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Das jüdische Literaturblatt · 1878-08-14 · No. 33. (14.8.1878) · p. Seite 132

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 33. (14.8.1878)
Date
1878-08-14
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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— 132 — :n; der Vergessenheit war eben der des Geheges von seiner ,Umgebung auch nur eine Ahnung hatren. Erst der wiedererwachle, wissenschaftliche Geist, der das Auge klärte, den Gesichtskreis weitete, lenkte in jüdischen Kreisen seit kaum einem Jährhundert die Blicke auf das verlassene Gebiet. Wohl war es nicht völlig unbekannt geblieben in der langen Re he der Jahrhunderte, wohl hatte die Kirche auch daran es bewährt, dass für sie noch immer gut genug, ja der Heiligsprechung werth erschiene, was die Synagoge nur »stiefmütterlich behandelte, aber es waren fremde Hände, welche die Wartung übernahmen; die Pflanzung musste verfallen. Mit immer grösserer Gewissheit bringt es die Forschung an den Tag, dass es vielfach hebräische Oiiginale waren» was der Sammlung unserer Apokryphen zu Grunde lag, aber es hat noch' immer nicht gelingen wollen, ^uch nur. Eines derselben in der Uispräche aufzutit Untergang auf 81 n Fuss gefolgt Und dennoch hat das jüdische Mittelalter nicht so sehr aller Kenntnis« der vorzüglichsten Apokryphen entbehrt, wie es!auf den ersten Blick allerdings scheint-n möchte. Wir wissen-es z. B. von Saadja und Mose Nachman mit Gewis-heit, dass ihnen einzelne Apokryphen bekannt waren, und wenn wir der inerkwürdigen,t durcli Frrkowitz aufgefundenen Notiz (Hakarmel 1871 p. 64 > trauen dürfen, dann hätten wir sogar vou Ben Sira, din Makkabäerbüchern u. A. zu berich-*׳ ten. die, wohl »ccentuirt und nach Versen ahgetheilt, noch den Zeitgei ossen des grössten Gaon zugänglich ge- ,wesen sind. Auch von dem Buche Tobi war eine deutliehe Spur vorhanden, da wir am Schlüsse des Tanchuma einen 1Atszug daraus finden, der dem Midrasch KT Mose Hadars« han’s entnommen ist. Die neuere Hibliographie hat auch aus früheren Jahrhunderten hebräische Uebersfe! zungen nachgewiesen, welche das Interesse für die Apokryphen in jüdischen Kreisen beweisen können, aber von einem Alten *Original, das irgendwo aufgetaucht wäre, wollte schlechterdings nicht die Rede sein. Man begieift darum das freudige Aufsehen, weldies die erste 1 lachricht hervorrufen musste, dass Adolf Neubauer das Original von Tobi anfgel'unden habe. Mit anerkennet iswerther Raschheit ist auf die erste Kunde ,die Aus;;abe selbst gelolgt. in einer Ausstat tung, wie sie nur englische Mittel und Werkstätten, wie -die der Clarendon Press, zu Wege bringen. Dass es nun freilich das Original des Buches sei, das uns da vorliegt, das will der Herausgeber selber sicht -behaupten, der vielmehr seine liebe Mühe hat, auch nur das wahrscheinlich zu machen, dass es unser chaldäischer Text in erweiterter Form gewesen, aus dem sein jüdischer Lehrer dem Hieronymus diktirte. Bevor jedoch noch das Buch selber uns. beschäftigt,, werden wir vcu einer Frage in Anspruch'genommen,’ die zu deu interessantesten der jüdischen Liieraturgeschichte aus dem Mittelalter gehört und der denn auch Neubauer mit Recht einen Tlieil seiner schöuem'und zweckmäs.-igen Einleitung gewidmet hat. Bereits vor nahezu einem halben Jahrhundert hat Zunz in den ^gottesdienstlichen Vorträgen“ p. 287—293 die Existenz eines Bereschith rabbathi des R. Mose Haddarschan ül>er alle Zweifel sichergestellt. Man merkt es deutlich an den Ausführungen des Meisters, dass er es nicht übersehen habe, wie in dem pugiö ädei Raymund Martin’s .neben jenem Werke auch ein Titel Bereschith rabba major auftreten. Eine Handschrift Rapoports mit der Ueberschiift בראשית רבתי אשר *P צאתי בכתיבת&, in der einzelne Fragmente Martin’s ■eich nhcbweUc n liessen, scheint jedoch den A nstoss gegeben au haben, dis verschiedenen Titel für Bezeichnungen eined und desselben Buches zu halten. Es war somit ■in Ri’s Handschrift der eche Midrasch R. Mose’s gefunden j Nach 42 Jahren unternahm es nun Salomon Buber im Ilamagid 1874, 140, 148, Zunzen’s Ansicht zu beMrfeben und durch den Nachweis, dass alle bei Abravaiel im ישועית משיח״ als aus dem Buche R. Mose’s stammend angeführten Fragmente in der Handschrift bik ajuf eine einzige Ausnahme fehlen, die Autorschaft R. Mo=e Haddarschan’s ganz entschieden zu bestreiten. Diesen Bericht Buber’s nennt nun Jellinelc (Betha-Midrasch VI p. XIV) einen ״unzutreffenden“, ohne es jedoch auch nur zu versuchen, die besonnenen Argumente B.’s zu widerlegen. Uie Beschreibung, die J. seine!seits von der Handschrift, entwirft, die Mutlimast ungen, die er in Betreff des Originals dieser Copie aufstellt, erwecken den Schein, als ob er zwischen dem מדרש "בתי und den Glossen desselben unterschiede, indem er die letzteren allein dem R. Mose zuschreibt. Andererseits ergiebt sich jedoch aus seinem קונטרס תר״יב p. 47. dass er בראשנת רבה רבתי und בראשית רבתי דר׳משה הדרשן unbedingt indentilicire. Indessen : hat Huber die Unhaltbarkelt der Jellinek’schen Auseinandersetzung im Hammagid 1878 p. 70 zu beweisen unternommen, so dass R. Mose Hadarschan zum zweiten Male um seine Autorschaft geprellt erscheint. Neubauer’s Entdeckung fällt nun in die Mitte dieses Wirjbels Da» Bucli Tobith führt nämlich in dem Sammelbande in dem der Herausgeber es entdeckte, folgende Ueberschrfft:מעשה טוביה והוא כתוב במדרש רבה דרבד, פרשת ויצא יעקב פרשתא ע". Eines stand vor Allein fest, dass es 1|nser Rabba nicht sein kann, aus dem die»er Auszug entnommen wäre.. Die Bezeichnung דרבה, die Neubaußr p. VIII als in der ganzen Literatur unerhört hinstellt, hat nichts Auffälliges, wenn man sich der Bernerkun ״ A. i. D 's erinnert, der im הקבלה D e<J• Basel f. 63 b. Rabba zum Urheber aller Rabboth macht. Es bleibt darum nur zu untersuchen, worauf die Heuennung מדרש רבה sich beziehen soll. Da nun Neubauer die Wahrnehmung machte, dass ein von R Martin aus den» Midrasch Bereschith rabba angeführtes Fragment von! Wort zu Wort sich in seiner Handschrift finde, so lag es nahe, den Midrasch Rabba Derabba mit dem Bereschith major Martin'« zu inditiciren. Es war hiermit aber auch die Veranlassung gegeben, ferner von Neuem die Fratre zu untersuchen, wie es sich mit dem Anl heile R. Mose Haddarsehan’s an diesem Midrasch venalte und ob etwa die Auszüge der Oxforder Hand- 8ch־ift dem Werke dieses Sammlers entnommen seien. Hitr galt es, die Anführungen bei A.bravanel einer erne! ten Prüfung zu unterwerfen. Neuhauer gelangte hie •bei zu der treffenden Unterscheidung, dass nur der Bereschith rabba des R. Mose Haddarschan, nicht aber auch Bereschith rabbathi dem Abravanel vorzulegen halte und dass somit zwischen beiden Werken, die seither für identisch galten, fortan s reng geschieden werden müsse. (Schluss folgt.! Die RestauÜage von circa 800Exemplaren: Da« Gebetbuch der Synagoge für SflTentllehe und HKatllehe Andacht, mit besonderer Rücksicht auf Frauen, übertragen und bearbeitet von l)r. J. Ei. gaalschütz (1839) 10 Bogen stark ist billig za verkaufen. Probeexemplare liefert auf Verlangen Bon’s Verlagsbuchhandlung 1417]in KilriytwrB i Pr. -1—r--,-1- - --- O __ zwt.j tu njsnsytn W « *1• — «fMiftiuk■ v Mfftictatr Or, JC4hiucr in llagdebarg. I>n1rk von CI. ächarnke in Ü&rby, Verlag von Robert Frfieaje in Leipzig•

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