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Das jüdische Literaturblatt · 1878-03-06 · No. 10. (6.3.1878) · p. Seite 40

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 10. (6.3.1878)
Date
1878-03-06
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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Wir beben noch No. VIII n. IX hervor, als die Perlen des Werkes, die Fragmente des räthselhaften Jelamdenh-Midrasch and des Taachumah. Der Jelamdenu-Kuntria, No. VIII, ist ein Abdruck aus dem überaus seltenen und werthvollen Jalkut zur Torah, der 1526 zu 8aloniehi erschienen, in welcher Ausgabe d^selbe neben Exzerpten aus dem jerusalem. Talmud als Anbang befindlich einen Einblick in die Arbeitsweise des Simeon Kära, Verfassers des Jalkut,־ gewährt. Der Herausgeber lässt sich darüber des Weiteren aus,, doch hätten wir gewünscht, dass er uns noch die anderen interrv essanten Jelamdenu-Citate geboten hätte, welche die ‘ alte Edition nach dem Zeugniss von Geiger's Jüdische Zeitsehr. für Wiss. u. Leb. 10. Jhrg. 1870 S. 126 in sich birgt!— die Tanchuma-Fragmente, No. IX, sind einem Mamlscript der Münchener Staatsbibliothek (c. h. 224) entlehnt, wo sie ,von Steinschneider entdeckt wurjp den“. So!gering an Zahl diese Bereicherungen sind, jd־: so genügen sie doch, um mancherlei erwünschte Auf- »v klärungen zu geben Wir führen dafür ein Beispiel י ▼or. Tanchuma תולדות 'c § 12 zu den v.ויחרד יצחק f befindet sich ein weitläufiger Exkurs darüber, dass der Mensch über einen Theil seiner Sinne mit voller Will- ' kür schalte, über einen andern jedoch nicht, ohne dass . dort die eigentliche Pointe klar und scharf hervortritt. Dräge finden wir nun hier 8. 92 zu וירא יעקב, wo es heisst, das• die der Willkür des Menschen entzogenen Organe, wie Auge und Ohr, nicht zur Rechenschaft gesogen werden können. Nachem die Forschungen über den Tachamah seit den bekannten Arbeiten von Zunz und Chajes so lange Jahre völlig geruht haben, ist es erfreulich,׳! endlich wiederum einige Aufschlüsse über dieses Wefrk zu erhalten. Wir erfahren, dass es seit langer Zeif ein sehr populäres Buch war und daher sich viele Veränderungen und Einschiebsel gefallen lassen musste, dass man daher aus dem gegenwärtigen Text nieht auf das Aber des Midraschwerkes zu schliessen Befugt ist. No. XtV versetzt uns auf das Sagengebiet und gräbt eine Serie von 15 Erzählungen von allerdings sehr verschiedenem Werth. Als die interessanteste ist uns die 15. und letzte Erzählung erschienen. Ein Vater warnt seinen Sohn vor Menschen mil Ueberfrömmigkeit, dem וצדקתך. Der Sohn muss diese. Erfahrung zuerst mit der übertriebenen Prüderie seiner Gattin machen und rettet sich nachher dadurch vom Tod, zu dem er ungerechterweise verurtheilt wurde, indem er den ihn zum letzten Gange begleitenden Geistlichen, aufmerksam gemacht durch dessen übermässiges Zartgefühl für das 'Leben eines Wurmes,׳ als den eigentlichen Uebelthäter entlarvt. Diese Erzählung mit ihrer satyrischen Richtung gegen eine Frau und einen Geistlichen erinnert an die engli8ch-französischen Fabliaux, in welchen ebenfalls die Frauen und der Klerus gegeisselt und verspottet werden und aus welchen Boccaccio manchen seiner Stoffe zu seinem Decamerone entlehnt hat. Es ist merkwürdig, wie das jüdische Mittelalter selbst aus diesen Literaturkrei6en geschöpft und sich bereichert hat. Da es endlich auch nicht an eschatologischen und dämonologischen Beiträgen fehlt, so bietet dieser neue Tmeil des B. h.-M. mit seinen 15 Partien eine fruchtbare und schätzenswert he Ausbeute aus allen Gebieten der so überaus reichen Midrasch-Literatur, welche Nienfbnd, der sich eingehender mit der Agadah beschäftigt, wird entlränren können. Dazu eine Fülle von lehrreichen und anregenden Bemerkungen, überall auf die historische Genesis dieser und verwandter Erzeugnisse hingewiesen und kritische Gesichtspunkte eröffnet, welche den scharfen und erfahrenen Blick eines Meisters auf diesem Gebiete bekunden, — all dies vereinigt sich, um das Neue und sogar Absonderliche, welches selbst tüchtige Kenner der Agadah hier vielleicht zum ersten Mal zu hören bekommen, un9 sofort vertrant zu machen und als etwas in den Rahmen des Bekannten sich leicht Einfügendes und es Durchleuchtendes erscheinen zu lassen. Auch die buchhändlerische Ausstattung befriedigt sehr, (5 Mene, der RedMtUn rage|«11ccae Schriften» Dr. Hoffman□, Abhandlungen aber die pentat.'ucbischeu Gesetze. Erste■ Heft. Berlin, M. Driener. J. Stern, Festpredigten. 1878, Esslingen. Dr. Hamburger, Real - Encyclopädie für Bibel and Talmud. Abth. II Heft 4. I i Literarische Anzeigen. ’ , - Von Rahmer’s Israelitisches Predigt-Hagazin (Jahre•■! IV.) ist das er^te Quartalsheft erschienen. Dasselbe enthält ansser 10 Festpredigten auch eine Predigt zum Geburtstage des deutschen Kaisers. Abonnements auf den ganzen Jahrgang (7 Mark) nimmt jede Buchhandlang gnd Postanstalt entgegen. Bei frankirter Einsendung von 6 Mk. an die Unterzeichnete werden die Hefte sofort nach Erscheinen direct francozugesandt — Das einzelne Heft kostet 2 Mark; die Kaisergeburtstagspredigt apart 30 Ijfg. Die Exped. der ״Isr. Wochenschr.“ in Magdeburg. Als Prllmtle■ för jüdische Schulen*) -oüeriren: 1) die Bachbandlang von J. Haaffmann in Frankfurt a. M.: Jobiao*. biblisch-hebr. Wörterbuch, eleg. Hlbfnbd. )1. 3.— *Lasch, die göttl. Gesetze ans den zehn Geboten entwickelt eleg. HIbfzb. M. 4.— •} Vf I. unsere Aa-Sord־ raaf: ״An Verixgsbac..hsndlniifen* in Mo. S. (Wir seese. äbrif.-ne Toreae, dsee Oie vcr.kri. Ve'UfaSncMnaela fen. den jüd. Lehrern Met direeter BeaUünnf fefen baer &1bntt bewU• ilfen wvden.) Wirbeaaarkc» anSdrneklich, dsa* wir ■nr die mit eiatm Sternenen rereebenea Bäckee ane eif eksr Amehana>nf kennen a׳>d. als sm^f Wsns«rj^1r«■ achten. Pr. », Lehmann. Ans Vergangen!!, und Gegenwart. l. Theil eleg, Leinwd. 11. 2.75 » » n n 3.25 TMdlau, Fellmeyers Abende, Märchen und Geschichten aus grauer Vorzeit, eleg. - gepr. Leinwdbd. M. 2.25 I *Teadlau, das Buch der Sagen und Legenden jttd. Vorzeit, in eleg. Prachtbd. m. Goldschn. M. 3.50 2) Asielf Cellaa's Verlag u. Antiqua! iat fu Berlin W., Potsdamerstr. 14: Ladwig Kossarski, Sagen des Morgenlandes nach talmadiseben and anderen hebr. Quellen poetisch bearbeitet. *Eleg. geb. M. 3 — L. Kossarski, Hier und Dort, Lieder eines Erdenpilgers. Eleg. gebd. mit Goldsebn. M. 2 20 3) Oaeer Kleiner in Leipzig: *Levi, Parabeln nnd Legenden aas Talmud und Midrasch. Schön geb. M. 5.50 4) Brüder Winter'« Filiale in Wien (Seiten8tettengasse 2): *Fischer, Palästina, geschildert für Schule und Haus. Schön gebunden, Ladenpreis 4L 3.—, zum ermässig<en Preise von M 1 — 6) Hub• Haslaer, Berlin: Schmidt, Ferd. Moses Mendelssohn, ein Lebensbild. broehirt M. —75 (Wird fortgesetzt)__ Briefkasten fer Kedaetlon. Dr. B. Sie kennen Prot Grätz schlecht, wenn Sfe glauben, dass er durch eine solche berichtigende ״Notiz“, wie in No. 8 d. Bl., sich verletzt fühlen sollte; G. ist vor Allem ein Freund der Wahrheit. Dass wir za seinen Verehrern gehören, ist ja selbstverständlich; aber das bedingt ja nicht,.das! wir* ihm auf dem Gebiete der ״Bibelkritik überallhin folgen müssen, Ueberdiess ist es ja besser, dass wir auf derartige Versehen ן aufmerksam. machen, als da»s es von gegnerischer Seite aufgebeutet wird. Ked Verantworpijeher Redactcar Dr. M. Rah mer iu Magdeburg. Druck von C. Öeharnke in Barby. Vertag von Robert Friese in Leipzig!!

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