Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 19. (8.5.1878)
- Date
- 1878-05-08
- Page
- Seite 76 (sequence 4)
- Language
- German
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. auch Verwundert die' Esther (7, 5)Wer wagt solchen Frevel Dir und Deinem Volke gegenüber 7 'Also kannte doch" der König die jüdische Abstammung Esther’s, nur schützte 'die hellenistische Parteirichtang sie und ihr , Volk. Aus dieser Richtung erkl&rt sich denn auch die prononcirte Regierungsfreundlichkeit M.’s, seine politische Anhänglichkeit und Loyalität. ׳ ־ Literaturbericht Grflnbaam, M., Beitrüge zur vergleichenden Mythologie aus der Hagada. (Fortsetzung aus No. 16 u. 17.) Eine grosse Rolle in der Salomonsage spielen der .. שפחד ׳תרנגול ברא ü®d Aschmedai. Zu den beiden erst- "genannten Sagen weist der Yerf. vielfache Analogien in dem arab. persischen Sagenkreise nach. Den pers. Ursprung der Aschmedaisage hingegen sucht der Verf. aufs Entschiedenste zu bekämpfen, indem er behauptet: . ״Der talmudisehe Aschmedai hat weder mit Aeschma noch mit Asmodäus die geringste Aehnlichkeit“ (S. 316). Aus den von Kohut (Angelologie und D&monologie § 21) ' verglichenen talmud. und persischen Stellen, um die Identität Beider zu constatiren, sucht der*Verf. gerade ,den grossen Abstand zwischen Beiden“ nachzuweisen. ״Kohut* — sagt der Verf. a. a. O. — ״gibt die Actenstücke, d. h. die Aschmedai betreffenden Stellen, nur unvollständig wieder; gleich einem Advocatus Diaboli — sit venia verbo —J beleuchtet er nur Eine Seite ‘Da nun Aschmedai sich nicht selbst vertheidigen kann, SO erlaube ich mir, als sein Anwalt aufzutreten und, unter getreuer Darlegung der Actenstücke, für ihn zu plaidiren“. Wir fühlen uns keineswegs zum Schiedsrichter in diesem Processe berufen, allein als einem unparteiischen Zuhörer aus dem Publikum will es uns denn doch scheinen, als hätte Herr Dr. 'Grünbäum seinen Clienten Aschmedai mit allzu grosser jfaehsicht und einer gewiss nicht verdienten günstigen Voreingenommenheit behandelt. Offenbar hat sich Herr Dr G. von den Ktokodilsihränen zu sehr erweichen lassen, die Aschmedai einst beim Anblicke eines Hochzeitzuges vergossen hat, Gittin p. 68b. Wenn Aschmedai einen Blinden und einen Betrunkenen auf den rechten Weg führt, so sind dies — wie der Verf. bervorhebt — sicherlich gute Handlungen; allein wie vorsichtig man dieselben aufnehmen muss, zeigt Benajahu durch seine Prägen an Aschmedai, was ihn zu solchen Handlungen bewogen habe. Dies beweist deutlieh, dass Aschmedai auch im ersten Theile der Hagada unmöglich die ״geinüthliche Persönlichkeit* sein konnte, als die ihn Herr Dr. G. hinstellen möchte, da eine gemüthliche Persönlichkeit Niemand fragen wird, warum sie einen Blinden und Betrunkenen auf den rechten Weg führt; es wird dies Jeder ־— zumal was den Rlinden betrifff — ganz na׳Urlich finden. Offenbar traut Benajaha der scheinbaren Menschenfreundlichkeit Aschmedai's nicht recht und wittert hinter derselben nichts Gutes. Indess brauchen wir uns nicht auf die Fragen Benajahus za stützen, da ja Aschmedai Benajahu gegenüber aus seiner dämonischen Absicht gar hein Hehl macht. Herr Dr. G. sucht allerdings die Antworten Asch medai’s in wohlwollendem Sinne zu deuten, und wir־ müssen daher, um das Gegentheil zu erweisen und einer offenbar falschen Aufffisung der berühmten Sage entgegenzutreten, näher auf dieselben׳ •ingehen. Betrachten wir zuerst die zweite AätWort. Auf die Frage, warum er den Betrunkenen auf den rechten Weg geführt, gibt Aschmedai nach Griinbaum’s Auffassung als Grund dafür an, ״dass das ein arger Frevler gewesen sei, er habe ihm. also deshalb diese Wohlthat erzeigt, damit er noch länger auf der Welt ,yzszsEcr bleibe•:מכרזי עליה ברקיע דרשע נמיר הויא ועברי ליה׳ ניחי נפשי־ה כי חיכי דליכליה לעלמא *Der sinn ist unstreitig* — fügt Gr. hinzu — *damit er noch auf dieser Welt Gelegenheit habe, sich zu bessern* (S. 218). Diese Erklärung ist aber entschieden unrichtig. Denn der Satz כי היכי דליכליה לעלמא bedeutet keineswegs, ״damit er noch auf der Welt bleibe*, sondern: ״damit er seine zukünftige Welt hienieden geniesse“ (d. h. damit er seinen etwaigen Amheil auf die Freuden des Jenseits schon hienieden aafzuzehren Gelegenheit habe). Eine Parallele hierzu bildet die Stelle in B. Mezia 114b: קא אכיל מאן .לעל מיה כרבה בר אבוד, die nach Perles (Zur tabb. Sprach- und Sagenkunde S. 58) zu übersetzen ist: ״Wer verzehrt (schon hienieden) sein zukünftiges Leben wie Rabba b. A.“, ferner Erachiu 16b: כל שעברו עלין מ׳ ייום בלא ייסורץ קיבל עולמו wozu Rasch! die Erkiarung gibt: כל מנוחתו לעתיד• Es liegt solchen Ausprüchen die auch aus andern*) hagadischen Stellen hervorgehende Auffassung zu Grunde, dass man der Ansprüche auf das Jenseits durch den Genuss diesseitiger Freuden verlustig werde, was ganz deutlieh in dem von P. angeführten Satze ausgesprochen .כל מי שהוא נוטל עכשיו חלקו של עה״ב הוא נוטל Beresch. R. c. 52, sowie in dem bekannten Satze: לא כל אדם זוכה לשתי שלחנות Berachoih 5b. Wenn, aber Aschmedai in der zweiten Antwort eine dämonische Absicht zugesteht, so ist sicherlich auch seine erste Antwort (in Betreff des Blinden) in gleichem Sinne aufzufassen. Diese lautet nämlich: מכרזי עליה ברקיעא דצדיק גמור הוא ומאן דעבד ,ליה ניחי נפשיה זכי לעלמא דאתי, was Rappoport (ערד מלץ s. v. אשמדאי) dahin erklärt, Aschmedai wollte jedem Andern mit der Wohlthat zuvorkommen, damit sich Keiner den in Aussicht gestellten Lohn erwerbe. Wenn ferner Aschmedai einer Wittwe auf ihre Bitten die Hütte verschont und bei der Zusammen kr Ummung seiner Riesengestalt einen Knochen bricht, so ist anch diese Gutmüthigkeit nicht allzu hoch anzuschlagen. Aschmedai hat sich eben — wie Franz Moor — *nie mit Kleinigkeiten abgegeben“. Er hat — wie unmittelbar zuvor erzählt wird — Häuser niedergerissen und Bäume entwurzelt, aber die hinfällige Hütte einer armen Wittwe zu zerstören, lohnte ihm nicht der Mühe. Hätte er hier aas reinem Erbarmen gehandelt, so würde ihn die Hagada, die als Grundsatz annimmt:,שלוחי מצוד אינן ניזקין לא בהליכתן ולא בחזירתן ומה אלו שדרכן לזוק אינן נילקץ וכר (Pessachim 8b) bei der Ausübung einer guten Handlung sicherlich nicht einen so jämmerlichen Schaden erleiden lassen. Was endlich die Stelle in Pessachim 110a betrifft, wo die Meinung angeführt wird, dass Aschmedai als König der Schedim keinen Schaden zufüge, so hat hier Herr Dr. Gr. gegen sein Versprechen die Actenstücke nicht vollständig gegeben. Denn jener Meinung wird | eine andere gegenübergestellt, wonach Aschmedai gerade als König thun kann, was er will: אדרבא מלכא רתחנא הוא מאי דבעי עביד Dieser Ansicht entspricht aber vollkommen unsere Hagada in Gittin, die Aschmedai als Häuserzerstörer, Menschenverschlinger und schrankenlosen Wollüstling charakterisirt, (Forts, f.) *) Vgl. insbesondere Wajikra rabba c. 27 1משלם לחם בעו״הז כדי ליפרע מהם לעתיד לבא (wir erinnern auch ך den Ausspruch: עולמך תראה בחייך Red.) Nach obiger Auf fassang ist auch Synhed. 98b zu verstehen: אין משיח לישראל ♦ •. ♦ שכבר אכלוהו *Israel Chiskija^s^orweggenommen/ hat seinen Messias in den Zeiten Berichtigang. In No 16. 17 ist durch Versehen des mettear en pages die erste Zeile der zweiten Spalte (der Titelseite) an ____^^___Ä^________^_^_^^^_die_Sj>itzejier_ereten^8£aUeder S. 62 hingerathen^ — Magdeburg. Drück"Toä"6. 8eharnke in Barby. Verlag ^ön Robert Friese in Leip*t?*>