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Das jüdische Literaturblatt · 1878-10-09 · No. 41. (9.10.1878) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 41. (9.10.1878)
Date
1878-10-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zar Beleuchtung aller Jaden• tham and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen anf dem Gebiete den Philosophie. Geechichte.Ethn^graphie.The• ologie,OrlentaUa, Exegese, Ho• mtletik, Liturgik, Pädagogik. Hera usgegebejn von RabLjiner Dr. Moritz Rahmer. Maifdebnrj;, 1>. October 1878. Das ״Jiidlahlse I^lteraturblntt“ ersehe:! (in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Mark; frankirter Zusendung i 8 Mark. — Abonnenten der 13״ handlungen 9 Mark 80 PC kostet) erhalten das ״JUd : spaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 19 nt wöchentlich in eioem halben ^Bogen; Preis bei allen Buchhandlaage■ bei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift“ in Magdeburg mit directer 1-aelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchsehe Literaturblatt“ gratis. — Inaerate werden mit 20 Pf. für dis dreige- Ifark berechnet. Die Expedition der ,.Israelitische 1 Wocheischrift“ Bacher der einschlägigen LIteratar, welche der Red. dm ,rJfid. Literatarblatt“ 1■ I>gdebarg (oder der ,Jirultt Wochenschr.“ in Stettin) zagesandt werden, finden in diesem Blatte eingeh. Besprechung. Inhalt! Wissenschaftliche Aufsatze: Der Mosaismus im Gegen- »atz zum Aegypiprlhum. Von M. Mannheimer in Darmstadt. — Ueber Micha, Cap. 6. — Literarische Notizen Von.Dr. 11. Levysohn in Stockholm Li tera t ur be ri ch t; Recensionen: Hirschfeld, G., Dr., Jüdische I Quellen im Koran. Inserate. Der Mosaismus im Gegensatz ztini Aegypterthum in religiöser und politisch-socialer Bezieht von M. Mannheimer, emirit. Rabbjnatsverweser in ng, Darmstadt. (Fortsetzung.*) Die heilige Schrift lässt Moses ausgesetzt und durch die schützende Hand der Vorsehung errettet werden. Von der Tochter Pharao’s adoptirt und in Folge dessen in aller Weisheit der ägyptischen Priester wjhlunterrichtet, empfand e(, zum Manne herangareift, ungeachtet seiner ägyptischen Erziehung, tiefes Mitleid mit seinen unter hartem!Drucke seufzenden Brüdern; und als er eines Tages Zquge war von einer boshaften Misshandlung eines frohnarbeitenden Israeliien, überwältigte ihn der Zorn und fer erschlug den grausamen Aegypter. Die That ward ruenbar und er musste fliehen.—Timtmotis, damaliger König von Aegyptert, liess il m nachstellen. — Auf seiner Flucht lenkte er seine Schritte nach dem Südosten der sinaitischen Halbinsel, wo ein aus Midjanäern und Kenäern zusammengesetzter Stamm unter erblichen Prjiesterfürsten lebte. In ura ter Zeit bildeten die Midjanäer-Kenäer einen Bestand( leil der Hyksos in Aegypten; und ats letztere um 163) v. Chr. das Land zu verlassen gezwungen wurden, siedelten sich erstere im Südosten der sinaitischen Halb nsel an. Bei denselben suchte Moses Schutz, weil sie liieht zu Verbündeten bei der Agitation gegen Aegypten zu gewinnen waren, und er fand ihn in ergiebig( r Weise bei den Priesterfürsten ,Tethro. Er blieb bei ihm, nahm dessen Tochter Zipporah zur Frau und hütete dessen Schafe. Hier erwachte und reifte in ihm der Gedanke, Retter seines Volkes zu werden. Aber wie dies anfangen? Von Zeit zu Zeit kamen Landplagen über das Aegypterland. Angst und Schrecken überfielen alsdann die Aegypter und lähmten ihre Kraft. Eine solche Katastrophe hätte leicht von den an de: Grenze wohnenden Israeliten benutzt werden können, um sich in allgemeiner gleichzeitiger Erhebung mit bewaffneter Hand den Auszug zu erzwingen. Das wusste Moses. Aber ebensogut war ihm bekannt, dass zu einer solchen mannhaften einmüthigenSelbstbefreiung nothweidig sei: *) Im vor. Art. ist! 8. 157a letzte Zeile at. Wir 1a 1 sen Wie,! 8p. b. ’ ~ .. letzte Zeile:hinter ,,Aucha hiniaxnfQgen: da das lebendige Gefühl gerheinsamer Abstammung und inniger Zusammengehörigkeit, Sinn für die höheren Güter des Lebens, festes Vortrauen auf den Gott ihrer Väter, Eigenschaften, die den Israeliten abhanden gekommen waren. Die fortdauernden harten Frohnarbei* ten hatten einen lähmenden Einfluss auf Körper und Geist geiübt, Druck und Elend einen hohen Grad von Stumpfsinn erzeugt (2 Mos. 6;5). Das Glück ihrer Herren tlmd Peiniger hatte in ihnen den Wahn erzeugt, es müsse an den von ihnen verehrten Göttern doch was Wahres sein; sie müssten Macht und Güte genug besitzen, um ihre Verehrer glücklich machen zu können. Sie nahmen daher Theil am Götzendienste und seinen Lastern, an der Verehrung des Apis und seinem unzüchtigen Cultus. Geblendet von den Reizen einer äusserCn fjultur, hatten sie! die einfachen, lautern Sitten der Väter aufgegebea und die der Aegypter angenommen. Durch all dies fuhr der Geist der Zwietracht, Zerfahrenheit und Auflösung unter das Volk. Wie ist aber ein so tief gesunkenes Volk wieder aufzurichten? Diese Ftlage möchte viele Jahre hindurch die Brust des Moses bewegt, sein Sinnen und Denken beschäftigt haben, bis sich ihm der'Goitt seiner Väter als das ewige absolute Sein bezeugte und in ihm den Gedanken erweckte, dass nur der geläuterte und vergeistigte Gottesbegriff ,die Kraft besitze,, das hinsiechende Volk zu neuem L(jben zu erwecken, gegen Aegyptens Art. und Weise zu schützen, von ägyptischem. Götzenthuoa za trennen, die Glieder des Volkes zur Einheit! zu verbinden und demselben Vertrauen auf die MacntfüUe Got׳- tes einzutlössen. Der vererbte Gottesbegriff El, Elohim, El schaddlai, welcher Kraft, Macht, Allmacht bedeutet, schloss epensowenig die Vielgötterei Jius, dji man sich ja die Eine Alles umfassende Macht in viele Mächte getheilt denken könnte, als die bildliche.Darstellung des Göttlichen, wie sich dieses in der üppigen Natur Aegyptens vielfältig auswirkte. Eine solche Ausschliessung und.somit die Entgegensetzung gegen! Aegyptens Polytheistbus vermochte nur der Begriff.JHVHzu voll-, bringen. —- Aber wie mochte sich im Geiste Moses die Läuterung1 und Vergeistigung des Gottesbegnffes vollzogen habjen? Konnte schon die'erhabene .Einförmig-., keit der Wüste Sinai im Gegensätze zum bujnten Wechsei der Natur in Aegyptenland den Gedanken des Sichgleichbleibenden, Unveränderlichen,- Ewigen |in ihm anregen,*) sh musste dieser Gedanke beim Anblick des majestätisch jn den Himmel ragenden Sinäi-Gehirgea mit seinen schauerlichen -Felsenklüften die kräftigste Nahrung tjmd Stärkung finden. — Hohe Bqrge galten dem Altetthume als das Unvergängliche, Beharrliche ist die Ansicht Max Müller'• in seiner vortrefflich— vergleichenden Bfligigäwirniwhift ן Einlei T

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