Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 20. (15.5.1878)
- Date
- 1878-05-15
- Page
- Seite 78 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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78 י•!1 78 — diesem Behuf in der Loft vorgenommen hatte. Wäre dies durch eine klug ausgesonnene Vorrichtung irgend wie mOglich, so wären in dieser Hinsicht die alten Weltweisen frtther darauf gekommen, hätten ihre Schüler damit unterhalten und sie die* Wissenschaften gelehrt; sie würden dieselben so gut versorgt haben, dass sie nicht mehr nöthig gehabt hätten, sich mit Erwerb zu beschäftigen oder bei Menschen Hülfe zu suchen. Es ist auch nicht denkbar1), dass die gesammte Menge der Israeliten über diese Angelegenheit sich verständigt hätte, es würde diese Voraussetzung ja die ganze wahrhafte Tradition verdächtig machen1); überdies, wenn sie ihren Kindern erzählt hätten: wir haben uns 40' Jahre in der Wüste aufgehalten, haben das Mannah gegessen — und die Thatsache ganz grundlos wäre, so hätten ihre Kinder ihnen geantwortet: ihr bindet uns Lügen' auf, du N. N. hast hier dein Feld und du N. N. hier deinen Garten, woher ihr euren Unterhalt gewonnen habt; das ist Etwas, was ihre Kinder sich aiff keinen Fall hätten bieten lassen. ,Gibt es einen Gott ausser mir?“ nämlich, ihr könntet ja fürchten, dass ein Theil von dem, was ich euch als gewesen verfeündet, oder dass ein Theil von dem, was ich euch als noch bevor&tebend-verkündet, sich nicht so verhalte, wenn eben an der Schöpfung nicht ich allein, sondern noch ein anderer Schöpfer betheiligt wäre; vielleicht habe ich nicht Alles gewusst, was jener tbun werde. Weil ich aber Einer bin, so umfasst mein Wissen Alles, was ich gethan habe und was ich tbun werde. ״Es gibt keinen Fels, von dem ich nicht wüsste,“ darunter sind die hochstehenden Männer und׳ Weisen gemeint, denn das ^Wort ,Fels“ wird von hochstehenden Menschen gebraucht, wie es heisst: ,Blicket auf den Fels, aus dem ihr gehauen seid“ u. s. w. (Jes. 51, 1), ferner: ,Du wendest das Schwert des Felsen ab und lässest ihn nicht Stand halten im Kriege* (Ps. 89, 44). Es soll damit gesagt werden, dass es keinen Weisen und Hochstehenden gibt, den ich nicht kenne, es also unmöglich ist, dass sie einen Einwurf gegen euch betreflfs eqrer Lehre und eine Widerlegung’) eures Glaubens besitzenweil mein Wissen Alles umfasst, hätte ich es euch kund gethan. , (Forts, folgt.) Erhaltene Trümmer eines dritten Toseftacodex. Von Rabbiner Dr. Zuckermandel. Jüngst kam mir durch die Güte des Herrn Raphael Kirchheim, dessen Handschrift ich aus der Adresse er- Zn ןלא man hinzagefügt werden יתכן oder dergl. und gelesen werden: •ולא יתכן שיהין הםק ב׳י ומסםיק (* ist von ספק gebildet, ,zweifelhaft machen“; mit diesem Worte beginnt bereits der entgegnende Nachsatz, wie der mit 1ה Dn beginnende zweite Nachsatz beweist. Man könnte allerdings זה Bpi auch ״trotz alledem“ übersetzen, den hiermit eingeleiteten Satz als die einzige Entgegnung betrachten ®11*l ומספיק hinaufziehen, ״so dass dies verdächtigen würde“; an dem eigentlichen Sinn der Worte wird dadurch Nichts geändert. Dis Gewissheit jedoch, welche nach S. ״die wahrhafte Tradition“ besitzt, lässt die erstere Auffassung als die entsprechendere und zutreffendere erscheinen. *) שכר mit Beth, wie schon Steinschneider irgendwo bemerkt hat. kannte, ein von einem Quartbande abgelöster Pergamentdeckel zu. Derselbe zeigte an der geschwärzten und beschmutzten Aussenseite hebräische Schrift. Nachdem ich den Deckel entfaltete und die Innenseite betrachtete, war es nicht schwer zu erkennen, dass derselbe einem alten Toseftacodex angehört habe. Auf eine Anfrage an den gütigen Einsender, welche Bewandtniss es mit diesem Deckel habe, erhielt ich zur Antwort, dass derselbe von dem Buchhändler Kauffmann in Frankfurt aus einem in seinem Besitze befindlichen תורת חטאת abgelöst und mir durch ihn zugesandt worden sei. Ich erfülle die Pflicht der Dankbarkeit gegen den Geber und Einsender, indem ich durch Beschreibung dieses Fragments ein Bild gebe von der Form dieses verlorenen Codex und die erhaltenen Varianten vergleicha Der entfaltete Pergamentdeckel ist ein grosser Bogen, 1er noch die Einschnitte zeigt, durch welche er geheftet in den Rücken des Codex gefalzt war. Jede der Seiten hat zwei Spalten, von welchen zwei lückenhaft sind, da der Buchbinder, welcher den Bogen zum Deckel benutzte, an einem Blatte zwei dreieckige Streifen abgeschnitten hat, aber so, dass die anderen Spalten des Blattes unberührt sind. Von dem andern Blatte hat der Schnitt des Buchbinders unten nur den Rand getroffen und oben einen Theil der ersten Zeile an beiden gegenüberliegenden Spalten ergriffen. Längs dieser Ausschnitte ist der Theil des Bogens, auf welchem der Rücken des eingebundenen Buches auflag, vielfach beschädigt, theils durch die vom Buchbinder gemachten vier Einschnitte zur Schliessung des Rückens, theils durch Umbiegen des Pergaments, so dass an der betreffenden Stelle einzelne Worte verloren gingen. Alle Theile des Bogens nun, welche dem Innern des Buches zugewendet waren, sind leserlich, während von den geschwärzten und beschmutzten Aussenseiten nur eine Spalte leserlich ist, wahrscheinlich war der Deckel von dieser Seite geschützt. Es sind also von den acht Spalten des Bogens sechs ganz, zwei beschnitten, letztere, so wie vier von den ersteren sind leserlich, die übrigen zwei könnten vielleicht mit grosser Mühe und vermittelst einer Lupe, was aber nicht wichtig scheint, gelesen werden. Drehen wir den entfalteten Bogen um, so, dass die Innenseiten des Deckels nach Aussen kommen, so haben wir die Lage des Bogens, wie er im Codex gebunden war. Die erste Spalte beginnt mit מקום שנהנו aus dem Ende von Baba kama, die folgenden drei Worte und der erste Buchstabe des vierten sind weggeschnitten (8. oben) und dann folgt noch eine und eine halbe Zeile, den Schluss des Traktats bildend, worauf סליק פירקא וחסלת בבא קמאin drei Zeilen folgen. Nach einem kleinen Zwischenraum beginnt der Traktat B. mezia ohne Ueberschrift, doch ist die erste Zeile durch grosse Quadratschrift ausgezeichnet. Die erste Spalte schließt mit היפותקאות ומתנות בזמן und geht auf der zweiten Spalte fort bis יתקיים תנאו דברי ר׳ יוסי. Alle Sätze dieser zwei Spalten sind deutlich zu erkennen, wenn es auch an dem geschwärzten Ruckenstreifen oft Mühe macht. Auf der Kehrseite, der 3. und 4 Spalte sind oben 4 und unten 3 Zeile«, welche nach Innen gebogen waren, leserlich, das übrige nicht. Die erste Zeile der 4. Spalte, welche mit Ausnahme eines Wortes und eines Buchstabens des folgenden Wortes weggeschnitten ist, bildete den Schluss des ersten Perek. Nach סליק פרקא &üf einer besondern Zeile beginnt der zweite Perek und schliesst die Spalte mit מחציו ולפנים של בעל הבית אם היה• Am Rande beider Spalten steht in Cursivschrift: קניתי בעד א׳ **(?)דהיינו עם שאר ספרים והעלתו לתשבץ(?) לתורת חטאת א(?)>*1?) הק׳ נתן בן פ(?)כ״ה ברוך כ״ץ ק״ק ווירמש בשנת תקל (Forts, folgt.)