden• tham and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,Theologle,Orientalin, Exegese, Homlletlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz flahiuer. Magdebnrs, IS. Jan mar• 1S7! Bücher der einschlägigen LIteratnr, welche der Bedaetton sagesandt werden, ftnden in diesemBlatte eingeh. Besprachnag. Bel Einsendung ron swel Recenslonsexewplaren erfolgt aaek Erwähn. I. d.Wocheaschr. Das ״ Jüdische Llteratarbla(ttf erscheint wöchentlich in einem halben| Bog®*; Preis bei allen Buchhandlasgsa (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrg an g: 0 Uk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstaltm und Buchhandlungen 3 Hk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblati‘‘ gratis. — IinBeraste werden mit 20 Pt für die dreigespaltene Petitzeile, buchh&ndlerische Beilagen ipit 13 Hark berechnet. Die Expedition der ״Israelitischeג Wochenschrift“ 1 ■a h s» 1 dt Wissenschaftliche Aufsätze: Uandelsghschichte der Juden des Alterthums Von Dr. L. Herzfeld.• — Professor J. Wellhausen Uber das Alter des biblischen Priestergesetzbuches. Von Dr J. S. Bloch in Brilx. i Literaturbericht: Recensionen: Gierse, Albert, Die Geschichte der Juden in Westfalen wahrend des Mittelalters. Notizen: 1—5. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Moses und Josua, Eine kri e gs hi s to r i sch e Stndie.*) Seit dem Aufleben der historischein Wissenschaften am Ende des Mittelalters hat man deij Kriegsbegebenheiten und der Kriegskunst der klassischen Völker eine grosse Aufmerksamkeit gewidmet, merkwürdiger Weise aber fast ausschliesslich nur den Griechen! nnd Römern und gar nicht der Kriegsgeschichte der Egypter und Juden, für die wir m den Büchern Moses, Josua’p und der Richter weit ältere und doch wahrlich auch wei^ glaubwürdigere Quellen besitzen, als es z. B. Homer und Herodot für jene sind. Beispielsweise ist eine der I grössten Thaten der alten Zeit, ״der Kriegszug der Juden von Egypten nach Kanaan“ vom* militärischen Standpunkt erst in den letzten Tagen einer ihm gebührenden [Beschreibung gewürdigt worden. Dem österreichischen Generalslabs־ rnajor Hoffmeister blieb es vorbejhalien, in einer soeben erschienenen interessanten Studie nachzuweisen, dass Moses und Josua zu den grösstenjGenie’s gehören, welche die gssammte Kriegsgeschichte; aufzuweisen hat. Die ״Wiener Presse“ schreibt darüber [wie folgt: ״Hoffmeister hat die Bücher Moses und Josup gewissermassen in Streifen zerschnitten und nur d i ej Verse behalten, welche den Soldaten interessiren können. Er hat in diesen ganz verlässliche Wegweiser fpr den Zug der Juden von Egypten nach dem gelobte!^ Lande gefunden und mit grosser Gewissenhaftigkeit upd Sachkenntnis zn diesen Wegweisern die verbindende prasse conslruirb Der Scharfsinn, mit dem Hoffmeister in einzelnen Stetlen auf dem Wege eines im Grunde genommen ganz einfachen Caleuls die Menge der Streiter, die Aufbruchstunden und Längen der MarschColounen ganz genau feststellt, verleiht der berechtigten Verwunderung des •) Vom k. k. Generalstabsmajor Edmund Hoffmeister. W ien 1878, bei R. v. Waldheim. Lesers einen unwillkürlich humoristischen Beigeschmack. Oder ist es nicht ganz eigentümlich, auf dem Wege von logischen Schlüssen zu erfahren, dass die Juden den. Gefechtsmarsch zur Schlacht bei Gibeon um 6 Uhr Abends am Tage vor der Schlacht, und zwar mit vier " Mann breiten Ccponnen, wie die modernen Armeen• angetreten haben-[müssen? ' Am 15 Nisan — März oder April — des Jahrdg 1550 v. Chr. führte Moses das zu Ramses versammelte Volk Israels, darunter 600,000 Streiter, Uber Suckot nach Etara, wendete^sich dann gegen Süden, am auf dem Wege durch das Thal Hirot die schmälste Stelle des Rothen Meeres bei B&l-Zefon zu gewinnen. Von den Schaaren Pharao’s hart bedrängt, gelang es ihm jedoch, zur Nachtzeit das durch «inen anhaltenden Ostwind ziemlich trocken gelegte Schilf meer gefahrlos zu durch* T schreiten, während die ihm hart 8m den Fersen folgen• : den egyptischen Reiter und Streitwagen in der wieder # hereingebrochenen Springfluth des eine gute Meile breiten [$§■' Meerbusens zu Grunde gingen^Ntjpoiebh durchritt be* kanntlich an derselben Stelle am 28. Februar 1798 das Rothe Meer, und, wäre, beinahe in den ihn ereilenden Fluthen ertrunken.— Am Berge Sinai machte Moses mit seinem Volke ein Jahr lang Halt, organisirte dort das Kriegswesen und prägte dem Volke die neuen Gesetze und?■V den Glauben seiner Väter tief ein. Entgegen den Satzangen der egyptischen Kriegerkaste führte Moses die allgemeine >׳•'' Wehrpflicht ein, vom 20. Lebensjahre angefangen. Entsprechend den zwölf Stämmen theilte er das Heer in g| zwölf grosse Haufen von der durchschnittlichen Stärke eines modernen Armeecorps, und mehrere Stämme bildeten eines der Paniere: 'Juda, Rüben, Ephraim und Dan, die unseren modernen Armeen •entsprechen d(irf~ ten. Die Haufen wurden in Abtheilungen zu 1000, 100, 50 und 10 Mann eibgetheilt, die also unseren heutigen Bataillon, Compagnie, Zug und Schwarm gleichkommea. Der Stamm Levj mit 8586 Mann bildete das Elitecorps, welches nicht ׳mir dem Dienste und Schutze'der Bandeslade oblag, Sündern auch die technischen Truppen [| des jüdischen. Heeres bestritt Dagegen fehlte es den Juden an Reiterei und den damals üblichen Streitwagen ^־ gänzlich. Ihre!lauptwaffe war'ein kurzes Schwert; י ein Theil des H Beres führte Spiesse, ein zweite!■ Schipp-

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