Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 24. (12.6.1878)
- Date
- 1878-06-12
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
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Bibliographisches, erschien. Wer an Talmudstadien Interesse hat, möge sich die Schrift des Herrn Dr. Lewy anschaffen, denn er wird darin Vieles finden, was zur Bereicherung seines Wissens dient. Die Schrift ist mit Wärme und Liebe geschrieben und athmet den wahren Gleist unserer Rischonim. Höge sie unseren Talmudbefiissenen bestens empfohlen sein. . Dr. Rawicz, Bezirksrabbiner in Schmieheim (Baden)| Baer, Abraham. מל תפלה Der praktische Vorbeter. Gr. 8. XXII und 358 S. Frankfurt a./M. bei J. Kaufmann. Die Besprechung des vorliegenden grossen Werkes giebt uns Gelegenheit, etwas näher auf die Zustände unserer Synagogen-Musik einzugehen, und dabei einen kleinen Rückblick auf die Vergangenheit derselben zu geben. Zunz kommt in seiner ״Synagogalen Poesie“ oft auf die Vor beter de^ Mittelalters zu sprechen und stellt ihre Bedeutung auf dieselbe Stufe, welche der Sofer neben dem Priester eingenommen.1) Nun, die Zustände in der heutigen Synagoge haben sich eines Vergleiches mit denen des Mittelalters gewiss nicht zu schämen, vielmehr ist das Cantorat heute ein wichtigerer Factor des öffentlichen Gottesdienstes, als es je gewesen. Und macht es heutzutage auch die grösste Gemeinde der zu Palermo nicht nach, von der Oba^ja aus Bartinoro in einem Briefe1) aus dem Jahre _1488 «wählt: וחמישה חתם מושכרים זדו לקהל ההוא ומתפללים בשבתות ובימים טובים בקולות ובנגעים פריכים לא ראיתי כהם ליהודים בכל המקומות שעברתי, so bestrebt sich heute doch jede grössere Gemeinde, den Gottesdienst durch Chorgesang (theilweise auch durch Orgelspiel)) zu verschönern und ihn zu heben. Wie sich auch die ״Zionswächter“ dagegen sträubten, musste sich doch die Erkenntniss, dass Chorgesang nur erhebead wirken könne, Bahn brechen. Mit wahrer Freude und sichtlicher Genugthuung blickt ein Sulz er auf sein bahnbrechendes Werk zurück, wenn er auch nicht zu leugnen vermag, dass er in Naumbourg und Weintraub tüchtige Nacheiferer gefunden. Enthalten ihre Werke auch ganz andere Liturgien, so muss man gestehen, dass erst Lewandowsky in seinem קןל ףיןךן sich als offenbarer Gegner Sulzefts gerirt. Und das mit Unrecht. Die in dem Vorworte ihm entgegengebrachte Nichtachtung abgerechnet, braucht man, um Gemeindemeindegesang einzuführen, wahrhaftig nicht erst Com- Positionen, wie L.’s 1 לכו נרכנה Lewandowsky ist als Chorcomponist grossartig, packend, in seinen Recitati- _ven für kleiner» Cantoren ganz hübsch: aber alte Weisen verdrängen, am hallensische Liedchen einzuführeu, ist unverantwortlich. Und gerade er wüsste gar zu gut, alte Melodien zu verwerthen, weil er, unübertrieben, unter den Synagogen-Compo nisten der beste Musiker ist Wollte Lewandowsky in seinem angeführten ־־ Opas seinen Seminarschülern ein Werk an die Hand geben, so konnte Deutsch den Schülern seines Cantor-Instituts ein Gleiches nicht vorenthalten. Zufällig im selben Jahre, 1871, erschien Deutsch’s ״Vorbeter־ schule,“ die um so willkommener war, als sie ״einem starkgefühlten Bedürfnisse, wenigstens das polnische חזנות auf alle Jozeroth und Slichoth des Kalender-Jahres aufghschrieben zu haben, abhalf. Eine ganz andere, hehre Aufgabe hat sich nun Baer gestellt und sie auch meisterhaft gelöst. (Forts, folgt.) Beuthen 0./8. Ed. Birnbaum. 1) Die Ritus 8. 6 *) Neubauer, im Jahrb. f. d. Gesch. d. Juden IlL p. 196. Inhalts verzeichniss des im Jahre 1876 auf der hiesigen Gr Hofbibliothek aufgefundenen hebräischen Codex manuscriptus (T 0פר כתב) (No. 13 der orientalischen Handschriften) Die Blätter haben Quartformat, jede Seite 2 Spalten: 12 2) מדרש ממלך המשיח ומגע מגע bi. 1) דיני אבלות 8 16 4) שלשהp. (17 3) גזרות הישנות (תתנו Spalten 4 5) שימושי החומש שנמסר למשה Sp. פעמים בכל וכר V, 8p.2 7) סדר של גן עדן Sp. 8 4 6) פרק גן עדןp. (10 1 Sp. 2 9) חיבוט הקבר Sp. 8) פרק של גהינם עשרה שאילות שאל ר׳ אליעזר להקבה מדחיית המתים 2 11) יצירת הוולד ועציצו מיסודו של רבינו אליעזר Sp. 4 8p. 2 12) מעשה של גן עדן Sp. בר יהודה ממננצא (15 2 8p. 8 2 14) עקדת יצחקp. 13) פטירת אהרן 1 Sp.1 16) מי יסד ונתנה תוקף Sp.מדרש מריב מים ויין (Fortsetzung folgt.) Anmerkungen. Ad i. Die דיני אבלות rfthren von einem Schüler des Mahram Rothenburg her, denn im QQ דץ heisst es: ואני הצעד כשהייתי נער והייתי יוצק מים על די מה״רם דל Ad 3. Der hebräische Text der 181 גזרות הישנ1ת lm Heft des ״Magazin für jiid. Wissenschaft“ erschienen. Es wurde eine Anzahl Separat-Abdrücke davon gemacht, die bei Herrn Julins Bentian in Berlin za haben sind. Eine deutsche Uebersetzung davon ist bei A. Lange (Darmstadt) erschienen. Ad 4. Dieser Midrasch heisst ,מעשה תורד — Zunz sagt hiervon in seinem klassischen Werke (G. V. S. 983 u. 284): ■BisweUen sind auch aus den ältern und grössern Werken Auszüge Und Zusammenstellungen in gewissen Beziehungen gemacht und dann selber zur Klasse des Midraschim gezählt worden. Dahin gehören höchst wahrscheinlich: 1) ein Midrasch Uber die Gründe etc.; 2) das sogenannte Maaseh Tora, eine Zusammenstellung von Sachen in der Reihenfolge der Zahlen von 3—10, aus halachiscben und hagadischen Werken, zum Theil aus dem Middoth des R. Nathan zusammengetragen“. Ibid. Anmerk. d. Ende. ,Der Satz שבעה דברים נוח לו לאדם שימות ואל יראה אותם enthäi‘ statt sieben nur drei Sachen.“ lm hiesigen cod. man. enthält er 4 Sachen, nämlich: es sei besser, der Mensch stürbe, als dass er in seinen Lebzeiten seine Bänder hinsterben sehen, oder dass er einen Andern tödten, oder dass er sich in die Gewalt eines Menschen begeben, oder dass er seinen Nächsten öffentlich beschämen müsse. — Im Kol Bo $ 18 steht dieser Midrasch gedruckt und wird daselbst Rabenu Hakadosch zugeschrieben. Ad 5. Von dem Inhalt dieses kleinen Midrasch soll näclistens eine kurze Beschreibung folgen. Ad 10. Dieses Hagada- Fragment bringt Herr Dr. Jellinek im sechsten Theil des Beth ha-Midrasch. Die hiesige Handschrift stimmt im Ganzen mit dem Texte desselben überein, die Abweichungen sind unerheblich, nur in der Beantwortung der vierten Frage ist sie ausführlicher und dadurch verständlicher als der Jellinek'sche Text. M. Mannheimer. Natlz. Von dem als hebr. Bibliographen bekannten Buchhäniiler Cb. D. Lippe in Wien wird in nächster Zeit ein nicht uninteressantes Buch dem Drucke übergeben werden. Dasselbe betitelt sich ״Statistisch-bibliographischer Anzeiger“ und enthält ein lexikalisch geordnetes Schema sämmtlicher Rabbinen, Prediger, Lehrer, Cantoren, Schriftsteller, Freunde und Förderer der hebräischen Literatur in Europa uud Amerika nebst Angabe aller von denselben verfassten und edirten Bücher, Literatur- und Zeit- Schriften, in bibliographisch-lexikalischer Anordnung dargestellt. Ein Hand- und Nachschlagebuch für Buchhändler, Schriftsteller, Gemeinden etc. In diesem Schema wird der Herausgeber gleichsam die gesamrate hebräisch-deutsche Literatur der Gegenwart zur Dar- Stellung bringen, um so eine sehr fühlbare Lücke auf dem Gebiete der specifisch hebräisch-deutschen Bibliographie auszuiiillen. Der ״Anzeiger“ wird in Lieferungen ä 6 Bogen (Jross-Octav erscheinen, und wird die erste Lieferung im September ausgegeben werden. Die Nützlichkeit und Erspriesslichkeit eines solchen Unternehmens leuchtet von selbst ein; doch ist, um Vollständigkeit zu erzielen, die Mithilfe der Interessenten unbedingt nothwendig. Insbesondere werden die jiid. Rabbiner, Prediger, Lehrer u. s. w. um baldige Einsendung ihrer Adressen (nebst etwaigen bibliographischen Notizen über ihre liter. Publikationen) an die Adr. des gen. Hrn. Ch D. Lippe, Buchhändler in Wien I, (Set- - tenstettengasse 2) ersucht. badMteur Üarby. Verlag von -Robert Frieae in Leipzig•