Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 46. (14.11.1877)
- Date
- 1877-11-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zur Beleuchtung aller Jätenthnm «. Jaden betreffenden literarlschen Erschein»,;«» ans de« Gebiete derptztt«s»phie,Geschichte,kkttz»»gr«ptzie,rhr«t«>ir, -rteataU«, Exegese, Hmniteltk, LNnrgik, »i Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Nahurer. Magdeburg, 14. November 18??. Bicher ber eiaschti,i§e»ן ratnr. wetch« der «r» »r, , Litrratarbtdtt" n», (»der »er ״I»r»rt. «»cheasch in Stettin)! z»grsa»»t »e ffnden in Mel«, Mntte ,»tzendie Befprechnng. "?1 i Da« ״Ich». Literaturbleut" erscheint wöchentlich einmal I Preis pro Jahrgang 6 Mark, mit franlirter Zusendung; 8 Mark. Zu beriech» - durch alle Buchhandlungen sin Leipzig durch Robert Friese), oder direct bei der Expedition der ״Israelitischen kSocheaschrift" rn Magd«» bürg. — 3»fevalt werden mit 20 Pf. für die dreiqespaltene Petitzeil« berechnet. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" sdie viertel» ' jährlich bei allen Postanstalten uHd Buchhandlung»» 2 Mark SO Pf. kostet) erhalten da« ,jüdische Literaturblatt" gratis. ' Netzalt. Literarisch« Abhandlungen: Ebher und Misr. Bon V1-. B. PlaezekT^— Ebher und Misr. sFortsetzung.) — Zur Aufhellung einiger Schwierigkeiten in Gen. c Xlll. Literaturbericht: Rerensionen: Gastfreund, Mohammed nach Talmud und Midrasch. — Aeußere Einflüsse aus Sage und Sitte in Israel. — Nachträge uns Notizen Das Verbot des Bluteffens und der Kreislauf des Blutes. Bon vr. Äornseld-Wohiau. ״Ihr sollt nicht eflen da« Thier, solang« noch in ihm sein Kepdeack >n seinem Blute ist." Die grüßte En deckuug der Neuzcil ist in medicinischer Hinsicht der Kreislauf des Blutes. In einer eben erschienencn Uebersetzung eines Werkes über Geistesstörung habe ich in einer Note darauf aufmerksam geinacht, daß den alten Hebräern der KreiSlaitf des Blutes bekannt wa^, und zwar folgt dies aus dem Berbote des Blutessens. Nephesch ist nicht Leben; ist auch nicht ganz gleich Mit Seele. ״Tn keiinst den kiepliesek des Fremden", würde mehr ״Gcmüth" heißen. Auch das Thier hat Nephesch. (Ja, einmal wird bekanntlich von dem Nephesch Gattes gesprachen) Was ist der Grund, Blut nicht zu esse»? Jenes unbekannte seelische Agens, welches den individnellen Charakter jeder Art jedes Einzelnen aus macht? Die Bibel behauptet, mit dem Genüsse frischen Blutes (geroniieues, todles Blut ist wie Aas zu achten) wild die eigene Individualität, das eigene Blut, oder bester, der im Blu e liegende eigene Nephesch alterirt: ״er wird auSgeroltet." Wir glauben das auch: Wozu sich krampfhaft gegen die Annahme des Gesetzes der Bibel sträuben, wenn mir sehen, daß ja doch noch kein Jrrthuiu in diesen Gesetzen nachgewiesen worden ist, daß sie ja thalsächlich größten: Heils die Basis der Gesetze aller vorwürtsstrebenden Völker sind! Viele thun so, als ob sie den Inden eine Concejsion uiachlen, wenn sie kein Schweinefleisch äßen. Nun, die Thatsache, daß etwas, was von de» alten Juden gräulich erkannt, wirklich schädlich ist, spricht für den angeborne» feinen Jnstinct der Juden. Eie leweist aber ungeheuer viclniehr. Sie thut dar, wai für große Kennlniffe die alten Juden hatten, ohne solche HülsSmittel zu besitzen, wie Mikroskope, chemische Neagenlien rc. lder hatten sie vielleicht gar bestere? Doch das mag dahingestellt sein. Genug, «nr.woll« jetzt von den Gründen sprechen, die dqs Verbot des BlnteA nöthig machten. Wie erklärten^sich die alten Weis« seit Noah dies Verbot? Daß- MoseZ nicht «in blinde» Werh«g der Offenbarung war, daß er Blut »snd Schiveinefleisch re. nur aus religiösen, wie Viele glaube» antiheidnisch« Gebräuchen verordnet habe, ist leicht zu Widerlegen. E» widcke aber zu weit führen, nachzuweisen, daß heidnisch und nicht» ' menschlich (thierisch) zusammenfallsn. Der ״Hirte", der damals bei dem feurigen Dornbusch sagte: ״Ich muß doch einmal hingehe» und dieses merkwürdige Wunder «nseh«,^ sollte der kein Denker gewesen sein? . •׳- UeberdieS werden bekanntlich die-Erzväter (ja noch Häher hinauf) ausdrücklich als Beobachter dieser Gebote genannt. Also als Grund diespS Verbotes dachte man sich wirklich eine po» silive Schädlichkeit des Genuffes, und zwar eine schreckliche: die eigene Person geht unter. Wenn sie nun aber das gedacht haben, so müssen sie da» Blut der Schlachtthiere schleunigst (also blutwarm, weg« der größten Flüssigkeit in diesem Zustande und in möglichst dicke« j Strahle) entfernen, also am besten aus den dem Herze« so, nahen und dem Umfange nach größten Arterien, die nahe « ■־ der Haut verlaufen. Dazu mußten sie eine besondere Schlacht»' weise haben. Ties ist bekanntlich, wie angenommen wird,! dieselbe, die wir auch jetzt noch ausüb«», nämlich die strengjLdh^ sche, welche, wie wir früher schon gezeigt haben, überhaupt dv»j׳ einzig richtige, barmherttge, der Gesundheit allein co«u>enir«de j ist. Um zu misten, daß das Blut durch einen Einschnitt aoll*j ständig aus dem Kürpei entfernt wird, mußten sie aber wissen^ daß das Blut in einem Sacke sich befindet, einem communicirendeu System von Röhren. Wenn man hinzu»! nimmt, daß ihnen die Lunge, daSHerz, rechte und linke Kammer rc. bei den Thieren bekannt war, so ist der Schluß gerechtfertigt),. daß ihnen auch der Unterschied zwischen Hellem und duayffW.-' Blute nich: entgangen war. Ich schließe deinnach, daß bifc- Hcnnlniß der Schädlichkeit*) des Effens von »lat* mdT: *) Pros. Ponfich fand, daß Blut einer Thirrart in di« GeWhe einer andern gespritzt, giftig wirke Bgl. die Untersuchungen »on^rtpost und Duma«. - Die Thatsache ist seit ein paar Jahrhunden« j schon gefunden, sie ist entscheidend zugleich sür die Irrigkeit der Dar-- ' win'sche» Lehr« und die Richtigkeit derjenigen, ״di« daS Heilig« van de« Unheiligen geschieden hat,".