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Das jüdische Literaturblatt · 1878-05-22 · No. 21. (22.5.1878) · p. Seite 82

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 21. (22.5.1878)
Date
1878-05-22
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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-5׳»• — 82 — Alsdann sage ich, am dies dem Verständniss näher zu bringen, es verhalte sich damit, wie wenn Jemand von seinem Gelde 1000 Sus abzählt: fünf Personen ä 33 Sus, sechs Personen 4 161/, Sus, sieben Personen ä 14*1 8 ךus, acht Personen ä 12*/, Sus, neun Personen A IO1/» Sus. Nun will er den Rest der Summe Anderen sofort richtig veranschaulichen; er behauptet also, dass der Rest 500 Sus betrage und sacht diese Behauptung1) durch das Zählen des restirendea Geldes zu beweisen. Sobald er es nun sofort zählt und 500 Sus vorfindet, so sind jene genöthigt, zu glauben, was er ihnen gesagt hat. Sie können freilich auch Zeit und Geduld anwenden, um dieselbe Erkenntniss durch Nachrechnen zu gewinnen, jeder nach seiner Fassungskraft, Einsicht und dem, was ihn etwa dabei stören mag. Oder wie wenn Jemand bei irgend einem Kranken über irgend einen Zustand der Krankheit sich äussert und dafür sofort ein naturgemässes Zeichen gibt, [nicht aber erst wartet1)] bis der Forschende auf dem Wege der Forschung dasselbe Resultat erkennt. Wir müssen auch glauben, dass der Schöpfer seine Geschöpfe schon vor den Kindern Israels, durch offenbare Zeichen und Wunder auf die Lehre geführt hat; wer sie gesehen, war dazu gehalten, insofern sein Gesichtssinn es erfasste; wem davon mitgetheilt wurde, war dazu gehalten, insofern es sein Gehörsinn erfasste und wie von Manchen die Lehre berichtet: ,Denn ich kenne ihn,’ dass er seinen Kindern nach 1hm gebieten wird, dass sie den Weg des Herrn hüten* u. s. w. (Gen. 18, 19.) (Schluss f.)j Erhaltene Trümmer eines dritten Toseftacodex. Von Rabbiner Dr. Zu c k er man de 1. (Fortsetzung.) Spalte fünf, welche ganz leserlich ist, beginnt mit הנותן מעות וכר למחצית-שכר a8״ dem 4. Perek ,desseiben Trakt, und schliesst mit הותירו DK. Spalte 6 . und 7 sind zu beiden Seiten schief beschnitten, aber wir'lesen noch auf der 6 Sp. zehn ganze und eine halbe Zeile! bis zam Schluss des 4. Perek und nach סליק פירקא nöch ganze Zeilen vom 5. Perek. Zu beiden Seiten der ganzen Zeilen sind oben und unteD je 5 unvollständige Zeilen oben zu unten abnehmend Auf der Kehrspalte 7 finden wir, abgerechnet die gleiche Zahl unvollständiger,117 ganze Zeilen aus dem 5. Perek und Spalte 8, welche ganz unversehrt ist, reicht von שקל ולהלוות בסלע bis zum Schluss des 5. Perek mit dem Schlusszeichen des Perek (einem Haken) wie in E (Erfurter-Handschrift) und ist wahrscheinlich יסליק פירקא weil auf dieser Spalte *kein Raum mehr war, auf der folgenden Spalte geschrieben gewesen. Es war sonach ein Theil des zweiten, der ganze dritte und der grösste Theil des vierten Perek auf dem Bogen geschrieben, welcher von unserem Bogen umschlossen und mit ihm zu einer Lage vereinigt war. Wir lernen aus diesem Fragment, welches, wie aus der oben angegebenen Randbemerkung zu ersehen ist, vor 108 Jahren als Fragment von ר' נתן בר כרוך in Worms gekauft und zum Einbanddeckel des תורת חטאת verwendet wurde, die Form eines Toseftacodex erken- *) statt על ממונו muss hier wohl על אמירתו gelesen werden. י) Vor עד שיעמוד הדורש tnusa ergänzt und hinzugefügt werden ןלא ימתק od, dgL nen, welche von der in E und W (Wiener Handschrift) sich unterschied. Ausser der Spaltenform unterscheidet sich auch die Form der Schrift dadurch von den beiden anderen Tosefta-Codices, dass unser Bogen nicht in reiner Quadratschrift geschrieben ist, sondern den Uebergang bildet zur Cursivschrift. Die Buchstaben מ ,ל ,א, C sind durchweg nicht quadratisch, ד u. ה oft. Auch war der Codex höher und breiter als E u. W. Die Höhe des Bogens beträgt 35 Centimeter, die Breite 25*/״ der beschriebene Theil in Höhe 25, die Breite jeder Spalte 8 Centimeter. Im Uebrigen hat er fast alle Eigenthümjichkeiten mit E gemein. So das סליק פירקא nacb jedem Perek und das Hakenzcichen am Ende, nicht wie in W Pereküberschriften (vgl. über Alles m. Beschreibung der Erf. und Wiener Haccischriflcii;. Auch sind die Paragraphen durch einen, nicht wie in W durch zwei Punkte getrennt, nur mit dem Unterschiede von E, dass der Raumersparnis wegen die Entfernungen zwischen den Paragraphen sehr enge, oft gar nicht bemerkbar sind, während sie in E scharf hervortreten. Auch die Orthographie stimmt mit E. Ueberall haben wir Vokalbuchstaben, wie ,מישנתנייר ,חיטץ ,הרבית חיתום ,קיבל ,זיכיתי, ja da wo der Schreiber das י ausgelassen, schreibt er es über. Auch zwei יי am Ende wie מעותיי. Dieselbe Form der Abbreviatur — aber 'א׳ע׳ם abbreviirt, in E nicht — Punkte als Zeichen des Streichens, obwohl Vieles in unserem Bogen mit Dinte durchstrichen ist, Mangel der Zahlenbuchstaben, ferner das E eigenthümliche ביזה צד und endlich linden wir auf unserem Bogen an zwei Stellen Vocale und zwar an einer Stelle seltsam vocalisirt. שמה מנה ♦ ♦ ודרי נ?ה (Perek 5). E hat zu diesen Worten keine Vocale, während andererseits dort viele Vocale Vorkommen, die unser Bogen nicht hat. Auch das Zeichen für Umstellung zweier Wörter durch übergeschriebenes ב ,א finden wir in unserem Bogen, wie in E, sowie am Ende der Zeile einen oder zwei Buchstaben des Wortes der folgenden Zeile. Auch finden wir auf unserem Bogen die in beiden Toseftahandschriften richtige Schreibung גוי die Censuränderung der Ausgabe כותי. Glossen enthält unser Bogen viele übergeschriebene und eine grössere Randglosse1). (Die Vergleichung der Lesea!.en folgt in einer späteren Nr.) Literaturbericht. Becensionen. Grflnbaam, M., Beiträge zur vergleichenden Mythologie aus der Hagada. (Fortsetzung.) Mit seiner Darstellung Aschmedai’s als ״gemütldiche Persönlichkeit“ verfolgt der Verf. Aiie Tendenz, um die von den meisten Forschern auf diesem Gebiete behauptete Identität Aschmedais mit dem persischen Aeschma zu! bekämpfen, ein Versuch, den wir keineswegs als gelungen bezeichnen können. Der Verf. geht aber noch *) Ich habe zur Wiener Hsch. nachzutragen, das« er viele Randglossen enthält, die aber schwer zu lesen sind. Mur einige leserliche habe ich notirt. Merkwürdig ist eine in Oholot in den Text gekommene Randglosse der Vorlage. Dort Perek 4 heisst es in w אתרוג [דיש ניצוק באוכלין ואם ננע בו אדש כאותו חיתוכו טמא](ובמס׳ נזיר בפרק כהן גדול ונדר מתרץ בענין אחר) [היה מפורר וחיתכו טהור]■ Die in eckigen Kiammern eingeschiossenen Worte fehlen in der Ausgabe, die in runden Klammern stehenden Worte, die im Text der Wiener Hsch. sich befinden, waren unzweifelhaft eine Glosse am Rande von Einem, der die Verschiedenheit in Babli 50b bemerkte, wo über ניצוק C’ oder אין ניצוק discutirt wird. (Zum Schluss des Artikels in vor. Nr. S. 78 haben sich einige Fehler eingeschlichen; es muss das. Z. 3 v. u. heissen:(?בעד א' ק״ר דהיינו (קרצר דהיינו• Das 1“1*ס in der Unterschrift ist vielleicht א' אדר)

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