Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 24. (12.6.1878)
- Date
- 1878-06-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5367336-6488234-8755631--1034-4854480- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
STo. *4. Znr Belcarhtaag aller Jadentham and Jaden betreffenden llterarlaeh. Krachetnan gen aat dem Gebiete der Philosophie, Geeehiehte4£thB0graphle,Theologte,Orleatalla, Exegese, Homtletlk, Lltargtk, Pädagogik, Herausgegebeu von Rabbiner Dr. Moritz Rabiner. Mag-debarg, ISS. «Tuni 1878, Bficher der eleachllglge■ Uteratar, welche der Eed. des nJ&d. LiteratarMatt“ Lmjla gdebarg (oder der ״idraalit. Wochennehr.“ ln 8tettlm| ■ngeaaadt werden, Und«■ ln lUeM■» Blatte eingeh. Bespreehang. Du ^JAdliehe Llteratiii'blAlt^ erscheint wöchentlich; Preis bei allen Postanstalten and Buchhandlangen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Hark; bei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift“ in Hagdebnrg mit directer frankirter Zasendung: 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift* (die vierteljährlich bei aller Postanstalten und Buchhandlungen 3 Mark »0 Pf kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ grn tis. — Inserate werden mit 20 Pt fllr di• dreigespaltene Petitzeile, bachhändlerische Beilagen mit 12 Mark berechnet. Die Expeditlea der ״Israelitisobei WookeaaohrifL“ •3$ -m ־■a,u ’V % Inhaiti Wissenschaftliche Aufsätze: Der Darwinismis in der Agada. (Fortsetzung.) Von Dr. B. Placzek. ' Einige talmudische Termini, kritisch beleachtet von Dr. Bloch. Litera tarbericht: Recensionen: Lewy, Dr., lieber e nige Fragmente aus der Mischna des Abba Saul. (Schloss.) — Baer, Abr., בעל תפלה■ , Der praktische Vorbeter. Bibliographisches. — Notiz. Der Darwinismus in der Agada. (Forts.) Von Dr. B. P1 & c z e k. In Thierlauten werden Worte vernommen vom Löwen, Rinde und K&meele, Pessachim 112 b. —\ Raschi’s und Raschbam’s Erklärung zur Stelle scheint nicht riehtig) — von Tauben, (Chulin 139 b). Nicht pelanglos erscheinen solche Bemerkungen, wenn wir beacjhten, was Darwin über den Ursprung der articjulirten Sprache sagt: ,Ich kann nicht daran zweifeln, dass die Sprache ihren Ursprung der Nachahmung und der durch Zeichen und Gesten unterstützten Modification verschiedener natürlicher Laute der Stimmen anderer Thiere und der eigenen instinctiven Ausrufe verdankt.Da es auf die Frage der Nachahmung ziemliches Licht wirft, verdient die bedeutende Neigung bei unsem nächsten Verwandten, den Affen, bei Microcephalen, Idioten (nach Carl Vogt) und bei den barbarischen Menschenracen, alles was sie nur hören, nachzuahmen, wohl eine Beachtung.“ (Abstammung des Menschen I. 47, 48.) In den Onomatopoeticis, die in vielen Sprachen mit demselben Klang gleiche oder ähnliche Biedeutung verbinden, haben wir die erkennbarsten Spuren der ursprünglichen Sprachbildung. Was die Entwicklung der Sprache anbelangt, meint Büchner: ״es mögen anfangs nur 8. g. Emptindungs- oder Gefühlslaute gebildet worden sein, während sehr bald danach Buch s. g. Nachahmungslaute oder Ahnlaute, wobei Töne der äussern Natur, s. g. Naturlaute, nachgeahmt( wurden, hinzukamen und dazu (»eil rügen, den dürftigjen Wortschätz zu vermehren. Daher gibt es auch; in allen Sprachen, so viele und verschiedene deren sein mögen, (man zählt über die ganze Erde ungefähr dreitausend ' Sprachen), eine nicht geringe Anzahl gleichbedeutender und auch mehr oder weniger gleichlautend^ Worte. Während daher der Emptindungslaut Anfangs nur ein unwillkürlicher Begleiter der Empfindung war i :*i ■k ■i •9 ::-:y er später als unabhängig von dem ihn tragenden .Qe-; fühle auf und wurde aus einer Empfindungs-Aeusserung ein Empfindungszeichen, welches, statt von der Empfin-״ . .,.- düng hervorgeruten zu sein, vielmehr selbst dieselbe her- ¥ fe vorzurufen bestimmt war, und die erste Phase der Exisjtenz des Wortes als solches fand statt, als der Empfindangalaat ' nicht als solcher hervorgebracht, sondern unwillkürlich angewendet wurde, um die ihn begleitende Empfindung oder die bei dem Genossen gemnthmasste entsprechende hervorzurufen.“ — ״Dieser Zusammenhang zwischen-׳' thierischer und menschlicher Lautäusserung ist npeh Dr. Gustav Jäger ein so inniger, dass eine Aufhellung der Frage von der Sprachentstehung ohne genaues Stadium der Thiersprache nicht möglich ist» (Vgl. Büchner» die Stellung des Menschen 213—216.) E. Dupont fand, dass Tauben zwölf verschiedene Sprachtöne haben, um ihre .׳ Wünsche und Affecte auszudrücken. Die tierischen 1 Schreie für die verschiedenen Empfindungen, wie Hass, ז*'. Liebe, Schreck, Freude, Zorn, Furcht, sind nach, tCie• ÄJbj mence Royer die ersten Wurzeln aller Sprachen; und an sie schlossen sich später1 die Nachahm1mg81aute aus der äusseren Natur an. Indess gesteht selbst Schleieher (״Über die Bedeutung der Sprache für die Natur- . .yt geschichte des Menschen“) zu, dass die Sprache als Gedankenausdruck durch Worte das ausschliessliche kennzeichnende Eigenthum des Menschen sei und nicht za i•’ä verwechseln mit der Lautgeberde der Thiere. Was j übrigens auch die sprachgenetischen Erklärer (Lazarus ־,־^ mitinbegriffen) über die Entwickelung der Menschen- ׳’■; spräche Vorbringen mögen, gewiss ist) nur das Eine: ,*J Die Naturlaute in der Menscbensprache können den ־|?|r gleichwertigen Thieräusserungen als homogen gelten, ohne dass darum die Ableitung der menschlichen Wortspräche!von ähnlichen Lautprocessen in der Thierwelt mit Notwendigkeit sich folgern liesse, um öinen ausreichenden Erklärungsgrund für Inhalt und Bedeutung - der Menschensprache abzugeben.. Der juristische Satz: duo si flaciunt idem, nom est idem — kann auch als vernehmliches Halt allzu phantasiereicher Sprachevoiutionisten gelten. — Merkwürdig sind die in der Agada erwähnten Beobachtungen des Intellectes bei der Ameise, von der! trat * Ch. Darwin, gestützt auf Präparate, die sein : ־ ־ ■בי ■ V . ... ___