Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1878-11-27 · No. 48. (27.11.1878) · p. Seite 192

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 48. (27.11.1878)
Date
1878-11-27
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/5367336-6488234-8755666--1159-4854583
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Literaturbericht, — 192 — זי iMMsitUi. ׳ Kohn-Zedek, Jos.,מוסר השפל יכיל ג׳ דרושים ובו׳ London 1878. “ I י 1 ■*ר' j 1 Die drei Predigten, gehalten an den beiden letzten ׳׳-w? Sabbathen des Jahres und am ש' שובה, bilden hur etwa ein Drittel des Heftes, das Uebrige bestehffaua Einleitung . und Zugaben verschiedenen Inhalts. Was da vor liegt, / ist Inhaltlich von keiner besonderen Bedeutung, das ^werthvollere ist die Form; wir betrachten das Büchlein als Repräsentanten einer besonderen Gattung der zeitgeaössischon jüd‘. Literatur und widmen ihm aus diesem Grunde eine etwas ausführlichere Besprechung. Der Verf. sagt io der Einleitung, seine Predigtweise sei eine neue. Er gibt Andeutungen über die verschiedenen Arten der älteren Vorträge, und es ist: richtig, , dass seine דרשות weder dem philosophischen Genre, noch dem kabbalistischen angehören. Schwerer aber .’j? dürfte es ihm werden uns zu sagen, worin denn nun &4__, die Eigenart seiner Predigten bestehe. Die drei Reden ’v<:—sind unter einander verschieden, können einen Einblick in die Methode des Verf. gewähren, aber eine Definition und Classification dieser Reden vermögen wir dennoch nicht zu ermitteln Nr. 1 ist eine einfache Betrachtung a) über die Nichtigkeit des Reichthums, der nur ״für das Kind“ gesammelt werde, b) über die Wichtigkeit der Zeit, c) über den Werth des Gebetes, — wobei die biblischen Personen, welche gebetet haben, namhaft gemacht und geschildert werden. Nr. 2 ist agadischer Natur; es wird ,über Reue und Busse geredet und die Agada לפי שראה אדה״ר יום שמתמעט והולך (Abod. Sar. 8a).ausgelegt. Auf diese Auslegung selbst können wir nicht eingehen, eine Kritik ist auch nach dem alten Satze אץ משיבין פל הדרוש nicht angebracht. Das Eigenihümliche liegt in der Art wie Adam, Eva, Kain und seine Zwillingsechwester handelnd und redend eingeführt 1' werden, (etwa in der Weise der Gessner’schen Idyllen) und wie ebenso die שקלא וטריא zwischen R. Eileser und R. Josua über Nisan und Tischri (Rosch hasch. 10b) dramatisch ausgeführt wird — Nr. 3 geht vn» dem Verse רחצו הזכו aus. Dieser wird in einem Midrasch auf die 10 Busstage bezogen; wir erwarteten eine Durchführung dieses Gedankens, statt dessen ist eine ParaleUisirung mit dem תקיפות gegeben, ohne dfss jedoch irgendwie angedeutet wäre, wieso nun die .תקיפלי das רחצו und שפרים das הזכו rufen u. s. w. Dann!folgt, um denen zu genügen, welche auch einmal ein די״ר הלי״ה hören wollen, ein 8״tück Thora“ vom Vater des Ve"rf. nämlicl ein ״herber Rambam“ aus 30 .די' פב' י"כ ist, wie m&nniglich bekannt, vor Alters auch geschahen: man fing mit einem Midrasch an und dann folgtle als Hauptsache ein Chilluk; aber man suchte wenigstens *wischen diesen disparaten Theilen eine Brücke zu schlagen, wenn’s auch mehr ein ״schwindelnder“ Steg war« Has ist hier nicht versucht, der Pilpul sieht ganz isolirt; es folgt als dritter Tlieil eine Paraphrase der Haftarah שובה. (Schluss folgt.) Schulbücher. (Fortsetzung.) 5) Berlin, 8., Leitfaden für den Unterricht in der Bibelkunde und bibl. Geschichte Hamburg, Hoffmann <fc Campe 1878. 6) — “— Vocabulnrium zum Gebetbuch nach methodischer Reihenfolge. Hamburg, ׳■ Hoffmann <fe Campe 1878. Zu^welahem. Zwecke der Verf. das erstgenannte Büchlein geschrieben, ist uns unerfindlich. Die 3 ersten Blätter wollen wir noch gelten lassen; sie enthalten die Eintheilung und Gliederung der heil. Schrift und sind eine kurz gefasste Bibelkunde; aber das Folgende von S. 11 bis S 52, die bibl. Geschichte in gedrängter Uebersicht, die kurze Inhaltsangabe jedes Capitols der historischen bibl. Bücher -4 für wen soll denn dieses dürre Knochengerüst von Najnen und Zahlen? ״Dieser Leitfaden ist‘‘ — sagt der Verf. im Vorwort — ״aus Notizen und Dictaten hervorgegangen, die ich meinen Schülern beim Unterrichte in diesen Lehrgegenständen (Bibelknnde und bibl. Geschichte) zur Unterstützung ihrer häuslichen Uebungen zu geben pflegte.“ Wohin soll das führen, wenn jeder Lehrer seine den Schülern diclirten Notizen drucken lassen wollte? Haben denn die betr. Schüler keine gedruckte bibl. Geschichte, in der sie zu Hause ׳das in der Schule Vorgetragene nachlesen können, dass siel auf solch dürren Notizenkram angewiesen sind? Damit wird der vom Verf. beabsichtigte Zweck, ״den Sinn der lernbegierigen Jugend für das Lesen der heil Schriften zu erwecken“ nie und nimmer erreichen; denn nichts wirkt verwirrender, ja abschreckender auf den Sinn der Kinder, als eine Menge, noch dazu oft schwer auszusprechender und nicht selten unbedeutsamer Namen Jeder Lehrer bemerkt dies sofort, wenn er mit seinen Schülern an die Königszeit kommt. Durch das Zusammendrängen der Thatsachen u. die möglichst kurze Ausdrucksweise wird auch manche komische Zusammenstellung bewirkt; z. B. ״Michals Spott und Kinderlosigkeit“ (S. 32). Warum der Verf. hartnäckig Absalon statt1 Absalom schreibt, und ebenso die Schreibung ״Ezeongiber“ (S. 36) st Ezjongeb'er ist uns unbegreiflich: das Ohir 6t £>pbir ist wohl nur Druckfehler. Das zweite Büchlein ist wie das erstere, recht schön, ja splendid ausgestattet und auch ziemlich sorgfältig gearbeitet, aber es ist bei der grossen Anzahl solcher, Vocabularien“ —überflüssig. SolcheVocabularien ohne Text beigabe halten wir für die Schule nicht für zweckentsprechend. Das als erste Nr. für die unterste Stufe das gar nicht so leichte Adon olarn genommen wurde, scheint uns nicht .,methodisch14, und dass selbst in den oberen Stufen gar keine grammatische Andeutung gegeben ist, bleibt trotz der Rechtfertigung des Verf.’s im Vorwort, ״weil in den meisten Schulen sich anderweitige Lehrbücher in den Händen der Schüler befinden“ — ungerechtfertigt. (Wird fortgesetzt.) Verantwortlicher Notizen. 1) Die ״Allgemeine Deutsche Biographie“, herausgegeben durch die königl. bayer. Akademie der Wissenschaften bringt im jüngst erschienenen 36. Hefte folgende Juden betreffende jArtikel: 1) Frank, Jacob von Steitz, die wichtigste!) Resultate aus Grätz’ Monographie ״Frank und die F^ankisten“ reproducirend. 2) Frankel, Zacharias von; Perles. 3) Fränkel von Zunz, über die Männer dieses Namens, die sich auf dem Gebiete der Wissenschaft hervorgethan. 4) Frankel, David, Rabbiner in Berlin und Lehrer Mendelsohn’s von N. Brüll. 2) Als literarische Beilage oder Zugabe zum ״Ha melitz“ erscheint jetzt in Octav ספרות ישץ׳-אל un<^ מאסף נדחים von Dr. A. Harkavy. Die vorliegenden Bogen enthalten theils Mitdheilungen und Excerpte aus Manuscripten der Petersburger Bibliothek (Karäisches; aus und über Samuel b. Chofni; ein Brief von R. Mendelssohn — es schwebt uns jedoch so or, als hätten wir diesen schon irgendwo gelesen;) und Anzeige nebst kurzer Besprechung neuer Bücher aus dem Gebiete der jüdischen Literatur Dr. Kahm er in Magdeburg. llrock von H. Horbach in üarbj. Verlag'von Robert h'rieae iu Leipzig,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.