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Das jüdische Literaturblatt · 1878-10-30 · No. 44. (30.10.1878) · p. Seite 176

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 44. (30.10.1878)
Date
1878-10-30
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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Lfteratorbericlit ’Becenk«ea.#) Mfeiter, Jo«, חלוף מכהנים בין בני בבל ובין בני ארץ ישז־־אן*‘• ,Wien 1872. Gr. 816 .״ S. 4ך Diese arsprflriglich im »Haschachar* veröffentlichte Arbeit, darf mit Recht einen bleibenden Wissenschaftliehen Werth Itir sich beanspruchen, weil sie aaf sorgsAmem Quellenstudium nnd gewissenhafter Berfleksichj^jung aller einschlägigen, selbst der neuesten Monogsaphien beruht Dabei leitet den gelehrten Verf. ein *jäherer kritischer Blick, so dass man fast durchgängig die Berechtigung seiner Combinationen und Argumente Juerkennen muss, pie Differenzen in der rituellen 'ftviwris zwischen den Babyloniern und den Ralästihensern sind zwar dem grösseren, jüdischen Gelehrteopublikirn schon aus der Zusammenstellung von Lurja’s 1ים של שלםד Cp"3 gögen Ende) bekannt Indess deutet •ehoa ihre äussere Einkleidung darauf hin, dass sie aus verschiedenen Quellen geflossen sind; denn von den 50 <j$rt ciArten Differenzgnnkten stellen (Re ersten 19 bebaxrlich den Ritus der Palästinenser an die Spitze, während die übrigen 31 consequent an erster Stelle den Kitas der Babylonier nennen. Herrn M. ist es gelungen, <ijle Quellen, aus denen vermuthlich Dutja seine Angaben geschöpft, aafzufinden. Durch die Humanität des gelehrten Bibliophilen, des H. S. Halberstamm in Bie- Hfz, war es dem Verf. gegönnt, zwei ManuScripter, אדחות חיים ח״ב und יןכידה ל^יקד fOraddeo Wissenschaftliehen Vorwurf zu Rathe zu ziehen. Mit Recht legt 1J. M. auf das 2. Manuscript den grösseren Werth. Der kritische Probirstein ist die Coingruenz dieser Differenzea, mit den uns in den ältesten ReSponsensammlungen gelegentlich mitgetheilten Citaten, sowie deren Abrupte Kürze, die das Hauptgewicht auf den פסק חללה legt. Meist entscheiden sich die Palästinenser nach der erschwerenden Seite der anonym ־ ciArten halachischen Nbrin in Mischna und Baraitha. Es erscheint plausibel, mit dem Verf. anzanehmen, diese Differenzen seien berefts von den ältesten Saburäern gesammelt worden. Schon die Karäer vor Säadja kennen diese Differenzen. Öaadja muss sich bereits mit den Karäern darüber auseinandersetzen. Im Ganzen zählt H. M. 73 Differenzpunkte auf. Bei den ersten öS ist er sorgsam bemüht, dCn Grand dieser Differenzen aufzutinden, diese Differeqzen selbst an der Hand der von ihcii benutzten Hand- Schriften und Responsen aus der Zeit der Gaonim festzustellen und lichtvoll seine Ansichten zu begründen. Fhchgenoteen sei diese gewissenhafte, kritisch werthvolle Arbeit angelegentlich empfohlen. Sohraa 0.-8. Dr. Immanuel Deutsch. G«atfre«nd, Dr. 1,.1) תלדות בית קענינלווארמער Wien 1877. 8*. 16 S. — .2) מכתם להזכיר לכבוד הד״ר אהרן־יעללינעק Brody 1878. 1210 .״ S. Dass die Träger dieser beiden über Wien hinaus van der gesummten deutschen Juden heit mit Recht, hochgeschätzten Namen den geeigneten Verwurf für eine eingehende biographische Schilderung abgeben, unterliegt keinem Zweifel. Eskommt nur darauf an, wie der Biograph seine Aufgabe löst Wir können hier die Bemerkung nicht unterdrücken, dass Hr. G. des Guten entweder zu viel oder zu wenig geleistet hat, Hat er sich de88halb so kurz gefasst, weil er bei seinen Lesern *) Die Besprechung jüdischer Schulbücher aüebstcr Kr. fortgesetzt werden. (Red.) kann erst in faawlwortlteher Beasetear Dr. Arnhmer in Msgrtahnrg. j>rnck von eine genaue Bekanntschaft mit den Trägern seiner biographischen Darstellungen vöraussetzt, so war das vön ihm Gebotene za viel. Wozu »Eulen nach Athen tragen,“ wozu ftekanntes wiederholen? Sind aber seine Zeiten für Leser abgetanst, welche weder die Geschichte des Hauses Königswarter, noch die dos Gelehrten und Pre- 1digers Jellinek kennen, so hat er mit seinen ziemlich spärlichen Angaben entschieden za wenig geleistet. Füt ,die des Deutschen Unkundigen haben jedoch diese — wie wir׳ gern anerkennen -לin schönem und gutem Hebräisch geschriebenen Bidgr&phien immerhin ihren Werth. —nc— Replik. Der Verf. des Buches: »Die Natur des Geistes nach der mos. Lehre“ sendet uns Betreffs der Recens. in Nr. 36 eine Replik, die wir, soweit sie sich sachlich hält, hier folgen lassen: ״Wenn ich auch dankbar das Interesse anerkenne, dass durch Ihre Kritik meiner Schrift in Nr. 36 Ihres Literaturblattes an den Tag gelegt ist, so muss ich doch bedauern, dass der Zweck derselben, über den ich mich am Schlüsse der Einleitung und nachträglich noch ausführlicher in Nr.'23 der'״AUgem. Ztg. d Judehth.“ ausgesprochen, ausser Acht gelassen worden.*) Ich wollte damit weniger den gelehrten jüd. Theologen eine neue Religionsphilosophie, als vielmehr jüngeren Religionslehrern und gebildeten, denkenden Laien**) den Ursprung des mosaischen Gesetzes, wie er in der Tiefe des Geistes begründet ist, darlegen. Es lag mir daran, einen grossen Theil unserer Zeitgenossen darauf hinzuweisen, dass unser, erhabenes Gottesgesetz, das von ihnen oft nur noch als eine veraltete unzeilgemässe Tradition betrachtet wird, mit dem Naturgesetze d es Geistes i:n innigster Harmonie steht. Hätte der Recens. diesen Standpunkt festgehalten, so würde er sicherlich nicht rücksichtslos einige Sätze herausgegriffen haben,-{-) und den Mangel an Wissenschaftlichkeit in dem Buche hervorgehoben haben. Wohl weiss ich, dass die Auseinandersetzung dieses so wichtigen und schwierigen Thema’s noch gar manche Lücken hat. Deshalb betrachte ich sie zunächst auch nur als einen Versuch, eingedenk der Worte unserer Weisen: לא עליך לגמר המלאכה ולא אתה בן חורין• Ich wollte mich zunächst überzeugen, welchen An klang die relig-iöse Idee findpt, wenn sie als das Gesetz des Geist es nachgewiesen wird. Wenn ich es in der angeführten Probe untarliess, eine eingehendere Erörterung und Motivirung hinzuzufügen, wozu die Forderang der Wissenschaft berechtigt ist, so geschah dieses, weil ich dieses mehr als die Aufgabe der Physiologie(?), als der Psycho 1 ogi e erachtete, wenn auch beide Wissenschaften eng verwandt sind. — Bezüglich der Etymologie berufe ich mich auf Gesenius, dessen Wissenschaft in der hebr. Sprache wohl von Niemanden 80 leicht in Frage gestellt wird-ff) Schwerin. H. K1 e i m e n h a g e n.“ *) Der Hr. Yert kann doch nicht verlangen, dass dem Recens. seines Baches bekannt sein müsse, was der Verf. nachträglich in irgend einer Zeitung Ausfüh rlich ere 8 über den Zweck desselben geschrieben hat I (Red.) *.*) Dieser Grand genügt, doch nicht, um den Verfasser beider Abfassung seiner Schrift von den Pflichten der Logik und der plan massigen Darstellung zu entbinden. (Rec.) f) £8 sind keine Sätze herausgerissen worden, sondern ein ganzer abgeschlossener Abschnitt wurde herausgehoben, zu dessen Verstandniss das Vorhergehende wie Nachfolgende nichts weiter beitragt. (Rec.) -f-f־) Bezüglich des vom Brn. Resensenten in Nr. 36 angeführlen Beispiels (בער) igt der Hr. Verf. in der etymol. Ableitung nicht bei Gesenius stehen geblieben, der (in der ans vorliegenden Anfl.) von »leicht entflammten Zorn“ nichts sagt. (Red.) Briefkasten der Bedattlen. Mose 24 in nächster Nr.; ebenso Schluss der Bloch'sehen Artikel, sowie die Besprechung von Schwarz' Tosifta ־BTB 0rbach1־TSS5rySfig von ftobertTTiese in Leipzig.

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