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Das jüdische Literaturblatt · 1878-01-01 · No. 1. (1.1.1878) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 1. (1.1.1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ip^ron erfüllen, es wird sie am so sicherer erfüllen, wenn es in seiner ätusern Form, der eigenen Geschichte gemäss, der Entwicke)ung_sich nicht versohl iesst, um den reine■ Gotfesgedanken and seine tiefen sittlichen ' ״־Waihrheiteu um so ungetrübter hervortreten zu lassen, dass sie zum allgemeinen Brbtheile der Menschheit, zum Segen der ganzen Erde werden'308 .8) ‘׳) So weit der Verf Vor Allem müssen wir nun bemerken, dass die Mahnung, ״den reinen Gottesgedanken ungetrübt hervortreten zu lassen“, an die falsche Adresse gerichtet bt Denn nicht das Judenthum, sondern die Dreieinigkeitslehre ist es, die den reinen Gottesgedanken trübt and gänzlich verdunkelt. Wir glauben auch nicht, dass ״Paulus mit seinen kühnen Griffen in das Judenthum Ais Götzenthum besiegte“, wir glauben vielmehr mit Grätz (III. 8. 317), dass die paalinische Partei ein neues Götzenthum geschaffen hat. *Darum kann auch flieht die Rede davon sein, dass ״die Idee der Religion“, wie sie die Propheten durchdrang, erst ״von Paulus in ihrer äussersten Consequenz erfasst worden“ sei, und dass, das Christenthum die Mission des Jadentbams überhommen habe, denn jen& Idee und* jene Mission erkennt Kin in der paulinischeif Trübung nicht mehr. Dass ulas Idee endlich ״kühn und weltbeherrschend“ gewesen, geben wir zu, dass sie aber ״beglückend‘, .^wirkte, müssen wir bestreiten Der ״brennende Holz- Mo«■“, von dem der Verf. 8. 308 mit gebührendem Hachdruck spricht, beleuchtet greli und seltsam genug jenes 19 gen thüm liehe Beglückungssystem. Man sieht, der Verf. hat, offenbar am die Gegner zu captiviren, dem jüdischen Standpunkt zu viel vergeben. Und doch weiss er andererseits diesen Standpunkt mit eben so viel Geist wie Pietät za ▼ertheidigen. Der Verf. tritt der historischen Fälschung entgegen, die an dem Charakter der!Pharisäer seit jeher von christlicher Seite geübt worden ist. Diese hist Lüge erbt sich — was man auch dagegen schreiben mag — gleich vielen andern Irrthüpnam wie eine ewige Krankheit fort Der Verf. thnt *das Wirksamste, was sich dagegen than lässt, indem ier jene pharis. 8ittenlehren und Einrichtungen zasaminenstellt, die von innerlicher Frömmigkeit und wahr hafter Milde Zeugaiss ablegen. In gründlicher Ausführlichkeit behandelt der Verl | Jesu Anklage und Verurtheilung (S. 254—305) und sucht aus mehreren Momenten nachzu weisen, dass ei nicht die Pharisäer, sondern nur die Sadducäer ge. wesen sein können, die Jesuun angeklagt haben; ״Die Nennung des Synedriums bei Matthäus und Marcus hat nur den Sinn, dass sich die Versammlung als Synedrium gerirt hat . . . Der Name Synedriuin kann nur usurpirt sein“ (S. 264). Dagegen würde nur die bekannte Stelle jerus. Synh. 25d sprechen, wo es heisst: והביאוהו לבית דין וסקלוהו• Unter Beth-din kann doch sicherlich nicht ein sadd. Gericht verstanden werden. Indess erscheint diese Stelle — obgleich sie sonst als authentiach gilt (s. Grätz III S. 323) — schon wegen de# ‘ Schlusswortes וסקלוהו mindestens als ungenau. Von besonders wissenschaftlichem Werthe sind noch ' die beiden Abhandlungen über: Die Sklaven und Proselyten nach rabbinischen Gesetzen“ (8. 309—02). Sie gehören insofern in den Rahmen dieses Buches, als sie nach weisen sollen, ״wie der-Talmud keinem Menschen gegenüber den sittlichen Gedanken verläugnete und wie; dieser bei jeder drohenden Verdunkelung sich immer j wieder hindurcharbeitete.“ Das Buch ist in populärer Darstellnng und zugleich in anziehender, oft fesselnder Sprache geschrieben, darum auch weiteren Kreisen zu• gänglich Wenn wir auch den Standpunkt des Verl sowohl in religiöser, wie in nationaler Beziehung durchaus nicht theilen — und uns — wie ■wir gestehen mtUsea — zu jener Höhe eines unfassbaren Universalismus, von der herab das Judenthum fast ganz verschwindet, mit dem Verf. durchaus nicht emporzuschwingen vermögen, so wollen wir doch nicht verkennen, dass es eine, wenn auch zu weitgehende, apologetisch« Tendenz war, von der sich der Verf. leiten liess. Wir können nur wünschen, dass der greise Verf. seinen je• denfalls edlen Zweck erreiche uni den Geist der Verr söhnung in jene Kreise verpflanze, an die sich das Buch in erster Reihe wendet. Z. Literarische Anzeigen• Varia{ voo in Leipzig. MitliWta idUilei am■ Tnlamid ■ad Midrasch, gesammelt and geordnet von Prnfi —oi OfaucpiM Lerry, *es dem Urtexte ins DeaUebe übertragen v. Benfcrkarabb. Ladwig Seligmann. Iwehe vermehrte AMage. Freie hrrerhtr» 4 Mark, 4■ dgrelm eriglaaMatoa* » Mk. 50 Pf. Diese kaekiul* insauie Sammlang talindischer Krrl hl nagen, welche ■eit Jaham •aigiUfoa war, liegt jetzt in zweiter Andege ver nnd eigaet rieh hanptedeh- ■#^^ta»eheuke^^^^^^^I169 f i £ er«׳ יי Iiruütiteiies irtdifUlafazia acaeheint and! im Jahre 1878 iu 4 Qnhrtai»- heften, an W Predigten enthaltend, zum La- 1 dehpreiee von 7 Mark bei allen Baehhandlange■. BaT1 Bei direkter Bestellung rersendet die Unterzeichnete gegen Vorausbezahlung , von I ■rtrflt. Die Hefte sofort nach Er-* sebeinea ilraaeo. ., Me CxpedKiaa der Ier net Woebeaachrlft in Magdeburg._. Verantwortlicher toUmr: Pr. M. ttaki Verleg von Oakar Leiser in Leipzig. Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Am des tnellea nre bearbeitet von [1168 Pref Dr. H. Gesetz. 11 Bande Mk. 92 broeehirt, Mk. 110 in halb. Leder gebunden . Aach in Lieferangen zu je 80 PL zu beziehen. MAa|hflr4».M4 ■lad non L KAö¥FKAliSuFra1tfnrt a. Main. JMMhetf# JU BüWngrr# Rtligioa«bu<b, f)tbx. w. beutftbürberffbung. 3. Sufi *fb. K— 60. PtrlfM, 8S. etV** ^rbrSiftAe« SeftbiUb» Irin für itrartuif&r '®«buirn. 4. selb; Sufi, geh <'• 91 — 36. Mt, KMiM>^brStf4e* ffi6rtrrbud) mit Sngabc bee-irntfptetbtMben epnanpme. Rrbfl Sarong ftriUtung bet in rabbinif$en ,®<briftm üblichen Sbbte»iatutrn.geb. JJL 2 60. f«**, )•»יד Srbtäi(<b« 6pta(bl(brt mit praftifeben Rufgerb« jum Bebraiicbe beim tMer>i<bt ln hn^bebeAifibnt ©praebf. ■ er. Etraek' von C. 1. Sbtbeilung 3. 2■ Suflage geb. SR. 1. 30 geh. 3 .1 ״ft JUfarr, Dr. Jß., Tefilla kezara. $ebrSi[cbd wcbrtbücbletn für bi« ilraelittf<b< 3*grnb!um etflen Untrmi^t im Utbrtfrbra metbobtfd efeigerubtet unb mit Scxabulamun urib gram• matiftbett Sarbtmrrfungm btrfrbrn. ®rfft Cutfu*. 5. Suftagc geb. 9t. —. 60. ^dwemifefrr, Xa4 brwrglicbe Slpbnbrt ober 10 XebrQm für ben b*br. 8e [rastctriibL (*uc| all SBanbtafeln |u gebrauten) SR. 3. —. £4wer), Dr. )., Rabbiner, Ölaube nab Bf 114 L 2ebrbu4 brr i4rarlttif4«n Rtiigite für Cibuirn 3. Sufiage gtb. SR. L 401 ffttm, S~, tT)irr.tor brr itreelitiftben 6$ttf in IBiiriiburg.) 2>i* biblif4e @rf4<4t*, f*t i4rarlitif<be ©4ulrrt rrjöblt. (Kg jur 3״• ftdnmg brä jtotittn Xrmpeig fortgrft(L i> Suflagr geb. 1. 40. Wfc, mit robrtti<brr iübi((b*bcut(<brr Sinrat• übrt)t|ung non 3. 9t. dapbet- 3. RufUgt geb. 9L 1. 7״• I Bei *mfäbrung in 64uicn ober Bettbirbe)■! gewähre günftigr Bebingungen. Snftdftfti«* ptare (Wie grttte gut Seefügung S$rantfurt a. 9t. 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