Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 49. (4.12.1878)
- Date
- 1878-12-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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IKO. 4». Jüdische Zar Beleafhtang aller Jadenftham and Juden betreffenden literarisch. Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie. Gesehichte,Ethnograph le,Theoloyie.Orlentalla, Exegese, Ho• mtletik, Liturgik, Pädagogik. Hera usgege von ibbiner Dr. Maritfc Rahiuer. '❖<>•־►-- - Ma^debnrg, 4. Dezember 1878, Bücher der ri1MIi(l|a LIteratar, welche der Bedaetiaa ngee^ndt werden, Anden In dleneaBUtte etageh-Beepreehans. Bel Kinaendnng ran S Kecen.lonsexewpl.ren •rfel) naob. elnmnllgeGr Das ״Jüdische Ivlterwtarblatt“ erscheint wöchentlich -״- - - in einem halben Bogen; Preis bei, allen nTttlilllMpn (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Mb- Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift* (die vierteljährlich bei allen P—tTinntllten “ ״ra tis. — Issnecwle werden mit)20 P£ für diel dreige- Die Expedition der ״Israelitische ) Wochenschrift“ mrd Buchhandlungen 3 Uh kostet) erhalten das spaltene Petitzeile, buchhftndlerische Beilagen mit ״Jüdische Literaturbiatj' 15 Uark berechnet. Iohsl St W iss en sch aftlich e Aufsätze: Aus einem Briefwechsel mit Sacher-Musoch. — Das Härchen von den drei Ringen. Literaturbericht: Recensionen: Kohn-Zedek,) מוסר השכל יכיל 3' דדושים יכו׳• — Köhler, Dr., Das Hohelied kritiseh übersetzt etc. — Joseffy, Dr., Das Hohelied oder Wettgesang etc. - Literarische Anzeigen. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Aus einem Briefwechsel mit Sacher-Masoch. In Nr. 25 d. Bl. vom vor. Jahrgang! brachten wir ,einen Brief Sacher-Masoch's über die Juden,“ in -welchem der geniale Schriftsteller in recht wohlthuenden Worten sich wegen des ihm gemachten Vorwurfes der Judenfeindlichkeit rechtfertigte. In Nr. 26 desselben Blattes veröffentlichten wir die ״Antwort auf Sacher-Masoch’s Brief“ von unserem gesch. Mitarbeiter Herrn Fubius Mieses in Lejipzig. Durch die Freundlichkeit des Letzteren sind wirj in der Lage, das demselben auf seine ״Antwort“ gewordene Schreiben Sacher-Masoch's unseren Lesern mittheilen zu können. Dasselbe lautet nach Hinweglassung einiger formellen Einleitungs- und Schlusssätze mitj den Anmerkungen des Adressaten wie folgt: ״Gratz, den 9. April 1878.Nujn komme ich vor Allem auch einmal auf Ihre frühereit Briefe und unsere Controverse zurück. Ich habe noch einmal den ״Haydamak“ durchgenommen um jene Stelle zu entdecken, an welcher Sie so sehr Anstoss nahmen, und bin darauf gekommen, dass allerdings eine gehässige Bezeichnung des jüdischen Wesens dort zu finden ist, aber Sie haben übersehen, dass ich an dieser Stelle nicht als Autor spreche, sondem den ״Haydaiuak“ reden lasse, und darin liegt die Erklärung des scheinbaren Widerspruchs. Während der ״Haydamak“ in Vorurtheilen befangjen, diese gehässige Aeusserung nicht allein thun kann, 60ndern thun muss, wenn er richtig gezeichnet sein soll, sgreche ich dagegen — dort, wo ich als Autot das Wort ergreife — z. B. in den ״Judengeschichjten“, meine Sympathie für das Judenthum auß. Ihre Kritik der Judengeschichten *) hat mir viel Freude gemacht und bin ich Ihnen sehr dankbar für dieselbe, Das Buch findet überhaupt sehr *) VgL Nr. 12 dieses Jahrg.'a. viel Beifall. Dass mein und Ihr Schreiben jua dem ״Jtidischen Literaturhlatt“ zur Veröffentlichung kam and au;1 diesem in die Pariser ״Arqhives israelites“1 über* giig, ist mir sogar recht lieb. Ich weiss aber, Ihr j Zartgefühl, das während meines Leidens jede Aufregaag vo 1 mir fern zu halten suchten, trotzdem dankbar za 8cl ätzen. Merkwürdig ist, dass man mir in Beiug aaf ״Ilau“ ein Plagiat zum Vorwurfe machen wollt», dies: [|j kam doch nur dann geschehen, wenn maan sjch nnr J| an den Titel hält und die beiden 80 grundyersch|edene1»j p Er :ählungen; oder eine von beiden, gar nicht kennt. >־ ־J Ihre in Ihrem, letzten Briefe damals entwickelten^' Ai sichten über das Judenthüm t h eil e ich völlkom־•'^ m!!n, überhaupt hat mich jeder Ihrer Briefe sehr,f intsressir. und angeregt und hoffe ich, dass unsere Gorrei pondenz weiter fortgesetzt wild. _! Kennen Sie auch [den 2. Tfieil meines ״Ve^mächt* nif3 Kains“: ״das Eigenthum“? In demselben’8}nd ein. pair schöne jüdische Typen in den Novellen;״Basyl Hj men“ und ״das Paradies am Dnejstr“. Aach;in meinen neuen Stücke ״der Emissair“, das zuerst |n'fran- ';: zöi ischer Sprache in Paris zur Aufführung kjommen wird, ist ein sehr sympathischer jüdischer Factbr.*) ) S. 363 ,.B a 3 y 1 Hymen“ (4.B v. Vermächtnis« Kajna, Aas gal e Bern) lässt der Autor de□ Hanpthelden Basyl folgendes!über den v Factor Salomo□ Zauderer Sagen: ״Stets war (Solomon) «r in der No h za Hülfe. Ich wurde ein zweites, ein drittes Hai gepfändet anc jedesmal von meinem ehrlichen Juden gerettet, der da^ch ndeh in lie Schlamass (8011 heissen ״in das Schlamasel“) kam, wie er mii seufzend eingestand.‘1. Ferner׳: Paradies am Dnejster S. >24— 26 (daselbst). ״Mordechai Pärchen, der den Jüngling Zenon gegen den Schuss desWütherichs von einem Hagnäten mit seinem Lei ג deckte, wurde von dem dankbaren edlen Polen gefragt: wo bas ׳ Du die Coarage hergenommen? worauf der Autor bemerkt: ״Da wichs der alte Factor und streckte sich, und mit einem l^ale hatte nichts Heiteres mehr an sich, sondern stand mit seinen! weinen Hä er und Bart and seinem ernsten feierlichem Gesicht vfürdevoll wi< ein Patriarch; ״wo ich die Courage hergenommen?“ Idh werde Ihnen eine Geschichte erzählen etc.; er erzählt dann, wielwor 5Q0 Jal ren (anno 1346) Zenon^ Ahnherr Pan Hiroslawski, Star08* von Ko! omea, des Juden Ahn. Samuel Kaufmann in Frankfurt a. Main wejjen Verdachts der Durchstechung der Hostien und dadurch wie die anderen unschuldigen Jeden aus Deutschland geflohen, ihn ond alle Entflohenen in sein Schloss aufgenomineu. ״Hier,“ sagte er, ״ks nnst du ruhig wohnen, hier wird dich Niemand plündern und ver 'olgen!“! (lüe^s) I