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Das jüdische Literaturblatt · 1877-10-17 · N° 42. (17.10.1877) · p. Seite 168

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 42. (17.10.1877)
Date
1877-10-17
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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Zählungen zum lieber tyfcen haben sich als ganz unpraktisch er׳ wiesen. Sodann erschien von demselben ein ״Vocabularium zum hebr. Gebetbuch", das, weil es den ganzen Siddnr umfassen wollte, imj Einzelnen sehr mangelhaft imd für Anfänger gar nicht zu gebrauchen ist. Wie soll dieser auch ׳nur das schöne Gebet אלדד נען£ה mit den daselbst angegebenen wenigen Bocabeln — von denen sämmtlich nur die raäix angegeben ist — übersetzen lernen? Auf der Altersstufe, in der man dieses Gebet übersetzen lernt, weiß der Schüler noch nichts vom Hiphil, von Verbindung des Zeitworts niil dem Fürwort u dergl. H.'s Vocabularium setzt, von Anfang an die vollständige Kenntniß der ganzen hebr. Grammatik voraus — das ist unmethodijch und macht das Büchlein unbrauchbar. Wir verzichten deshalb, die Fehler im Einzelnen hier anzugeben, so wird z. B. gleich in den Vocabeln zu Jigdal zur Ueberf. von קדמותו angegeben קדמה(?)״ Beginn " In dem oben ׳ angeführten 2. Cursfts beginnt der Berf. mit ״grammatischen Vorübungen" (Vieles davon ist ans Rahmer's Tefilla kezara wörtlich abgeschrieben, so z. B. das über die Zahlwörter Gesagte) giebt aber keinen Uebcrsetznngsstoff aus dem Gebetbuche, sondern nur aus dem ersten Buche Mose's. Die Boradeln sind sämmtlich vorangestcllt und setzen voraus, daß man die Capitel der Reihe nach sortübersetze; wollte man außer der Reihe übersetzen, so würden die Bocabeln alsbald nicht ausreichen. Ta der Vers, im Vorwort gesteht, daß er die Vocabeln nach Joel Rathan's Vocabulariuin gegeben, so wer den dieselbe» wohl xichtig sein; denn das, was er selbst in dem Eapitel: ״Gnige in der Synagoge vorkommcnde hebr. Ausdrücke" übersetzt läßt auf kein großes Geschick im Ueversetzen schließen. Der Berf. erklärt da- Wort ״dawnen von ״ רגלינוunseren Vätern" (?) INS ישר mit ״Gott stärke sie (?)" הזכרת נשמות mit ״Todtenfeier" warum nicht wörtlich: ״Seelengedächtniß"^ Wir könnten noch mehr Proben aussühren, doch der Leser hat 'daran wohl genug. Weit besser und wisienschaftlicher bearbeitet ist das Goldst ei n'sche Büchlein, deffen 2. Theil auch mit recht schönen heor. Typen gedruckt ist. Wir haben über die Anlage des Ganzen bereits bei Besprechung des 1. Theiles unsere meist zustimmende Ansicht zu Erkennen gegeben. Im 2. Theil, der von Genes, c. 12 bis «. 35 reicht, ist hauptsächlich das hebr. Verbum berücksichtigt^ zum Schluß sind die grammat. Ergebnisie klar zusammengefaßt nnd eine Biegungstabelle des rezelmäßigen Verbums beigegeben. Der Schüler, der diesen 2. Theil durchüdersetzt, wiro das hebr. Verbum mit seinen Suffixen gründlich inne haben Wir können dieses Büchlein, gleichwie den 1. Theil,.— den dieser 2. Theil durch seine gute Ausstaltuug überragt — schon der methodischen Bearbeitung wegen bestens empfehlen. Hecht's ״llebersetzungslchrer" ist eine Vocabelniammlung für die oben angegebenen Bücher der h! Schr., ähnlich dem Joel Nathan, nur daß bei den ersten 6 Sidra's dadurch mehr Rücksicht auf den Anfänger genommen ist, daß neben den Wurzeln meistens auch die Uebersetzung des vollständigen Wortes gegeben wirb. Anfangs c. 4 (bei הרד,. ותדר) hätte dies füglich unterbleiben können, wie ja das später bei einzelnen Versen und Capiteln wirklich der Fall ist. (Schl, f) Entgegnung an den ״Mainzer A. 11.-A...*)“ »Thut nichts! Der Jude wird verbrannt" jagt der Vatriarch. ״Thut Nicht! Die Breslauer müssen Hiebe haben" sagt der ״Ätainzstr A. h.-A..." Wenn ein Breslauer (?) eine ganz harmlose Erklärung zu einer Mischna giebt.!so ninß doch Seitens, bejp Mainzers über die Breslauer Schule-geschimipst werben^— selbst wenn der Breslauer auch — wie *) Wer i» Jtf. 41 bet ״Jät. Wachensihr." die Einsendung von ä.' Kirchheim gelegen hat, wird wissen, wer unter obigen Initialen gemeint., ist. s Verantwortlicher Redakteur: Dr. M. Rahmet. Druck von E. , in diesem Falle — kein Breslauer wäre! In Nr. 39 d. Bl.! stand die Notiz, daß über eine Stelle in der Mischna weder in Raschi, ׳ Rambam's Commentar sür Mischna, Barlinoro, noch in de» sonst bekannten Commentarien keine Erklärung zu finden sei, der Mainzer glaubt nun (in Nr. 40 seines Bl.) eine solche im Pne Moscheh uud Korban Edah gefnnden zu habe» .. , Ist dadurch jene Notiz falsch? Lag da du Grund zu Schmähungen vor? Ich kannte גדולי עולבderen שיחת הוליך mehr werth war, als die ganze Thora des Maiilzers, die aber den Pne Moscheh und Korban Edah nur dem 'Namen nach kannten. Aber ich will ihm noch mehr sagen, daß große Gelehrte, אשר קטגם עבה ממתניו, das Wort גבלן mit ״Kneter" übersetzt uud es niit ihrenl Charisus sehr schön erklärt hatten. Jedoch kann man es Jenen nicht verübeln, wenn sie von Geographie keine Kenntniß hatten So hat auch einer der größten jüd. Gelehrten in seinem Commentar zu den Grenzen Palästina'» den Libanon nach Südosten versetzt. (Siehe TewuaS Ha-Arez Seite 1 in der Note.) Ebenso kann man dem Korban Edah nicht vorwerien, wenn er bei der Erklärung des Wortes י-לך aus והארץ הגבלי hinwies, er brauchte keine Geographie zu kenneu, weil er — ein großer Lamdan war Aber der ״Mainzer" hätte es doch wissen müssen, daß der Tana dieses Oibli nicht meinen konnte, da diese Landschaft nie zu Palästina gehört hatte, wie Rabbi Joseph Schwarz in dem obenerwähnten Werk 2. 17 nachweist. Ferner konnte der Tana dieses Gibli schon oarum nicht gemeint haben, weil das auch im Norden bei Galiläa liegt, und warum sollte der Tana gerade diese beiden Provinzen nennen? Der vermeintliche ״Breslauer" hat also' kein Verbrechen begangen, wenn er die Stelle in der Mischna eine ״schwierige" nannte, trotzd-m er die Stellen von Josua 13, 5, Könige 5, 32, u. auch sogar Psalm 83. 8 und Ezechiel 27, 9 kannte, weil gerade aus diesen Stellen deutlich hervorgeht, daß גבל keine jüdische Provinz war. UcbrigenS hat der Mainzer wieder einmal falsch citirt (״In welcher ,״eine Landschaft Gebalena verzeichnet, ist") während in der betreffenden Notiz doch besonders hervorgehoben war, daß die Landschaft Gebalena ״am Aeußersten gegen Mittag von Juda liegt", also eine jüdische Provinz und im S üden, wodurch die Stelle verstäub ich:r i't, indem der Tana, der die Verwüstung von ganz Palästina vorausjag!, die äußersten Grenzen von Norden bis zum Süden angiebt. Auch Herr Dr. Morgenstern scheint Letzteres übersehen zu haben.*) Ein N i ch t - B r c s l a u e r. *) Ter geehrte Herr Einsender hat die ganze heillose Confusion, die der Red. d. ״Israelit" durch seine Ignoranz angerichiet, noch gar nicht genügend heroorgehoben. Letzterer weist aus Gibli — was der Pne Mosche übrigens nicht thut, (d>n K. E. haben wir nicht zur Hand) — und im Zusammenhang damit auf die ״Gibliin“ (1. B. Kön. c. 5, v. 32) und verrärh dadurch eine ungeheuere Ignoranz, denn das ״weiß jedes Schulkind" (um mit seinen Worten zu reden) daß jene ״Bauleute" dem Thrierkönige Chiram unterthänig, also Phönizier waren, vaS hätte er, wenn schon nicht aus jedem Lexicon, so doch aus Raschi z. St. erfahren können, oee ja sehr richtig hierbei Ezech. 27, S ansührl. Solche ungeheuere Ignoranz üderstcigt denn doch aber selbst die dem orthodoxesten Redacteur erlaubten Grenzen 0, si laccuisses ... ■! — Bei dieser Gelegenheit wollen wir uir Sache noch bemerken, daß sowohl das Targ als auch die syr. Bibelübers. das Oiblim gar nicht als Eigennamen (Gyblier-Byblier) nehmen, sondern es mit ארדבליא ״Mauerer" (— Lchmslampser oder — Kneter) übersetzen.^Pergl. auch den Miclitol z. St.l — (Das edomitlsche גבל in Ps. 83, 8 nehmen die Lex co- und Geographen als Gebalene; das גב לך in der Mischna halt Fürst sür בדלן, das östliche Grenzland Galiläa's). Red. Briefkasten der Redaction. Bezüglich der einzesanstcn 2 Receus. über die beid-n I.'scheu ■83. müssen wir uns. Grundsatz wiederholen, daß wir über Bücher, die der Redaction nicht zugcsandt sind, keine Recension briikgen. — Dasselbe gilt bez, L... .'s Lehrb. d. j. G. u. L. charnke in Barby. Berlaz von Robert Friese in Leipzig.

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