Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 16.17. (17.4.1878)
- Date
- 1878-04-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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]Mo. 16. 17. Jüdische Liter Das Jaltrg. Zar Beleuchtung aller Jaden• thnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen aaf dem Gebiete der Philosophie. Geachichte,Ethnographle,The־ ologie,Orientalia, Exegese, Ho• mlletlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbioer Dr. Moritz Rahnißr i Magd^bnrjf, 17. April 1^78. Bücher der einschlägig«■ LIteratar, welche der Red. des ״Jod. LlteratorbUtt“ U II« gdebnrgtoder der ״Israelit Wochenschr.“ 11 Stettin) sagesaadt werden, linden In dleaem Blatte eingeh. Beepreehnng. Das ״JfidlaeHe Llteralarblatt11 erscheint wöchentlich; Preis bei allen Posta (in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Mark; bei der Expedition der ״Lara«litischen Wochen»(( frankirter Zusendung! 8 Mark. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (de vierteljährlich bandlungen 2 Mark 90 Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Inserate spaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 12 Mark berechnet. Die Expedition der ״I! Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze; Ueber Samaritaner. Von Rabbiner Dr. Appel. (Fortsetzung.) Der Darwinismus in der Agada. Von Dr. B. Placzek. (Forts.) Das jüdische Gemeindehaus im Mittelalter Von Dr M. Wiener, lieber die dreimalige Keduscha im öffentlichen Mo gengottesdienst. Von Dr. Hochstädter, Bezirksrabbiner in B id Ems. Vom Original des Emunoth we-Deoth. Literaturbericht! Recensionen: Grünbaum, M., Bi iträge zur Mythologie aus der Hagada. — Wünsche, Dr., Neie Beiträge zur Erläuterung der Evangelien aus Talmud und Midrasch. Neue Bücher. — Literarische Anzeigen. Ueber Samaritaner. Von Rabbiner Dr. Appel. (Fortsetzung.) Ueber die folgenden Jahrhunderte hirnfegeilend wollen wir nur erwähnen, dass zu jener Zeij, da in Palästina messiani9che Schwärmer in grosser Zahl aufstanden, auch unter ihnen ein Mann auftrat, ider sich für den Messias ausgab und ihnen auf dem Garizim die Stelle zu zeigen versprach, woselbst sie das ajte Stiftszeit nebst den heiligen Geräthen auffinden wü1|den. Als die Leichtgläubigen sich um den vermeintliche^ Messias schaarten, liess Pilatus dieselben als Empörer) von seinen Soldaten niedermachen, eine That, wegen derer Pilatus seines Amtes enthoben wurde und sich nach Rom zur Verantwortung begeben musste. In den Talmüden begegnen wir verschiedenen Ansichten!über die Samaritaner. Im zweiten Jahrhundert scheinen sie sich den Juden etwas genähert zu haben; denn R. Akiba will sie als echte Gottesverehrer angesehen wissen und R. Simon ben Gamaliel stellt ihneß.das ehrende Zeugniss aus, dass sie die Gebote, welche sie einmal angenommen haben, mit viel peinlicherer Sorgfalt jbeobachten, 81s die Juden. In der späteren talmudisphen Zeit tritt die Abschliessuung ihnen gegenüber wieder mehr hervor. Was ihre äussere Lage zu jener Zeit betrifft, so war diese im Grossen und Ganzen dieselbe, wie die der Juden. Als das Christen! hum römische Staatsreligion geworden war, verfolgte es beide mit gleicher Heftigkeit. Treffend sagt ein bekannter Historiker: JGolgatha aut die Höhe des Capitols gehoben drückte mit vjerdoppelter Wucht auf Zion und Garizim zugleich*. In dpn beiden 1bauschen Gesetzessammlungen, dem Codex Theodosianus .und dem Codex Justinianus, sowie in den Schriften der by- .zantinischen Geschichtsschreiber findet sich garj mancher alcg ftir diese Behauptung. Als die Araber, begeistert ns tat ten und Bachbandliujg•^ hrift“ in Magdeburg mit direstaf )er aller Postanst<en und Bi e ז-erden mit 20 Pf. für di« drejg «raelitischen Wochenschrift“ Hand ihren Siegeslauf beg innen, fiel ihnen auch Palflr stina zu und so gelangten die Samaritaner unter mqhamedanische Herrchaft, unter der sie mit geringer Un brechung zur Zeit der Kreuzzüge bis auf den heuti Tag blieben. Aus der zweiten Hälfte des Mittelalten hören wir wenig von ihnen. Im 12. Jahrhundert besuchte sie der jüdische Reisende Binjamin von Tudela und! erwähnt ausser den SJamaritai ern in Nablus, welche er fast so beschreibt wie sie heute noch sind, noch s&marit. Gemeinden in Cäsarea, Askalon und Damascus. Ihr Ander ken schien dann aus Europa ganz gesch'tf’un• den zu sein; c a machte der 1 »erühmte Scaliger wieder auf sie aufmerksam, in der Hofihung, dass eine Vergleichung■ des Pentateu;hs mit dem ihrigen den heu ‘erwachten Bibelstudien reiche Früchte bringen würde. Er rientete. zwei Briefe a n die Samariti iner in Nablus und in Käirq, aber die Antworten,' die im Jahre 1589 geschripbejn. [ wurden, gelangten erst nach seinem Tode nach Europa und wurden n der Pariser Bibliothek niedergelegt. [Dieselben in schlechtem, ungrammatikalischem Hebrfl abgef'asst enthalten Nachrichten Uber die Sabbathfeier, die Fes te, das Hohe )riesterthum, Ehe- und Reißheitsgesetze md betonen t usdrücklich, dass die Sämi- ritaner die p;ntateuchisch« n Gesetze genauer beobackten, als die Juden, welche die göttlichen Gesetze ausser Acht Hessen und den Wotten ihrer Weisen folgten, ln sehr klaren Ausdrücken federt ferner der Briefschreiber von Nablus S caliger auf, s sine Liebe, die er den Sämaritanern versichert habe, c ürch Spenden für ihr Hjailig-h thum und die heiligen Griber zu beweisen, indeßi Jer dabei auf die pentateuchis che Stelle hinweist: ״ihr sollt vor meinen! Antlitze nicht leer erscheinen“. Robert Huttington, Prediger bei der englischen Factorei in Aleppo und! päter Bische f von Raphoe in Irland, besuchte auf einer Reise na;h Jerusalem im Jahre 1071 die Samaritaner in Nablu! und veranlasste sie zu de Glauben, das! in Englant Glaubensbrüder von ih wohnten; seiner Auffordeiung, ihm für dieselben Pentateuchexcmplarv sowi! ein Schreiben mitzuget kamen sie bereitwillig nach. Beides sandte Huttington an den damnligen Recto des Collegiums in Oiford, Thomas Marsphall. Da min darauf ausging, dieSunjaritaner zur :hristl. Kircl e herüberzuziehenj ein Ziel T"