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Das jüdische Literaturblatt · 1877-11-21 · N° 47. (21.11.1877) · p. Seite 188

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 47. (21.11.1877)
Date
1877-11-21
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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— 188 — dem Äönig vortheilt es nicht, sie zu erhalten"), er hätte hier- «ft seine eigene Part« gerichtet; 2. bliebe es unbegreiflich, daß eine hellenistische Schrift Eingang in den Kanon gefunden hätte; was College Bloch hiergegen gesagt hat, ist sehr gelehrt und geschickt herangezogen, kann aber keinen Nüchternen überzeugen: 3. die Sprache des Buches ist noch viel zu gewandt und blühend für einen Schreiber der makkabäischen Zeit, I (man vergleiche nur das Buch Daniel) am wenigsten aber!Hütte ein Hellenist eine solche sich erworben; 4. nicht einmal ' der anthihellenistische Berfaffer des Daniel erhielt seine Schrift frei von Hellenismen, wie bekannt ist; wie hätte nun gar einem Hellenisten das gelingen sollen? Ich bin zwar noch immer meinen früheren Ansichten vom Buche Esther zugethan, «der «her noch könnte ich «ich mit der Ansicht befreunden, daß es von ei!«m religion-treuen Juden der makkabäischen Zeit herrühre, vorausgesetzt, daß die beiden letzten Argumente für eine oormakkabäische Abfassung desselben nicht stichhaltig ge- «lg erscheinen sollten. Die treuen Inden bet makkabäischen Zeit waren gewiß nicht alle so feurige Eiferer, wieder Verfafser des Daniel: unter ihnen konnte aber dennoch sehr wohl Eftzer sein, der durch ein Schriftchen das Volk in Treue und Vertrauen erhalten wollte. Daß er in ihm ' erwähnt, Esther habe «ü Mordochaj'S Zustimmung einen heidnischen König geheirachet, spricht näht hiergegen, wie Bloch meint, denn selbst daun, wenn in der makkabäischen Zeit das Verbot der Ehe mit Heiden schon ganz dnrchgedrungen war, was noch nicht erwiesen ist und sogar die Angabe Ab. sara 36, b gegen, sich hat, daß «in makkabäischer Gerichtshof dieses Verbot er '!äffen: so mnßte doch Gsther's Ehe in milderem Lichte erschei ne», da es ein König war, den sie heirathete, über ihre Na menSschwester in Polen wurde gleichfalls nicht der Stad ge brachen; zudem war es ein ״geschichtliches Factum", das man mitlheilen konnte, ohne es darum zu billigen. Und daß Mordochaj an der Tafel des Ahasveros miigespeist hätte, sagt zwar der Talmud, aber in dem Buche ist gar nicht die Rede davon; und daß Esther die Speisegesetze zu beachten nicht in der Lage war, konnte einen makkabäischen Patrioten nicht von der Schreibung des Buches abhalten, man vergleiche nur, daß der fromme Berf. des 1. Mak. 8. 17 von den frommen Juden Makkabäus berichtete, er habe jüdische Gesandte nach Rom geschickt, auf welcher Tour sie vermuthlich auch nich t haben die Sp.isegesctze beobachten können. Im Buche Ether sind aber Beiden religiöse Anschauungen zugeschrseden, (4, 14. 16. 9, 31), welche gleichfalls nimmermehr ein Hellenist von den ״zur Nachahmung aufgestellten Helden seines Buches" ausgesagt hätte, er hätte wiederum hiermit die Richtung seiner Partei verurtheilt. Ich komme schließlich zu der von mir aufgestellten uno von Herrn Bloch gebilligten Behauptung, daß in dem Buche die Erwähnung Gottes nicht etwa aus unreligiösem Sinne unterblieben, sondern absichtlich vermieden sei. Ob dies auf einen Hellenisten passe oder nicht, darüber läßt sich streiten, jedenfalls aber konnte ein ftiedliebender Jude der Makkabäerzeit durch seine Schrift versuchen wollen, das Volk in religiöser Treue und Gottvertrauen zu befestigen, ohne sich Verfolgungen oder gar dem Tode auszusetzen, und in diesem Falle konnte er die ausdrückliche Erwähnung Gottes unterlassen, vertrauend darauf, daß die Leser ihn wohl schon verstehen würden Nur hieraus oder nach meiner älteren Annahme aus Furcht vor den Magiern weiß ich mir diese ängstliche Vermeidung zu erklären, eine dritte derartige oder ähnliche Situation kann ich in den betreffenden Jahrhunderten nicht aufsinden. Braunschweig. vr. Herzfeld. Literarische Anzeigen. I« «emo» Lerlage erschien soeben: rntm* ' [1143 ffr tc« Aimmzw«. Rach allen Wocheriabfchaittkn geordnet . von-! t Rabbiner 1E31rentheU. Verfasser der,AharonSstab'^Buch d.LS«ch«u.s. w. Preis Men 2. 25 Pf. I» kindlich gemüthvoller Sprach« gibt der Berfaffer für jede« Wochenabschnitt eine , dem Anabennlter entsprechend« Rede. DielfacheS Lerlangen nach einem solchen Werk« war di« Ber» anläffung zur herausgab« desselben. Bei der anerkannten hervorragenden Kanzelberedtsamkeit des Berfaffer« bedarf «S gewiß keiner wettere« Empfehlung, wie auch di« Lus» tzattung ein« in jeder Hinsicht »ortrefffich« ist. ' Frankfurt am Mäm. I. ftaaffmattn. Als Ftstgeschenk empföhlet: 11«f חנוכה J leichte Variationen aber die alte Melodie •* für Pianofortr zu 2 Händen von ' M. B Lennar. Gegen I Mark versendet franco Ihi»rieb,b»ken'8chcs Sortim., Magdeburg. von ' LünMMaM11rta.Baij1. JUMntft ju vüdingers Religionsbuch, tzebr. . .S.Lust.geb.«.-.SO Jhartfn*. Ik. 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