Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 12. (20.3.1878)
- Date
- 1878-03-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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,* ■fr■*: ÜTo. 1«.;Das Zar Beleuchtung aller Jadentham und Jaden betreffenden literarüch. Er$chelnnngen auf* dem Gebiete der Philosophie, Geaehichte,£tb11bgraph le,Theologte,OrtantaUa! Exegese, Ho• mlletlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben j von . j Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. Magdeburg, SO. März 11S78. Das ״JiMtselze Llteraturblattu erscheint wöchentlich; ,Preis (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Hark; bei der Expedition der ״Tara׳!i frankirter Zusendung: 8 Mark. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ {i handlangen 9 Mark 50 Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis, apaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 19 Mark berechnet. Dia Inhal ti Wissenschaftliche Aufsätze: Glauben und W ssen. Von Dr. Pbilpp Rloch. Die hebräischen Handschriften des ungarischen Hationalmuseuma in Budapest. Das Wortspiel in den Proverbien. Von Dr. L. Treite 1 in Breslau. Literaturbericht: Recensionen: Sacher-Masoch, Juc engeschichten. — ,Dr. Ad. Jeiiinek, קונטרס תרי״ג ומאמר המלואים• . . . ... ^" *Glauben und Wissen.“ Saad'mh’s religionsphilosophisches Buch. Aus dem Hebräischen übersetzt von Dr. Philipp B10:h (Posen). Was endlich die Erkenntnisse der zwingenden Folgerichtigkeit betrifft, so sind ivir geoöthigt, wenn unsere Sinneswahrnehmung dabei zugleich andere Dinge miterfasst, an alle diese zu gla üben, sie mögen wenige oder viel sein, weil das Wnhrgenpmmene nicht anders festgehalten werden kann, als nur durch sie; möglich, dass es nur eins ist, möglich, dass es zwei sind, drei oder vier, so hoch es auch komme, weil es ja ohne dieses Wahrgenommene nicht angeht und das letztere wiederum ohne sie alle nicht unrnöglieh ist. — Nur um Eines handelt es sich, — wenn wir z. B. Rauch sehen, ohne das Feuer wahrzi :nehmen1), müssen wir nothwendig an die Existenz eines Feuers glauben wegen der Existenz. des Rauches, . denn das Eine kommt ohne das Andere nicht zu Stande. Ebenso wenn wir die Stimme eines Menschen hin* ter einem Vorhänge oder hinter einer Wand hören, müssen wir nothwendig an seine Existenz glauben־ weil die menschliche Stimme nur von einein exlstirenden Menschen herrühren kann. Um mehr als Eines handelt es sich, — wenn wir z. B. die Speise in ־den" Magen eines lebendigen Körpers eingehen und das Unbrauchbare von ihm abgehen seheni Wollten wir nun nicht an vier Dinge glauben, so kann sich, was unsere Sinne wahrnehmen, nicht vollziehen; und zwar, dass hier eine Kraft vorhanden ist, welche die; ן Speise nach innen zieht, eine Kraft, welche!die Speise festhölt, bis sie verdaut ist, eine Kraft, welche sie auf- *) Es muss an dieser Stelle ergänzt werden:!ולא ני״אד; ebenso hat die älteste v.: בשורינו עשן ולא נראה אש ונדע שיש אש דולקת Bäcker der elnsckläglfea LIteratar, welche der de*, des!t ״Jüd. LiteraturMatf U Ka g- , deburg (oder der ״Israelit■ . Wocheaachr.“inStetttalnge- -י ■audt werden, tzdulsilf n Blatte e lug eh. bei allen Postaustalten und ,Buchhandlungen iitischeu Wochenschrift“ in Magdeburg mit directer 'ie vierteljährlich bei aller Postänstalteh liaifBaimiMeeet« werden mit. 20 Pf für;die dreige- Expedition der ״Isra!elitl«cbe1 Wochensobüft‘‘ | löst, und eine Kraft, welche das Unbrauchbare *usstöSit, * wodurch es nach aussen getrieben wird. . Sobjadd! nun | die sinnliche Wahrnehmung ohne diese vier .Kräfte nicht zu Stande kommen könnte/ müssen wir glauben, dass diese vier wahr sind. Es ist sogar möglich,!dass -ein - Glaube, woran wir auch immer glauheu, nicht früher vollberechtigt wird, als bis wir für ihn eine Wissenschaft gesclaffen haben, welche ihn uns beglaubigt; _ möglich, dass wir auch mehrerer Wissenschaften bedftr-'' fen. Wenn es sich nun herausstellt,'dass.dieses wahr* genommene Ding von ihnen abhängig ist, 80!sind wir anzunehmen genöthigt, dass sie alle wahr sind, so dass יי dieses Wahl genommene gerechtfertigt ist. Da wir nun erklärt haben, wie es sich mit .der Erkenntniss der zwingenden Folgerichtigkeit verhüt, so haben w r noch anzugeben, was sie vor Schäden;hehütet; entspringt doch der grösste Theil der mansch־ liehen Streitigkeiten und alle Verschiedenheit in jdea . Beweisgrund en aus ihr und wegen ihrer. Wir erklären * also, wenn ,*Jemand sagt, ich glaube an diese Hypothese, damit ich n cht diese Sinneswahrnehmung iäugne, so sind wir zu untersuchen verpflichtet,.ob nicht vielleiqjit die Sinneswahrnehmung ohne diese Hypqthese, ,an welche er glaubt, auch bestehen kann und ist.dies.der Fall, dann ist die Hypothese, an die er glaubt, hinfällig wie z. B. wenn Jemand glaubt, dass die;Milchstrasse1),; weil wir sie weiss sehen, die Bahn ist, anf welcher vorher der Umschwung*) der Sonnensphäre stattgefan* den, — prült man aber diese seine Gründe, so findet man, dass d jr weisse Schein auch ohne sie möglich ist und zwar k inn es der Dunst sein, der von einem stän-j' digen feurigen Theil herrührt, oder die Ansammlung kleiner Steri e oder irgend etwas Anderes, mithin wird * die behauptete Hypothese hinfällig. Wiederi m, wenn Jemand sagt, , ich glaube an diese ־ Hypothese, damit ich nicht einen Vernunftbegriff Iäugne, ־- __ t - *) 1 חגורה >ed. die Milchstirasse; die ältere V.:חומה לחברי סוף ונקראת דאוסרים כי המסילה שבאמצע: הרקיע ועד *להגרה והוא אופן דגלנל יחשבו בלבס ויאמרו כי השמש .י,<ןוךם11מןה היתה הולכת בזו המסילה ובה היחה דורכת ואין •למו על זו הטענה ראיה אלא לבנותה וכ¬ ¬שהיה עליה סבוב *לגל השמש מקלם ף