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Das jüdische Literaturblatt · 1878-01-08 · No. 2. (8.1.1878) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 2. (8.1.1878)
Date
1878-01-08
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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assyrisch-babylonische Keilschrift, als eine theils ayllabarische theils ideographische, ans mindestens 400 Zeichen bestehende Schrift. Ein und dasselbe Keilbild kann demnssh verschiedene Bedeutungen haben. Schräder macht x. B. darauf aufmerksam, dash das Ideogramm für ״Bruder“ (assyr. ״aohn“) auch die Silbe 8״iq“ darstellle, ja auch־ den Sinn von ״nasar“ ״schützen“ haben könnet Diese Polyphonie macht selbst die Lesung vieler Eigennamen unsicher, wie auch Smith z. 8 für den assyr. Nimrod gegen seine Ueberzeugung nur in seiner Rathlosigkelt den Namen ״Izdnbar“ annimmt. Schon daraus erhellt zar Genüge, dass die Forschungen der Assyriologen, weil durch Medien subjectiver Combinationen getrübt,' z. Z noch mit grösst.r Vorsicht aufzunehmen 8in':. Unter dieser Reserve gehen wir an die uns vorliegenden, hochinteressanten Blätter und bekennen, dass sie in manchen wesentlichen Punkten nicht nur die biblischen Angaben bestätigen, sondern auch] den §prächsatz des biblischen Idioms bereichern. Von jeher war z. B. das Wort עשתי עשר eine erux der Etymologen. Bensew gesteht, sich das p von עשו/י durchaus nicht erklären zu können. Simonis denkt dabei ebenso gelehrt wie abstrus an die radix ״ עשתdenken“ — zehn n. (einst hinxugedacht. Allerdings eine Ausgeburt der Verzweif lungl Nach der Bemerkung Schrader's, dass ״istin“ im Assyr. ״eins“ bedeutet, ist auch das Zahlwort עשתי עשר glücklich erklärt. Wenn Jul. Oppert den Namen תבל auf das assyr. ״bal“, ״habel“, ״hablu“ — was ״Sohn“ bedeutet — ziirückitlhrt, so ist dieser Name analog, wie ,.Kain“ ״Sechsling“ ״Spross“ und conform mit ״Adam“, ״Eva“ als nomen appellativum erklärt [cf. pg. 101. Ja sogar eine sehr dunkle geographische Angabe des Talmuds erhält durch die assyr. Ergebnisse eine ungeahnte Bestätigung. Joma föl 10a heisst es: J1T כלנה• Unter den von Ixdubar-Nimrod beherrschten Städten befindet sich nach dem Berichte der assyr. Sage — wie die Assyriologen entziffern — ausser Babel, Erech, Acead auch Nipur, welches dem talmudischen dem bibl. כלנה entsprechen dürfte (p. 26). Wenn aber der Verf. (pg. 29) die Angabe des Koran, ״Nimrod habe zii Ursa den Patriarchen Abraham in den feurigen Ofen geworfen“ darauf zurückfithrt, ״dass noch xuMohamed's Zeiten sein (Nimrod’s) Gedächtniss (durch assyr. Traditionen) unter den Beduinen fortlehfe“, 80 hat er gauz übersehen, dass das Quellengebiet der jüd. Sagen in Tahnud und Midrasch diese Relation viel einfacher erklärt, wie dies Geiger schon vor Jahren überzeugend nachgewiesen. Die A-syriologen vermuthen, dass die anf die Schöpfungsgeschichte sich beziehenden Keilinachriften, von denen leider nur zwei erhalten sind, dieselbe Zeitfolge innehalten, wie der Bericht der Genems. Soll dagegen der aasyr. Izdubar mit dem hebr. Nimrod 'sich decken, so müs9en wir den bibl. Helden weniger als wilden Jäger and grausamen Eroberer, sondern vielmehr als den Träger beginnender Cultur und Civibsatioa, als Städteerbauer and gottesflirebtigen Herrscher uns denken, eine Annahme, welcher schon die Auffassung lbn Esra's (vgl. seinen Commentar zu Gen. 10, 8) zar Seite stehtj. Wenn die Assyriologen eine weitere künstliche Uebereinstimmung assyr. Sagen mit dem bibl Berich tedadurch hersteilen, dass sie annehmen, ursprünglich seien auch die Assycgr Monotheisten gewesen, 80 sind sie uns hierfür nichts weniger als den Beweis schuldig geblieben, den exact za erbringen sie wohl einstweilen noch ad caleijdas graecas 1 verschieben dürften. Wir schliesseo unsern Bericht über diese jedenfalls hochwichtige Abhandlung mit dem Bemerken, dass sie in jeder Beziehung geeignet ist, das regste Interesse aller gebil deten Bibelkandigen wach zu rufen. Ihre Lectüre wird nicht verfchha1^demBibelfreundejnndjk8syriophilenjdiejmanni|daeh8t^und ן dankenswertlieste Anregung zu bieten. Wir sehen mit Spannung weiteren Veröffentlichungen des gesell. Verf entgegen. Sohrau O S., im Deoember 1877. Dr. Immanuel Deutsch. Notiz. Die ״Moabitischen Altertl1ümera, jene famosen Thonwerke, von denen die Berliner Universität eine so nette Collection erworben, drängen sich wieder an die Oeffentlichkeit. Die Fundgruben in Moau sind nämlich noch lange nicht erschöpft. Der findige Händler S c h a p i r a in Jerusalem hat eine neue Collection beisammen, und der deutsche Consul daselbst bezeugt ihm in einem ausführlichen Schreiben, dass die neuerdings gefundenen Stücke ״unmöglich“ gefälscht sein können. In mehreren Nummern des Athenäums lassen sich Stimmen für und wider hören, am klarsten der französische Gegner dieser ganzen Industrie, Clermont-Gaaneau, durch welchen man zugleich erfährt, dass der eben in London sich aufhaltende Sebapira neuestens die Bruchstücke eines Sarkophagens des Simson den Liebhabern zur Ansicht vorlegt. Man liest auf den Bleistücken den Namen jenes Feindes der Philister und seines Vaters in phönizischer Schrift! Schreitet das so fort, so werden wir in Kurzem die Grabschrift von Adam und Eva kennen lernen, und die definitive Lösung der Frage nach dem Ursprünge dieser Fundstücke kann nicht mehr lange auf sich warten lassen. In Deutchland aber mag man bedauern, noch in diesem Stadium den Namen seines offiziellen Vertreters, des Herrn. von Münchhausen auf der Seite der Gläubigen zu finden Neue Bücher. Zur demnächstigen Besprechung gelangen: Kauffinann, Die Attributenlehre. Ehren t heil, Neue Confirmationsreden Lewin, Lehrbuch der jüd Geschichte. Jellinek, ßeth ha-Midrasch, 6. Th. Müller, Ozar Agadoth. Taussig, Meleches Schlomoh. Rabbinowicz, Les principes thalmud. deSchechitah et de Terepha. — — , Legislation civile du Thalmud. Zadoc Kahn, Sern10n9 et Allocutions. Schwarz, Dr. A., Predigten. 1. Th. Nascher, Dr S., Die jüd. Gemeinde. Meyer, S., Ein Wort an Hm. Messner. » V V׳ •. > v- IQiי' :׳>. k‘2: l'"'','י ־״׳־ ■v r7■, 1 ' j11• *־ ■!׳- Erfcheint in 100 illußr. Lieferungen i *5 kr. 8. W. 30 Pf. Tsrnthi« fecl alle■ BsckhaaälufM. ־Tn~ Taä 120 Seiten harte Sud): unb üljrumatUmuü, eine leiert ntrftänblic$e, pietfach beroäbrte Anleitung jut SeibitbeSianblung biefer (tkmerj^aften Selben roirb gegen €in[enbung non 30 15ig. in Briefmarfen (ranco oerianot oon SHd»ter’ä »erlag# gfaftatt in Sliplig. — Tie beigebrutften Ättefte be■ roeijen bie aufcerorbemlidjen §eilerfo!ae bet barin empiotjLncn Äur. [1175 Iu meinem Verlage sind erschienen: Zehn Bilder zum Anschau• ungsuuterricht bei der bibl Geschichte. - - Ausgabe für Jsraeliten. —:— ' Ladenpreis: 6 Mark. Dresden. C. C Meinhdd &. Söhne, Königl. Hofbuchdruckerei. 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