Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 40. (3.10.1877)
- Date
- 1877-10-03
- Page
- Seite 158 (sequence 2)
- Language
- German
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druck חומה (Mauer) nicht ju erklären und muß dies.competentern Ackern Äerlaffen. Ob vielleicht damit der mauerartige Eharacter der Hochgebirge der Provinz Semidn, wo stets —der Haupts der abeffinischen Juden gewesen ist, oder die starke! Festigkeit des KSnigSfitzes angckeutet werden soll, vermag ich deshalb nicht zu sagen, auch weiß ich den Namen הזע המי nicht unterzubringen?) Dagegen möchte ich hinfichtlich der Namen der 7 Völkerschaften (Königreiche), mit denen, nach Eldad, die kuschitischey Juden fortwLhrend im Kriege lagm. Einiges Vorbringen. , — (Fortsetzung folgt.) Ebtzer «nd Mifr. yergleichend« pakSologisch« Studim von vr. v. Placzet.! (Fortsetzung.) - . UI. QIC P»t> Dem Volke Put haben die Gelehrte» verschiedener Fachgebiete eine unstete Kajinsexistenz zuerkannt. Die Einen ver- , setzen es nach der südwestlichen Küste Arabiens, die Andern nach dem Nockwesten Afrika's. Was Wunder, da der Name bald vom koptischen pit, fit ״Pfeil" abgeleitet wird (Gesenius -Thes. 1093), weshalb er als Bezeichnung für Bogenschützen g, oder nach Ebers (.Aegypten S. 63—71) in lieberemimvng mit Dümichen (Flotte einer ägypt Königin) von dem koptischen phut, phet ״fliehen, Flucht," auf das flüchtige, unstete Wesen dieser beduinartigen Stämme bezogen wird. (Amianus Marrell. XIV, 41.) Entgegen der Annahme der Septuaginta, wo sie bald <k>uo bald A-pus; heißen, Vulgata, Joseph«- (Lrch. 1, 7),* *) Plinius H. N. V. 1 und neuerer! Exegeten, wie Michaelis, Genesis, Rosenmüller, Knobel, Keil, Delitzsch, welche Put tn Mauritanien oder Libyen zu finden meinest, ist Pul nach dem gegenwärtigen Stande der Aegyptologie in Arabien z« suchen, welches dem Charakter seiner Bewohner »ach von den Aegyptern Punt oder Put genannt ward. Bedenkt man^ daß die Aegypter nach Rougd gerne zwischen die Stammbuchftaben, besonders vor d und t, ein nasales n einschoben, so find Punt und Put als identisch zu betrachten. Die Wanderkämme der Putiten unterschieden sich durch ihre Lebensweise von den Kuschiten, unter denen die seßhaften arabischen Tribus verstanden wurden. Eine Keilinschrift des DariuS zu Persepolis enthält nach Oppert die Namen ״Putiy bis Kusiy", wonach Put und Kusch als Nachbarvölker bezeichmt werden. (Spiegel, Keilinschriften 50.) Gegen die Uebersetzungen von Put und Lybien spricht der Umstand, daß die לזעים (Libyer) als Enkel des Cham in der Völkertafel figu- I riren« sowie auch Nächum 3, 9, Putiten und Libyer nebeneimncker aufzählt. Brugsch (3. 6. E. I, 25 ff.) erklärt mit aller Bestimmtheit, daß Punt in ägyptischen Texten übereinstimmend mit Diodor nnter-ta, das göttliche Land, genannt, in Arabia felix zu erkennen sei Von Punt heißt es in der PapyruS-Collectio« des Museums von Boulaq (pag. 2, Z. 4) in einer Hymne an den König der Götter, Amon haq Punt, ״den Herrscher von Punt": vaerrn nuteru seti-f-cheft ai-f-em Puntj — ״es liebe» die Gottheiten den Wohlgeruch seines DusteS, wenn er kömmt vün Punt!" Das bewiese immerhin, baß Einwohner. Aegyptens von Arabien aus ins Nilland kamen, welche Immigration sie auch dadurch mythisch darstellten, daß sie ihre Gottheiten Amon, Bas (Dionysos), Ha- *) Ich will nur bemerken, daß Plinius ein Volk in Aethiopien, mit dst» Namen Doch! bezeichnet, sowie daß der Muß Tacastie, an besten Quellen, wenigststiS noch im IS. Jahrhundert, der Hauptsitz der Juden war, auch wohl Tauca genannt wurde. *) Die Stell« lautet; ״pdut hat Libyen mit Leuten besetzt und . dasselbe nach seinem Namen Phutos genannt. So ist auch ein Wasser in Mauritanien dieses!Namens, deffen viele Geschichtsschreiber bei den Grieche« gedenken, wie. auch der Landschaft Phute, die unmittelbar daran grenzt. Sie hat ab« dm jetzigen Ramm von Libys, einem Sohn« Nesrci, erhellten." * thor, Isis und Horus denselben Weg einschlagen ließen. Obabas, Voyage d’un Egyptien, 36; Brugsch a. a. O- Put wird erwähnt: Irrem. 46, 9; Ezech. 27, 10; 30, 5; 38, 5; Nachum 3, 9; 1. Chron. 1, 8. Eine Hindeutung auf die Auswanderung der Putiten nach Afrika und die Fluchtigkeit ihres Wesens mag wohl in Rabbah zu Genesis 10, 6 enthalten sein: ״R. Simeon den Lakisch sagt: Wir hätten meinen können, Put sei gänzlich aufgegangen und verschwunden, wäre nicht der Prophet Ezechiel gekommen, der da aufzählte: Kusch und Put und Lud. (Ezech. 30, 5.) (Forts, f.) Etymologisches. Die Ableitung des Wortes ״ שירLied" ist nach Fürst (Hebr. und Chald. Handwörterbuch. Leipzig 1863, II. S. 440, 1) von der Radix שור und zwar von der 1. der 5 Bedeutungen dieser Wurzel anzunehmen. שור I bedeutet nach ihm: schwirren, tönen, dah. singen, und deshalb שיר Lied, Gesang. Nach Fürst, welcher darnach strebte, die verschiedenen, scheinbar ganz heterogenen Begriffe, welche mit einem Worte als verbunden vorgesunden werden, durch Annahme faktisch verschiedener Wurzeln zu erklären, gibt es 5 Stämme שור. I bedeutet schwirren, II reisen, III schauen, IV umgcken V pflügen (davon שור der Pflugstier). Daß solche Annahmen viel Gezwungenes an sich haben und eine mehr überraschende als gründliche Lösimg herbeiführen, läßt sich nicht verhehlen. Es bietet sich aber ein Ausweg, eine neue Lösung zu versuchen. Das ebenso geschriebene Wort שיר, welches Levy, chald. Wörterbuch 1867, II. S. 477 1 scheir und nicht schlr lieft, und sich in M. Sabbath P. 5 M. 1 findet, bedeutet nach den Commentatoren: eine aus Ringen geflochtene Kette. Es liegt nun nahe, soblr (Lied) damit in Verbindung zu bringen, was in der That nicht schwer ist, da ein Lied, ein künstlerisches Produkt menschlicher Rede, einem Geflechte gleicht, und zwar von rythmischen Gliedern, die, ringartig in sich abgeschloffen, zu einer Kette sich an einander reihen. Die deutsche Bezeichnung ״gebundene Rede" spricht auch hierfür. Bestärkt wird man in dieser Annahme durch eine Vergleichung mit dem Worte חרר. Auch dieses bezeichnet ein ״Lied" und bedeutet ursprünglich nichts Anderes als eine Shnur von Perlen von dem Stamme 1״ הרan einander reihen" abgeleitet. Der bekannte Umstand, vaß Dichter und Sänger im Alterthume gewöhnlich identisch waren, erklärt es auch, daß scblr Lied und Gesang bezeichnet. Es fragt sich nur, ob sich nicht auch aus dem biblischen Hebräisch diese Grundbedeutung des Aneinanderreihens, Flechtens u. ähnl. bei dem Stamme שור aufweisen laffe. Fürst selbst leitet ״ שורMauer" von einem ungebräuchlichen^Stamme sobür IV mit der Bedeutung ״umschließen" ab; aber es bedarf nur einer weiteren Untersuchung des Stammes. Die mediae waw und die inediae duplicis sind innig verwandt. שרר erklärt aber Fürst selbst ib. II 503, 1 nach einer ungebräuchlichen Grundbedeutung ״knüpfen, zusammenwinden, — drehen, — ketten, aneinanderreihen, ordnen"^rnbleitÄ von dem Piel שרשר (gleich שלשל) ganz folgerichtig שרשרה gleich שלשלה der Bedeutung ״Kette, Schnur" ab. Nur haben wir identische Stämme und Bedeutungen. שיר heißt ״Kette" wie שרשרה, weil שור ketten heißt wie שרר. Nun kann man aber ganz consequenk weiter gehen. Heißt שור ketten, so kann auch ״umschließen" also שור Mauer, Reche der Steine mit Kettenlage, davon abgeleitet werden, ebenso השורה, eine Karawane, von der verketteten Reisegesellschaft und -שון in Reihen ziehen, wandern mit gegenseitigem Anschluffe; ebenso ist es ja nahe, ״ שורPflugstier" als den angeschloffenen, angespannten Ochsen, abzuleiten. Schwerer scheint es aber ״ שורsehen, schauen, lauern" damit zu verbinden. Aber Fürst selbst giebt auch einen Stamm שרר an, der ״einschließen, umlagern" bedeute, und leitet שרר (Feind) davon ab. Er giebt aber zu, daß dieses Wort auch wohl von שור ableitbar wäre und ״Späher" bedeuten könne. Halten wir das fest, io findet sich die Lösung. Der Späher. Laurer sieht nicht, wie jeder Andere ein zufälliges Objeick seines Ge-