Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 52. (25.12.1878)
- Date
- 1878-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Xnt BitUi'tUn( allein Jodentbu *ad Jaden betrefeadea. IlternrUch. Eneheinangea not de■ Gebiete der PhlloeopHe. Genetriebte,Etbnogrnpble>Tb•- alogte,Orteotnlln, Exegese, HoriUUtOI, LItargtk, PidagogtK. Herausgegeben Rabbiner Dr. Moritz Rabiner. Bflcher der eiase ■Jtgtgea Litefatar, welche de* Bodaatiaa üiaffdebiirir, (. Deoember 1878, I Ldlpxig‘ bei Robert Friese)pro Jahrgang'iBHK. opd Bacbbandlongen 8 Hk. körtet) erhalten das Jlldj! rpältene Petitzeile, bachhftndlenache Beilagen mit 15 «: ׳■eheint wöch Abonnentend ircbe Lit art beri eiw ec hi . i xu mit W iss en aehaftliehe Aufsätze: Jüdische und christlich^ Weihnachten.; Lilerdtarberlcht: Reeenaionen: Köhler, Dr, Das Hohelied u, s. w. — Joseffy, Drn Das Hohelied oder Wettgesang xwi sehen dem Friedefbraten'und der Brautgemeinde etc. — Badl, Dir. B!, Ordentl. Lehrtr: Inhalt, Ursprung und Text des vierten Buches der sibyllinischen Orakel. — David Cohn, *7133 ’ 3רק לעיר ליד .• — h. Sperling, ח3מת שלמה• Anuigen. NabtuSmck ntfr nit voller Qmlte11ah(iati6 gestattet. mgesaadt werden, indes ta dteeea Blatte etageb. Besprach- ■OK- BelElmseadaagvoa awet־ Benuisueniipl^ti erfolgt aaeketmsull ntlich in einem halben Bog«■; Preis bei allen P 11!“ 11־iH—ptwa (ja ir ״Israelitischen Wochenschrift* (die vierteljährlich beT allen Posta ns tkltmt, •turblatl* gratis. — 1 ■OP rote werden mit: 20 PC für dia dreiaaT inet. Die Expeditloa der ״IsraeUtlsohes! Wocheazofcrift“ t Jot1 Jüdische und christliche Weihnachten. Haben die Jadeit Weihnachten? Weihnachten ist aller■ ding* ein1 specifisfch christliches Fest, zum Andenken ai die Geburt des' christlichen ReligiOnsstiffens gefeiert; — wie sollten Juden es: feiern können? Ostern und Pfingsteh1 entsprechen jüdischen Festen und haben in ihnen ihre Entstehung und Verwandtschaft; aber Weihnachten h&uu doch mit dem Judenthutu keinerlei Zusammenh*ng haben', mnss doch ein christliches Originalfest sein. Und dennoch gibt es auch jüdische Weihnachten, und difese 8ukT wie die übrigen jüdische» FestGrundlage des gleichnamigen christlichen Festest Das jüdische Fest führt dein hebr.' Namen ״Chanuka“ datt heisst ״Weihe'•‘ und ist ein ״Nafcht- und Lichterfest“*). E#' Wird' am 25: KisIeW (dem Mbnat Decerüber ent* sprechend) zum Andenken an den Sieg deir Maccabäer (Judas MaCcabftus) über die heidnischen Griechen und die darauf nach Entfernung des griechischen Cfötzerrthums, durch welches’der Tempel zu Jerusalem entweiht wordeh war, wieder vorgenomniene, erneuere ״Weihe“ de« Tetnpels gefeiert Dieses Ereigniss giLt darum als so bedeutungsvoll, weil eS; den Sieg des Judenthums, jüdischer Wahrheit uüd Sittlichkeit über hellenischen Götzendienst uüd die dariiit verbundene SiHtenrerderbtheit, wie sie beispielsweise in detnVeiiusulnd Bacchilsdienste liegt und durch denselben gefördert wurde, bekündete und bewirkte. Griechische Philosophen' schöpftet" zwjtr' aus dem JudenthUm, aber helleälstisüh gesftfkt kehrten diese Lehren nach Judäa zurück, und' mit diesen fremden *) Wir finden jedoch die Bezeichnung: ״Jüdische Weihnachten“ für' »Chaüuka* nich t begründet; in den hebr. Quellenschriften iaf'Memtf von ״acbt T agen der W^Hie* die'Reflcj nur Josephas nennt es: ״Lichterfeet“. (Red.) Philosophemen wurden dann atjch jüdischer Seite religiöse' Anschauungen und Lebensstilen der Griechen aufg&• nommen und nachgeahmt. Wie bei den Griechen Se£■': tens der heimischen Priester sich eine starke Re&etiöiu gegen das fremdartige jüdische Element Luft mäel08^ז< — die Kämpfe gegen Anaxagöras, Sokrates und Ancföttr bezeugen das — so bildete sich auch in Judäa ähnliche Gegenströmung gegen den verderblichen Hel nismus. Der griechische Einfluss'wuchs, als mit Alekand dem Grössen' und seinem Feldherrn. SeleaCus Pülästmfi unter griechische Herrschaft kam. Die Kämpfe hörtä^' auf, blos geistiger Art zu sein, als ein Nachfolger <f6s[. Seleucus, Antiochus EpiphanesJ Gewaltmassregeln äif-״' wandte, um dem Hellenismus zum Siege zu verhelfä&T Die Griechen bildeten' zwar die herrschende Partei," tinft ' hellenistische Anschauungen und Sitten fanden dadurch t um so leichtern Eingang hei den Juden, als dieselben <&'־ Leben angenehmer und schöner' machten; aber der ' Widerstand der jüdischen Partei war um 80 stärker1, je mehr das Leben ah Wahrheit und Sittlichkeit' eük* basste, und religiöse Zweifelsucht, Genusssucht und1' Sittenlosigkeit Zunahmen. Da konnten nur Gewaltmaarf* regeln helfen, und diese liessen um so weniger auf sich wärten, als die jüdische Hellenislenpartei dem Könige1'[ selbst eine solche anrieth. Der König war auch am so“ geneigter dazu, als die fälligte Tributzahlung' an! did"׳‘j Römer ihn nöthigtte׳, bähen Blick auf den reichen jüdi- sehen Tempelschatz ■zu .lenken. Die Aufstellung h&d*u!, nikcHer GÖtzehlnlder im jüdischen Tempel, «Ke Dsir^ ‘ ' bringung heidnischer Opfer und der Zwang der'Jiiden^ sich' an den verbotenen Optermahlen zu betheiligön, wie['' das Verbot der Betheiligung-am jüdischen Gottesdienste,” an׳ der Feier jüdischer Festtage, an der Uebung' jüdisch^ ' religiöser Ceremonien und die Bestrafung der Uebhr*1 ( tretung solcher Verbote mit dem Tode: — Allesrdiälö füHrte zuin offenen Kriege. Der Sieg' aber war' auf1‘ Seiten der begeisterten und heldenmüthigen MaccabäCri’ Die Griechen wurden verjagt, der Tempel wurde voh,r len Götzenbildern befreit und wieder aufs Neue geweiht. Jer goldene Tempelleuchter, einen Lichterbaum dar?! teilend, einen Mandelbaum' mii Stamm, Aesten, Kr tosi'־‘ >en; Blüthen'und Früchten, wurde wieder angezttnae^fL : tachdem dessen Licht bo lange erloschen war. י■ •» ״lit'!״ 4 n % ■1 »1 »י־