Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 45. (7.11.1877)
- Date
- 1877-11-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I 45. VI• Jahrgang. Zur Beleuchtung aller Jude»- thum u. Juden betreffenden literarischen Erscheinungen auf dem Gebiete der Phitosoplste.Geschichte, Elhnograpt>ie,Ll>eologir, Brientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Di׳. Moritz Rahmer. Magdeburg,?. November 187?. Bücher der einschlägige» Literatur, welche der Ned. de» ״IS». Lileraturdlatt" in Magdeburg (oder der ״Jarael. Wochenschr." in Stettin) ,ngesandt werde», finden in diese» Platt» ei»- gehende Besprechung. ־j Das ״Jüd. Literalurblatt" erscheint wöche ntlich einmal; Preis pro Jahrgang 8 Mark, mit frankirter Zusendung: 8 Mari. Zu bezieh» sbext Friese), oder direct bei der Expedition der .Israelitischen Wochenschrift" in Ragde- : t »». c .x_.1 <Sa..4rU«(<i1M1 DDhA.m(<4m4(1m /hi• durch alle Buchhandlungen (in Leipzig durch Robert _ _ bürg. — Inserat• werden mit 30 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" (die vtertrl» jährlich bei allen Postanfialten und Buchhandlungen 2 Wart 88 Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturbsatt" gratis. - Inhalt. Literarisch« Abhandlungen: Ebher und Misr. Von vr. B. Placzek. — Versuch zur Begründung einer Verordnung unserer Weisen. Literaturbericht: Vecensionen: Katechismus der Geschichte der Philosophie von Thales bis zur Gegenwart. — Lewes, Geschichte der Philosophie von Thales bis Comte. — Mocatta, The Jews of Spain and Portugal and the Inquisition. — Recension I. II. Notiz. — Drudsehler. — Briefkasten. Ebtzer und Misr. Vergleichende palaologische Studien von vr. B. Placzek. kt. (Fortsetzung.) Verfolgt man aufmerksamen Blickes die verschiedenen Kriegszüge der Pharaonen gegen die Chela — nach Brugsch, Geschichte Aegyptens unter den Pharaonen, Leipzig 1877, S. 270, 313, 324, 341, 343, 393, 449—455, 462—465, 468, 491—498, 512—528, 538-541, 550, 554, 562—566, 571, 579, 598, 602, — besonders die Verzeichnisse der Abgaben, welche die besiegten Chita den Pharaonen zu entrichten hatten, so sieht män förmlich das Anwachsen derselben im Verhältnisse zu benachbarten Völkern. Im Gebiete Ruthen-hir, welches die Länder Palästina, Cölesyrien und Syrien umfaßte, , nimmt eine hervorragende Stelle ein das große Volk der Chita (die Hethiter der Bibel, wie Brugsch ausdrücklich hinzusügt), während Kirkamojch, Kadesch am Orontes und Megido als wichtige strategische Punkte angesehen wurden, um welche schon zur Zeit Thutmes I. (18. Dyn. Mitte des 17. Jahrh. v. u. Z) der Kampf wogte, der sich bis ins Land Naharina oder Naharain, welcher ägyptische Name geographisch und sprachlich dem ארם נהרים entspricht, erstreckte. Unter Men-chepar-ra Thutmes III., dem großen Alexander der altägyptische» Geschichte, werden schon Abgaben vom großen Lande der Cheta angeführt nebst dent Verzeichnisie der Beute und des Tributes von Ruthen und Sangar (Sinear), später auch von Asiur, Limano» (לבנ1ן), Zahi (Phönizien), Asebi (Cypern). Die Abgaben der Cheta, bestehend aus 8 Silberrrngen 301 Pfund schwer, einem großen Stück weißen Edelstein und Zagu-Holz, verschwindend gering im Vergleiche zu dem Tribut der andern Länder, in dem auch Sclaven mit inbegriffen waren, lassen den Schluß zu, daß die Abgaben bloße Geschenke und die Cheta nicht unterjocht waren, was erst nach dem 14. Feldzuge Thutmes III. im I. 39 seiner Regierung geschehen mochte; da diesmal auch schon Knechte und Mägde unter den Abgaden, welche bedeutender sind, figuriren. Auch Thutmes I V. ( mit dem Beinamen Chach'au, unternahm einen Feldzug gegen die Chita, wovon auf einem Bruchstücke im Amonstempel zu Ape Erwähnung geschieht. Beim Beginn der 19. Dynastie hatten die Chita eine Suprematie über alle umwohnenden Völker erlangt. ״Ihr Ansehen mehrte sich von Jahr zu Jahr derart, daß selbst die ägyptischen Inschriften nicht anstehen, sogar die Namen der Könige von Chita in hervorragender Weise zu nennen »nd ihrer Götter mit!Ehrfurcht zu gedenken." Sie waren die Vorgänger der assyrischen Großmacht und werden das ״große Volk", das ״große Änd" genannt. Brugsch betont hier wiederholt (S. 450): ״Wir glauben sicherlich fei» nem Jrrthum anheimzufallen, wenn wir in unserer Mei» nung beharren, in den Chita jene Chetifer wiederzuerkennen, von welchen di? h. Schrift von den Tagen des Erzvaters Abtaham an bis hin-" aus!über die Zeit der Verbannung, Vieles zu erzählen weiß." Sollte er dabei an Grätz' polemisirende Darstellung, wen» er sie überhaupt kennt, gedacht haben? — Zeitgenosse« der msten׳Ramesiden als Könige der Chita sind zu nennen':, Saphlili, Maurosar, Mauthayar, Chitasar. Zur GebietSbe- stimrüung der Chita sind die Städte Turep (Daphne), Chilib« (Haleb), sowie das Land Kazauatana, warscheinlich Gauzanite», zwischen Circesium und Thapsäcus, ins Auge zu fassen. Lange vor der Machtstellung Ninioe's und Babylons mögen Bunde«- städte der Chita eine gleiche überragende Rolle gespielt haben. Die Beweise hierfür wird vielleicht die Zukunft liefern; den Schlüssel mag sie in den 349 größtentheils unerklärten ׳ und unbekannten Städtenamen in den Siegeslisten Thutmes HI. zu Karnae, welche die zweite Abtheilung der Nordvölker bilden, finden. Sie waren im Kriege mit Ramses L, mit Seti I., der Kadesch, das schon unter Thutmes III. den Mittelpunkt des Kampfes abgab, erstürmte. Viel genannt und viel desungen, besonders von dem ägyptischen Homer. Pentaur, ist der Sieg Ramses II. Üei Kadesch inder Völkerschlacht, an welcher ״Nationen von den äußersten Enden des Meeres bis zum Lande von Mita hin" theilgenommen. Ruhmredig bis zur ausschweifendsten Hyperholik witd der HeroisntuS dieses Königs vielfach geschildert. ״Du hast gebrochen die Stärke von Chita für ewige Zeiten!" singt Pentaur. Aber die bl»»^ tigen, heißen Kämpfe wiederholen sich nach mehreren Friedens»- schlüssen noch öfter und haben zur Folge, daß eine große An-!. zahl Gefangener nach Aegypten versetzt wird. In Bezug auf . diese mochte die Besorgnitz des Pharao Exod. 1, 10: ״Die Jsraeliten könnten bei. einem auswärtigen Kriege mit den innern Feinden 0שונ|אינ) sich verbinden" u. s. w. — guten Grund haben. Die zunehmenden VÄkerbewegungen und wachsenden Unruhen in Voiderasien durch das Hereinströmen kriegerischer Stämme sremper Herkunft scheinen sowohl dem Ram» seS Miamun als dem Chitasar das Bedürfniß eines gegenseitigen Schutznnd Trutzbünduiffes nahegelegt zu haben, das über Vorschlag des Letzter» zu jesiem berühmten Vertrage zwischen Chita und Kömi führte. Durch denselben sollte die gährende Welt in bet Mitte, das Volk der Kanaaniter,׳ im Zaume gehalten werden. Die contemporären Schreiber fließe« über vor Freude, daß Chita und Ktmi, die beiden mächtigsten Nationen der damaligen Welt, eist Brudervolk bilden. Da» ■\r