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Das jüdische Literaturblatt · 1878-07-17 · No. 29. (17.7.1878) · p. Seite 116

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 29. (17.7.1878)
Date
1878-07-17
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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116 — העבודה ז־,ןאת für den Sinn der Stelle, da es in ganz neuem Lichte erscheint, unbedingt des erläuternden Zusatzes: מה המורח הזה, und die Neuheit der aus פשה לי gebildeten Antithese erforderte wiederum die ■“־ uns breit erscheinende Fassung. Die Kürzung war einq Folge der Praxis, in der jene Auffassungen nahezu typisch geworden sind. Durch die Praxis ist das Wörtchen בן geschwunden*), ihre Leistung ist es, dass dem רשע >n 80 harten Ausdrücken zu Leibe gegangen wird, denn die Praxis ist mit Recht auf den Effect bedacht, unter-ihrer erfahrungsreichen Meisterhand hat sich der טיפש, dem durch den Sprachgebrauch der Beigeschmack des Narren gleich שומה anhaftete und der dadurch als lächerliche Figur in der Beartheilung in die Nähe des allein zu verachtenden רשע gerückt worden wäre, in den viel harmlosem תם verwandelt. And die Pessachhagada vertritt eben die Praxis, die in der Boraitha des R. Chija die erste Auflage der ארבפה בנים vor sich hatte.*) Die Mechilta, die doch eine theoretische Tendenz verfolgt, wäre nie zur Aufnahme jener aufgeführten Wandlungen, gekommen, wenn sie aus der ersten Quelle geschöpft hätte, ihre Quelle war aber die Pessachhagada. Dieses Verhältniss wird auch durch die Zeugnisse erhärtet, nach welchen die Pessachhagada einen Theil der Mechilta gebildet hat (Man vgl. Friedmann Gap. 16 Ab. Pisscha Anm. 21). Literaturbericht. KeeeiaUiei. HofTmann, Dr., D. Abhandlungen über die pentateuchischen Gesetze, erstes Heft, Berlin, Verlag von M. Driesner. 8—92 S.) (Schluss.) Was hiergegen von Widerlegungen in’s Feld geführt wird, ist grösstentseils unbewiesene Voraussetzung oder hat wiederum traditionelle Anschauungen zum Rückhalt. Eine schöne und zutreffende Bemerkung im Sinne der Tradition ist es, wenn S. 144 ausgeführt wird, dass der 16. Nissan nicht besser als durch מחרת השבת auszudrücken war, weil מחרת החב als Tag nach Schluss des ganzen Passahfestes und מחרת הפסח als Tag nach dem Passahopfer, welches hauptsächlich mit 0ח& bezeichnet wird, als der 15. Nissan, missdeutet werden konnte. Indess ist dieser Gedanke nicht neu, da er sich bereits bei Malbim zu 15 ,23 ת“כ findet, 164 § התורה והמציה. Ferner ist es unbegreiflich, weshalb sich der Verfasser im Sifra oder ת״ כ zu 23, 11 nicht zurechtfinden kann und demselben eine höchst seltsame Wurzel zumuthet. Wenn dort gesagt wird: ינ׳ שמות יש לו: עומר שברים׳ עומר תנופה. עומד שמו s° soll damit keine sprachwissenschaftliche •Forschung gegeben, sondern nur die Bedeutungen angezeigt werden, welche unter der Bezeichnung עומר■ cursiren und . zwar heisst es nach ״ :ראב״דDreierlei wird mit Omer bezeichnet 1) ein Bund Aehren, 2) das Gerstegraupenopfer, 3) eip Hohlmaass.“ (Malbim giebt eine andere Erklärung.) Wir haben dem Verfasser dieses Versehen vorgerückt, um ihn daran zu erinnern, wie wenig es Ihm zusteht, seine Animosität gegen einen Gelehrten wie Herzfeld, der auf '1dem Gebiete der Kanzelberedtsamkeit und historischen Forschung mit das Beste ge- .leistet hat, was die jüdische Theologie der Gegenwart aufzuweisen hat, auf die Discussion zu übertragen und dort, wo dieser Forscher geirrt hat, sich als tiefen Kenner und gründlichen Kritiker aufzuspielen. Im Aufsalz V (S. 73) wird nämlich Herzfeld ״Oberflächlichkeit und Mangel an Kritik“ vorgeworfen, wo er eine beachtenswerthe Stelle aus Josephus Antiqu. 13, 13, 5 verwerthet, um nachzuweisen, dass inan damals nicht einen blossen Kthrog gebraucht, sondern einen ganzen Zweig mit daran hän.tcvider Frucht in den Feststrauss eingebunden habe. Herzf.• unterschätzt allerdings zuweilen die Bedeutung der Tradition, gleichwohl braucht dies hier nicht der Fall zu sein, weil er ja die Anordnung des Feststrausses ausserhalb des betreff. Gottesdienstes im Auge haben kann. Wieso Herzf. zu seinem Irrthum gekommen, wird auch gar nicht klar gemacht, der Aufsatz beschränkt sich darauf, der Herzfeld’schen Combination die talmudischen Vorschriften für den Feststrauss während des Gottesdienstes entgegenzuhalten, so dass die ״Oberflächlichkeit“ HerzfelfcTs von dem Kritiker getheilt zu weiden scheint. Der Erstere hat sich zu seinem Irrthum von der lateibischen Uebersetzung verleiten lassen, welche *Ep30mit: ramus ״Zweig“ wiedergiebt: bedeutet aber nicht einen Zweig, sondern einen ״Stab“, an dessen unterem Ende ein Tannenzapfen oder Epheu oder Weinlaub befestigt war. Denkt man sich den Ethrog an den Palmenzweig befestigt und so über die Schulter geworfen, — was nach der talmudischen Relation von den Männern Jerusalems (Suckoth 41b und 36b) gar nicht anders denkbar ist — so hat man etwas dem Thyrsus Aehnliches. Es stimmt dann überaus mit dem Talmud, wenn Josephus erzählt: ״an diesem Feste ist es gebrauchlieh, Palmzweige und Citronen th y r susar ti g zu tragen.“ Reland’s Konjektur *'-'P'-׳-׳, wie jede andere, ist überflüssig. Wir heben nur noch Aufsatz VI hervor ״die Freilassung der hebr. Knechte im Jobeijahre“, weil diese beiden aufeinander folgenden Aufsätze die Lehre vom Splitter und Balken zu illustriren geeignet sind. Bekanntlich ist die Freilassung aller isr. Sklaven im Jobeljabr nach der Tradition obligatorisch Wenn es jedoch im Pentateuch von einem Sklaven, der im siebenten Jahre von seinem Recht der Freiheit keinen Gebrauch machen will, heisst: יועבדו לעלם s0 fasst die traditionelle Auslegung dieses יי לעלם bis zum Jobeljahr“ auf. Welches Recht hat sie dazu? warum bedeutet ihr das לעלם beim kananitischen Sklaven ״für immer“ לעלם בהם תעבדו? Diese Widersprüche will der Verfasser durch die Behauptung beseitigen ועבדו לעלם״ n0ch nicht dasselbe wie ״לעלם בו תעבוד (S 77). Zur Begründung dieser kühnen Behauptung erfahren wir ungefähr, dass das Erstere den Schwerpunkt in die Rechts- Sphäre des Sklaven, das Letztere dagegen den Schwerpunkt in die Rechtssphäre des Herrn verlegt. Verräth eine solche Argumentation etwa keine bedenkliche Schwäche und mangelnde Kritik? Druck und Ausstattung ist gut. Aufgefallen ist es uns, dass die .Jahresangabe 1878 auf den Titelbättem fehlt.?•; *) Die Leseart איתנו■ die auch Maimonides in der Pessachbagada hat, erscheint authentisch, während die Leseart אתכם Correetur lat. Das ist höchst seltsam, ist aber erklärbar, wenn man bedenkt, dass die correcte Anführung von Deatr. 6. 20, den הכם im Vergleich zum ירשע bei dem der Schwerpunkt um 9 לכםich dreht, in ein gar schietes Lieht gestellt hätte. Der Autor sah in .diesem Abweichen, da es sich doch um keine Deatung, sondern um eine blosee Anwendung eines Schriftworts handelte, ein harm 10^ee_vollberechtigtea Vorgehfeu, Verantwortlicher Redactear Dr. Briefkasten der Rsdactian. Hm. Rabb. Dr F. in K Ihre Abhandlang ist mir hierher nachgesandt worden; der Abdruck eilt nicht. - - Hrn Dr. M. in B. In nächster Nr. beginnen wir mit dem Abdruck Ihres Aufsatzes; sodann — Hrn Rabb. Dr. H in B■ der Ihrige über denselben Gegenstand. — Hrn. R. in B. Erhalten, sehr geeignet, wird demnächst erscheinen. — Hrn. M. in D. ״H'־ bl io graphisches“ (Schluss) in nächster Nr. — Hrn Rabb L in R. Ich am z8. nicht mehr hier. — Hrn. Dir. Dr. k. in W. Ich kann das Betreffende eist von Magdeburg aus erledigen. Rahmer in Magdeburg. Druck von U. öcharuke in Barby. Verlag von Robert Friese in L!e1pzig .

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