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Das jüdische Literaturblatt · 1878-10-16 · No. 42. (16.10.1878) · p. Seite 168

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 42. (16.10.1878)
Date
1878-10-16
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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Gott!•) gedeutet! — Dp jedoch die ohne ^famensangabe vorangehende Mittheilimg, dass jener Aval ganz in biblischer Weise *אנא יי הושיעה'נ (Ps. 118,25.) gesprochen wurde, vön R. Möir, dem Lehrer des R. Jehpda, überliefert ist, so adoptirt Mäimoni d es in seinem Ritualcodex fHilcbotb Eulub VII,23.) mit Recht des Letzteren Meinung, upd hiernach richten ■sich auch die sephardisjchen Gemeinden (8. Beth J08 z. 8t ). Jener sonderbare Anruf sollte allenthalben dem angeführten echt hiblpchen weichen müssen, indem das gemeine Vo^c diese beiden Ausdrücke gar leicht als Fürwörter (Pronomen אני ^ich“ und ״ הלאer“) auffassen kann und soneit eine Blasphemie beginge. I^ochstädter. 2) Za Joktc'el. Mi! der Ansicht des Hrn. M. Rens (Literaturbl. Nr. 3f/) ist es schwei sich zu befreunden, weil wir ein Anölogon dazu vergeblich in der Geschichte der Rtädtenamen suchen. Mir schein/; der Npffpe Jokt’el auf .einen anderen Umstand zu beruhen. Die ans bekannte Art des Bannes wpr, dass man feindliehe 8tädte, gegen die man im Kriege nach der äussersteu Strange zu verfahren vorhatte, zum Voraus für den Gat/cedienst heiligte und hierdurch das Volk desto mehr ■um Kriege anfeuerte. Älsd/snn wurde das Gold, Silber und andere Metalle zum Schatz des Heiligthums geschlagen• Zuweilen wurde auch die ganze Stadt verbräunt. Jokt'el im Stamme Juda wurde zum Theil diesein Schicksal unterworfen, daher der Name ״Diener Gattes.“ Da jedoch die Stadt nicht verbrannt wurde, so mag der Referent absichtlich erz&hlen, dass man die ־Stydr noch zu seiner Zeit Jokt’el genannt habe. — Es ist mir auch nicht einleuchtend, dass Jekutiel Merkur bedeuten sollte. Die Juden haben nie im entferntestem daran gedacht, ihren Namen mit dem eines alten heidnischen Gottes zu identificiren und den Namen Merkur dann mit ״Kaufmann“ zu vertauschen. Ich glaube Jekutiel heisst deswegen Kaufmann, weil sich die Kaufleute für -Diener Gphes hielten. Ja im Talmud heisst es, wer sich von seinem Fleisse ernährt, ist dem vorzuzieben, der Gott bloss fürchtet. Ich glaube auch, dass Eljakim deswegen Gotschalk hiess, weil Gotschalk nichts anderes bedentet als servus Dei und Eljakim wörtlich heisst: den Gptt bestellt. Das lateinische Wort Jocus hineinzulegen, ist gezwungen. Dr. Daschak. 3) Zar Streitfrsge aber den Zeiipnnkt der Niedatrechrift des Talmud. Mit Beziehung auf die Besprechung seines קונטרס הכללים iij diesem Blatte (Nr. 8p theilt mir — zu dem in der Ueberschrift bezeichneten Gegenstände — Herr Dr. ^fellinek ein Curiosum I mit, das der Veröffentlichung werth ist. Der Rabbiüer Josef Rafaöl Chasan (ff היל), der Verfasser des mehrtheiligen Werkes »ש״ע 20111 חקרי ל, beha&ptet in letzterem (zu אל״ה, pag.'12), die mündliche Tradition חושכע׳^ס) sei erst lange nach Abschluss des Talmud n$dprgeschriebep worden u. z. zur Zeit Raschi’s. Diese Hypothese, über die Chasan eine ausführliche und scharfsämige Abhandlung am bezeichneten Orte schrieb, ist 8Q,absonderlich und schiesst so sehr über’s Ziel, denn salb8* d*e die späte Niederschrift des Traditiousstoffes verfechtenden Autoritäten hielten doch mindestens die Zqjt der Saburäer für die der schriftlichen Abfassung von kjiBo.hna und Taltnud, dass man begierig sein darf, <% Quelle dieser verwunderlichen Absicht zu erfahren. I$e§e bildet eineStelle in Bascbi zußpba mezia 33a s. v.ת״ב העוסקים במקרא וכר ואיגף,נובה, was heisst: אלא לפי (80 שנתמעטו הלבבות התחילו דורותינו לכותבו -התלמוד ״ ~ Das Wort דורותעו, das R. Chasan auf Trpp und Glauben als die Zeit Raschi's hin^ahrp, war die Veranlwnng dieses Missverständnisses, beruht aber, wie Asulai in seinem Commentar פתח עינים zur Stelle bemerkt, auf einer /,alqchen Lesart und muss hierfür, wie es i/p עין* יעקב richtig gedruckt ist, ״ ,דורות אחרוניםdie Generationen der Späteren11 gesetzt werden, worunter jedenfalls die Saburäer zu verstehen sind Uebrigens finde ich bereits in der Landau’schen Octavausgabe des babyl Talmud, der corrctesten Talmudausgabe der neueren Zeit, (Prag 1840) das fehlende אחרונים in der Kammer und den Irrthum berichtigt. 0—m. 4) Ueber die Afghanen ist in den letzten Tagen eine Fülle von Mitlheilungen gegeben worden, um über die Geschichte und Geographie des Landes zu orientiren. Eine seltsame Hypothese stellt nun die ״Times11 auf. Nach einer Zuschrift von einem Sohne des berühmten Indologen Wheeler seien nämlich die Afghanen allem Anscheine nach jüdischen Urspr u ngs; nicht orthodoxe Juden, die Nachkommen derer au9 Jerusalem und aus den Tempeln, sondern Juden von dem alten, turbulenten, störrigen Typus, welche in Sichern sich gegen Rehabeam empört und goldene Kälber in Bethel und Dan angebetet hatten. Die Afghanen behaupten, die Nachkommen von Saul, dem Sohne Kischs, zu sein. Sie sind in Stämme, Claas und Familien getheilt Sie vertheilen erobertes Laud dpreh das Loos, kennen die Ceremonie des Sündenbockes und bauen Altäre an hohen Orten. Ihre Gesichtszüge sind unverkennbar jüdische, allein ihre Sprache ist nicht die hebräische, noch ist dieselbe irgendwie dem Hebräischen verwandt. Gegenwärtig sind die Afghanen Mahomedaner von der sunnitischen Secte und als solche traditionelle Feinde der Schiiten in Persien. 5) Die Vorsteher des britischen Mu3euma in Londun haben, nach einer Mittheilung des ״Athenäum“, endlich, Dank den von Sir A. St. Layard unterstützten Bemühungen des Mr. Stormuzd Rassam, einen für die gründliche Erforschung Mesopothamiens einigermassen passenden Firman erlangt Der neue Firman wird sich nicht, wie in früheren Fällen, auf die Plätze von Kojanjik, Nimroud und Ballawat beschränken, rsondern sich über die Gesammtheit der Paschaliks von Mosal und Bagdad ausdehnen und die bis jetzt unberührten Gegenden von Süd-Babylonien umfassen. ״Athenäum“ glaubt auch, dass Ausgrabungen bei Terabolus (Karschemish) erlaubt werden Dieses bedurfte besonderer Ermächtigung, da der Platz an dem westlichen Ufer des Euphrat und somit in Syrien gelegen ist. Rahmer’s hebr. Schulbücher: 1) — in den neuesten Auflagen — Hebräische Sehreibleseflbel (mit Vorschriften), geh. 5Ü Pf. 2) Tefilia kezara I. Cursus, geh. 60 ״ 3) Tefillä kesara II. Cursus, geh. 1 Mark. Bei Einführung in Schulen oder Partiebezug werden besondere Vergünstigungen gewährt. J. Kauffmann, _Verlagsbuchhandlung in Frankfurt a. M. Der Talmud. Eine Skizze von Dr. A. Wünsche. 1607] Zürich 1879. Verlags-Magazin. Preis: 60 Pf. 1508] YanatwortUeher Bedeetear Dr. Rahmer in Magdeburg. Drnek von ■H. Horbseh in äarby. Verlag von Robert Fri es« in Leipzig

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