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Das jüdische Literaturblatt · 1878-05-01 · No. 18. (1.5.1878) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 18. (1.5.1878)
Date
1878-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I ||11njm1w.1Ht111qj י־ייי' י ו!! .19 .©זג Zar Beleaehtang aller Jadentham nnd Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen an f dem Gebiete der Philosophie. Geaebiehte,Ethnographle,Theolog{e,Orleotalla, Exegese, Homlletlk, Utargtk, Pädagogik. Herausgegeben Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. Mngdebnrg, 1. Mal 1878. Bfleher der elnaehlZglgaB.U• teratxr, ire)ehe der Bed. des ״Jüd. LttermtarMatT‘ in ■ a gdebnrg (oder dar ״Israelit. Wocheasehr.“ in Stettin) sagesaadt werden, finden in diesem Blatte eingeh. Besprecheng. Jahrg. TI Das ״JiitHaelie Ijltermtnrblntt“ erscheint wöchentlich; Preis bei allen Pos (in Lei psig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Mark;; bei der Expedition der ״Israelitischen Woch< frankirter Zusendung - 8 Mark. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die rierteljihrli(h handlangen 9 Mark 50 Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Ineemti spaltene Petitzeile, huchhändleriscbe Beilagen mit 19!Mark berechnet. Di• Expedition der tanstalten und Bachhabdlangefi e ischrift“ in Magdeburg mit direetec bei aller Postanstalten und Bachwerden mit 20 Pf. für di• drei ge- Israelitisch•» Woohsosokrifk“ Inhalt! Wissenschaftliche Aufsatze: CTeber Samaritaner. Von Rabbiner Dr. Appel. (Schluss.) Li t era tnrbericb t: Recensionen: Wünsche, Dr August, Neue Beitrüge zur Erläuterung der Evangelien aus Ttdmud und Midrasch. — Cohn, Dr. F., Israelitische Religionsscbulen neben höheren Lehranstalten. — Rosenstock, Dr. M״ Die Völker- Wanderung und ihre Folgen für die Juden Enropa's. Neu e Bücher. Ueber Samaritaner. Von Rabbiner Dr. Appel. (Schluss.) Es liegt ihnen nur ein arabisches Buch Josua vor, welches die Berichte des gleichnamigen biblischen Buches mit Fabeln ausschmtlckt und ihre Geschichte nach der ihnen eigentümlichen Auffassung bis auf die Hddrianische Zeit fortführt. Die in den fünf Büchern Moeis enthaltenen Gesetze beobachten sie mit der grössten Strenge, Am Sabbath befindet sich in ihren Häusern Weder Licht nöeh Feuer; auch verlassen sie an diesem Tage ihre Wohnungen nur, um in das Bethaus zu gehen. Die Zahl ihrer Feste ist sieben, da sie Passahfe$t und das Fest der ungesäuerten Brode, ebenso wie Hüttenfest und Schlussfest als je zwei verschiedene Feste rechnen. Das Wochenfest fällt bei ihnen wie bei den Karäern immer anf den ersten Tag der Woche. Die Reinhjeitsgesetze halten sie ganz in der Weise, wie dieselben! im Leviticus vorgeschrieben sind. Interessant ist, wie sie auch ails dem geschichtlichen Theile des Pentateuchs Gesetze ableiten. So feiern sie ihre Geburtstage nicht, weil sie dieses für einen heidnischen Gebrauch haltet!, da es in der Schrift heisst: ״es war am Geburtstage Pharao's“; Ohrringe, Kalb verso tragen ihre Frauen und Töchter keine! weil aus diesen in der Wüste das. goldene fertigt wurde.‘ Da die Samaritaner eine Entwickelung und Ausbildung des Gesetzes nicht annehmen, so nahmen sie im Pentateuch manche Textesänderungen vor, um ihre Lehren zu pentateuchischen zu machen. Dass sie dieses bezüglich des Garizim thaten, haben wir bereits gesehen; um eine Andeutung der Lehre! vom jüngsten Gerichte zu haben, änderten sie im Deuteronomium die Stelle ״mir ist Strafe und Vergeltung“ dhrch Hinzufügung eines Buchstaben so um, dass dieselbe lautet: »am Tage der Strafe und Vergeltung“. In ihrem äusseren Wesen unterscheiden sich dieSamairJ* taner nicht von den Mosle: nen in Nablus; sie sind, wie ichaus dem Munde pines Ihne 1 bekannten Palästmareisenden gehört habe, von schönem Körperbaiie, ihre Physio-v. gnomie ist nichl die jüdische und ihre Kleidung ist die ',; orientalische Landestracht, auch weisse Turbane, wi( \ Sie trugen in neuerer Zeit7 sie vorzugsweise die mohamed&nischen Gelehrten t: ■agen. Als ׳aber eines Tages ein neuer Gouverneur ve n Nablus durch die Stadt ,'ritt^ jungen Hohenpriester der Sa^ . maritaner, Saläine, den sonst nur den Bekennern de» Islam gegenüber gebräuc hlic'nen Gruss: zu sel&m alaik ״Friede sei dir“. SaHme erwiderte entsprechend! waalaik es-seläm warahtiet ullah wabarakathu ״auch dir sei Friede und die Gnade Gottes und sein Segen“. Die Begleiter des Bey v(rdros8 dieses und sie maditeik ihren Herrn darauf aufmerksam, dass der von ihm Gtegrüsste ein Ungläubiger sei. Dieser ritt auf Saläine zu mit den Worten: ätlni 3elämi ״gieb mir meinen Grus» ‘ zurück“, worauf jener erwiderte: chodhu ״nimm ihn“״' Um jedoch nicht wieder in die fatale Lage zu kommet* seinen Gruss zurückfordern zu müssen, gab der Bey den Befehl, dass alle Samaritaner wie vor Zeiten wieder rothe Turbane tragen sollten; später wurde jedoieh zu Gunsten Saläme’s hiei von eine Ausnahme gemadbtt* r und auch die übrigen Samaritaner sind an Sabbathen." ■^ und Festtagen, wenn sie in ihre Synagogen gehen oder in Procession auf den Gf rizim ziehen, mit weissen Gewändern und weissen Turbanen bekleidet.*) Während die jüdischen Frauen im Orient vor ihrer ,Verheirathung('■ Haupthaar und sogar Augenbrauen abnehmet; lassen״ welche letzteren sie durch einen künstlichen Strich mit' schwarzer Farbe, Kochl g« nannt, ersetzen, geschieht diesen beachtenswertherWeise leiden Samaritanerinmennichts Der religiöse Leiter der samaritanischen Gemeinde ist der levitischei Abstammung sich rühmende! Hohepriester, dessen Wü־de erblich ist. Zwei'Mal im.' Jahre empfängt er von dien Männern, die das zwaazigste Lebensjahr überschritten haben, den halben Seckel״ etwa 3 Piastesr, wofür ei ihnen den Kalender für das,1 nächste Halbjahr übergiebt, und ausserdem erhält er *) Petermann, Reisen im Orient, I p. 274.

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