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Das jüdische Literaturblatt · 1877-12-12 · N° 50. (12.12.1877) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 50. (12.12.1877)
Date
1877-12-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 50. VI. Jahrgang. Zur Beleuchtung aller Jude»- U>um u. Juden betreffenden literarischen Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie,Geschichte,Ethnographie,Sheologir, Lirtenlalia, Exegese, Homitetik, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben I - - von Rabbiner Dr. Moritz Rö hluer. Magdeburg, IS. December 1877. Bücher der einschtägigen Lite-. ralur, weiche der Red. de» »Iäd. 5>teraturdtatt" in Magdeburg (oder »er «Z»ra»i. «ochrnschrin Stettin) sugesandt werde», finden in diese« Matte eingehend« Besprechung. Das ״Mtd» Literaturblatt"' erscheint 'wöchentlich einmal; Preis pro Jahrgang H durch alle Buchhandlungen sin Leipzig durch Robert Friese), oder bireet bei der bürg. — Juserat« werden mit 20 Pf. für die drtigespaliene Petit,eile berechnet. — 9U! jährlich bet allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 Marl 50 Pf. lostet) «halben da» Mark, mit frankrrter Zusendung: 8 Marl. Zu betzstsj » Expedition dex ״Israelitischen Dochtnschrift" in Matz) es onnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" (die viert l» ״Jüdische Litiraturblatt" gratis. Inhalt. Literaris.che Abhandlungen: Der 45. Psalm. — Ebhcr und Misr. Von vr. B Placzel. Literaturbericht: Recensionen: Wysard, A., Ein Gang durch's alte Testament. — B och, Dr.. Hellenistische Bsstandthcile im biblischen Schristthum. (Forts.) Der US. Psalm. Wieviel an den Psalmen gedeutet und wieviel nament- ־ lich seitens der christlichen Kirche dineingestellt wurde, braucht wohl erst nicht gesagt zu werden, und Vorrecht der Synagoge wird es aber immer bleiben, das richtigere ,Verständnis sür die Psalmen zu haben, weil sie in den Psalmen nicht phantastische Gedanken sucht, sondern immer auf dem Boden der Wirklichkeit sich bewegt. Ein historischer Hintergrund muß auch zu Pi. 45 gesucht werden und zwar finden wir denselben in Kön. I, Cap. 1. Dort wird erzählt: Der König David sei alt geworden, und es wurde eine Aufwärterin für ihn gesucht, welche in der Persou der Abischag, einer Sunamileringefunden wurde. Diese Abischag scheint aber nicht so harmlos gewesen zu sein, wie man vermuthen sollte, da sie ja durch Zufall, vielleicht gar aus niedrigem Stande, an den königlichen Hof gekommen ist, sondern sie scheint Hoiintriguen gespielt zu haben. Es wird das deutlich durch die Erzählung, daß zur Zeit, als Salomo König wurde, Adonia sie verlangte. (Kön. 12, 17.) Sie muß es demnach mit Adonia immer gehalten haben und wahrscheinlich auf die Hoffnung hin, daß sie Königin werden wird. Man geht wohl demnach nicht fehl,, wenn man annimmt, daß sie auch schon bei der ersten Verschwörung des Adonia noch unter David ihre Hand im Spiele hatte, und daß sie den König Da^id, aus den sie gewiß einen großen Einfluß hatte, zu bestimmen suchte, sich füf Adonia und nicht sür Salomo als Nachfolger zu entscheiden. War nun die Sunamiterin schon ohnedies mißliebig bei den legitimen Frauen des Königs durch ihr Verhältniß zu David, jo mußte die Erbitterung bei der Bathseba auf das Höchste gewachsen sein, die in ihr nicht blos eine Nebeubuhlerin, sondern auch ihre politische Gegnerin sah, da sie ja gegen ihren Sohn Salomo und für Adonia agitirte. Nun wird berichtet 1, 11, Bathseba ■ fei mit dem Propheien Nathan zu Ralhe gegangen, und dieser habe ihr geralhen, sie solle sich direkt an den König wenden und ihn persönlich für Salomo zu gewinnen suchen. : Daß die Bathseba durch eine Erinnerung an die Vergangenbeit viel ausrichten könne, war denr Propheten Nathan wohl!klar, und es war vielleicht das letzte Mittel, was anzuwenden wäre. Es hieß entweder siegen oder unterliegen, entweder Bathseba und Salomo oder Abischag und Adonia müffen den Palast beherrschen. Wir werden es jetzt verstehen, warum es B. 15 ״Bathseba kam zum König ins Zimmer. und Abischag die S> - namiterin machte die Aufwartung beim Königs Es soll a i1 gedeutet werden, in welcher Aufregung die Bathseba wer: Ihre Feindin stand vor ihr, und sie wollte ja mit dem Kl» nige allein stin. Diese Situation scheint der Verfaffer «5 Ps. 45 zum Vorwurf gehabt haben. I Es sprwht Bathseba! zu David, daß er Salomo zum Rachfolger wählest solle und; wendet sich dabei zur Sunamitetzin mit eiiügen bittern Worten und würdigt sie bis zur EAw vor dem Köpig herab. Sie beginnt: ״Mein Herz ist aufferegt wegen (?) einer gerechte» Sache (סוב דבר ישרי T 1ד wie ja auch! immer טוב 1ישר zusammensteht), ich will v »rbringen meiste Handlungsweise vor dem König, meine Zarge soll gleichenldem Griffel eines geübten Schreibers" (sie könne sich nicht sammeln, sondern es wird eia Wort das aal» re drängen vop innerer Errregung).! V. 2 ist als captaitio benerolentiae zu fassen, sie swcht den König im der lieblichsten Weise für sich zu gewinnen.! V 3.! Hier beschwört sie ihn, das Schwen zu ziehen und Adonia! mit seinem Anhänge umbringen zu lassen.. Sie erinnert ihn daran, daß er so viele Kämpfe bestanden, j so viele Völker! unterjocht habe und das doch nur, um den Thron für seine Nachkommen zu sichern. Der Sohn Salomo,!sei nun ded rechtmäßige Erb« und handle es sich um die gerechte Sache/ wofür David ja immer eingetrelen sei, und so sagt Ke: V. 4. ״Dein Schmuck war es immer, daß Du au««-- krochen unt einhergefahren bist für die Sache der Wahrheit und das gebeugte Recht, und Du lehrtest Gewaltiges durch deine Recht!." (Du zeigtest durch Deine Siege, daß man!für die gerechte Sache einstehen müsse, vielleicht mt» Anspielüng auf den Sieg über den' Riesen Goliath, wo David nur durch die innere!Ueberzeugung. durch die Macht, die das Gerechtigkeitsgefübl ihm eingab, siegte). Wir würden dann auch einen Fortgang von dein Einzelnen auf die Mehrheit hapen. Nicht blos; Einen, sondern I _ V. 6. ״Deine geschärften Pfeile streckten (?) viele Bölker niedersie fielen oder drangen in das Herz der Feinde. des Königs." (יפלו ist wohl als Prädikat zu dem ersten!und zu dem zweiten Theile zu nehmen). Das aber hast Du gethan, damit V. 7! ״Dein Thron dem göttlichen Throne gleiche. für die Ewigkeit gegründet ist, damit das Scepter DqineS nur der Be- Reiches do!s Scepter dtr 'Billigkeit sei," — was auch Dein«! i stimmung war, denn j j ' V ״Weil Du liebtest die Gerechtigkeit und haßtest das Böse, darum hat Dich gesalbt der Ewige vor Dtstne» genossen. ׳ Soweit hatte Bathseba rein sachlich gesprochen und n mmt nur das Recht für sich ut Anspruch. Mit V.9 begimp sie ׳< •i

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