Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 51. (18.12.1878)
- Date
- 1878-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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51 •ס Herausgegeben Zar Belenchtnng alUr Jadentham and Jaden betreffenden HterarUch. Erschetnangen An f dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,The• ologle.Orientalla, Exegese, Ho• mtletik, Litargik, Pädagogik. Rabbiner Dr. Maritz Rahiuer. Magdebai'ift 18• December 1878. Das ״J&dlMehe I>iter*tnrbl«tt“ierscheint wöchentlich in einem halben Böen; Preis bei allen BaeMuaidtaagab 0■ Leipzig bei Robert Friese) pro Jahr g an g: 6 Wk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Ppetanstaltea nnd Bachhandlungen 3 Mk. koatH) erhalten das ״Jüdische Literaturblati“ gratis. — Inserate werden mit 20 Dt für die dreigespaltene Petitzeile, Dnchhftndlerische Beilagen mit 15 Mark berechnet! Oie Expedition der ' . *" Inhalt■ Wissenschaftliche Aufsatze: Handelsgesfchichte der Juden des Alterthums. — Die Chanuka-Lichter. Literaturbericht: Recensionen: Köhler, Dir., Das Hohelied u 8 w. — Joseffj־, Dr, Das Hohelied oder iWettgesnng zwisehen dem Friedefiirsten und der Braiitgemejnde etc. — Bäck, Dr. S-, Rabbiner, Geschichte des jiid. Volkes! und seiner Literatur. — Cassel, Dr. D., Lehrbuch der jüd. Geachic te etc. — Kaiserling, Dr., S., Die Juden in Spanien ujnd Portugal und die Inquisition etc. Literarische Anzeigen. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Haudelsgeschichte der Juden des Alterthunis. (Schluss.) Das führt uns zu einem Hauptvörzuge dieses Werkes, der gleichmässig von Anfang t>is Ende den Leser sehr wohlthuend anmuthet. Obschpn das Mateterial — wie natürlich — sehr lückenhaft |6t, und dabet eine reiche Zahl von Andeutungen gebolep wird, genügend hell und dunkel zugleich, dass Jeder jJedes in ihnen finden und mit ihnen beweisen könnte, hilt sich Herr Dr. H. doch von jeder Hypothekensucht ן fern und, so schwer es auch dem das Abgerundete erstrebenden! ק Historiker fallen mochte, weist er sehr oflj lieber darauf hin, dass hier Beglaubigtes fehle, dort nui* Unverstandliches vorliege, dass das Material zur vollen Ausfüllung nicht ausreiche, als dass er das Publikutfa mit Phantasiegebilden abspeiste. Nur in einem scheint der Hr. Verf. die Analogie aus modernen Verhältnissen hergeholt zu haben. Heutzutage ist!s am tmtürlichsten, die Auswanderung nach entfernten Punkten zumeist aus Handelsrücksichten zu erklären. Anders aber im Alterthum. Da waren die Pioniere der Vöjlkermischungen — Sklaven, welche geraubt oder als!Kriegsgefangene in ferne Lander verkauft wurden. Pbschon sie dort nur selten zu Landbesiiz kamen, qröffnete sich ihnen ein anderer Weg zu Freiheit und Vermögen. Es p,s ist das Handwerk und das Kunstgewejbe. Besonders in den europäischen Ländern — abef wohl auch in Asien — waren es zumeist Sklaven, die als Färber, Töpfer, Goldschmiede, Zimmerleute u. dergl. arbeiteten• Wurden sie — was gar nicht selten geschah — Frei- J gelassene, so übten sie i&r Handwerk für Eigene Rech- . nung, erweiterten es wohl zum Fabrikbetrieb mit I Sklaven. Und so mag es öfter vorgekommm sein, dass ‘ äücher der «toMUftglf■ Idteraiar, welch« den zqgjMMdt werde■, gneea Blatte elagek.- bag. BelElaseadaäf__ Beceulouneaplin■ erfelgt aaeh eiaawlIgeQratWaaartta■. Israelitische! Wocheüsobipft. die als Sklaven Weggeführten ihre Familie naebkommen. liessen und Freunde oder Handwerksgenossen mit sich, in die Fremde führten. Dass aber aach in früherer Zeit, d. h. vor dem Eingreifen der 1 Römdr in die Geschichte Judäa’s, kriegsgefangene Juden auf den Skiavenmarkt gebracht worden sind, das bezeugt J0ol c. 4 besonders v 6: ״Jehuda’s und Jerusalem’s Söhne habt ihr (Sidon und Tyrus), den Griechen verkauft, um sie vorn ihrem Gebiet zu entfernen“, und bestätigen Ställen,-wie■ Jesaias 27, 13: ״Die in Assur Verlorenen und die naeh Aegypten Verstossenen“, oder auch c, 11 v] 12, wo Assyrien, Aegypten, Pathros, Kusch, Elain^ Sinear» Chamat und die Inseln des Meeres genannt werden.! Im § 17 werden diese Stellen wohl beachtet, ^ber-ihre. Bedeutung — wie mir scheint — mehr als billig abge-. schwächt. Neben die6em Hauptgründe haben natürlich •t auch Handelsinteressen — und je später,!desto:mehr—-!' zur Verbreitung der Juden über die Länder mit ge wirkt, Ob den Exulanten in Babylonien Landbesiiz gegeben., worden, lässt sich freilich (gegen § 17) nicht aktenmäasijfj. erweisen. Allein wenn man die Absicht der Exilinug,, bedenkt, den Volksstamm der Heimalh zu entfremden,( ihn mit den früheren Bewohnern der neuen Heünath|izu vermischen nnd ihn so auf fremdem Boden neu., einzuwuirzeln — das beste Beispiel bieten ja dje Sama-p ritaner und der Bericht, dass den in Judäa zurück• gebliebenen Land angewiesen worden ist! — 6a kann. 3 man unbeddnklich behaupten, dass auch die Juden in Babylonien vorzugsweise auf den angestammten• Beruf, - den Landbau, werden hingewiesen worden sein!! Vielleicht durfte Jeremias 29,5: ״Bauet Häusel• und wohnt,^: pflanzet Gärten und esset ihre Frucht“ als Hinjleataii(' dajrauf aufzufassen sein. Dass die Zerstörung jJerusa•'. letn’s nicht als epochemachend angesehen wird,; indem |1‘ der ,jüdische Handel, der active wie der jMSBiye, in Fdlge jener Katastrophe weder erlosch, noch m andere Bshnen gedrängt wurde oder sonstige, grosse AepderuHr -jj י gei erlitt u. 8. w.“, das will uns nur aus der beziehungS- : weisen Unbedeutendheit derselben erklärlich erscheinen;'' ־ Nicht, wie bei den Phöniciern, den Griechen und Römern^ odsr den Handelsvölkern der Neuzeit, war der judäi6cl*9 Hi ndel Erfolg und Grundlage ihrer politischen Stellung, sondern es ward dadurch nür> der nothwendige ■1L.