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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-29 · N° 35. (29.8.1877) · p. Seite 140

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 35. (29.8.1877)
Date
1877-08-29
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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— 140 — bieten. Wir geben nachfolgend eine kurze!Übersicht des Buche»: Die 1. Predigt für den 1. Tag ,ר״ד Text: Dan. 2,45. Lusgeheud vom Traumbilde Dan. 2, 31—36, schildert der Berf. den Wechsel des Glücks im Leben der Nationen wie des Einzelnen und verkündet als das Dauernde des Lebens das - Gebiet echter Religion, bei deren Pflege das Leben kein Traum bleibt,-fondern Mittel wird zum Reiche der Liebe, Einigkeit «ad Brüderlichkeit. 2. Pred. ״Hochmuth vor dem Fall, Swlz vor dem Stürzt Eine gelungene Auslegung des Textes (Dan. 4,14) Die 3. Predigt für den 2. Tag : Menetekel!" (besser getrennt zu schreiben), den Neujahrstag als ״schreibeüd« und warnend« Hand" betrachtend, und IV. (für den 2. Tag) ״Durch Nacht zum Licht!" (über Dan. 6, 28). Gleich«S dürfen wir auch von den 3 JomKppur-Pcedigten: I. über Dan. 9, 19, bei welcher der 2. Theil, dessen Worte über Verföhmmg herrlich find, ausführlicher sein könnte; II. ״Der das Luge gebildet, sollt« der nicht scheu?" und III. (über Dan. 10, 19), welch« den Zweck des Versöhnungstages als Ant- ««t auf die Frage: 1 הידעת לפה באתי אליך• allgemein, 2; für den Gleichgültigen, 3. für den in Sünde und Zweifel Beharrenden und 4. für den Unversöhnlichen^kernig und ergreifend hinstellt. — Ja neuerer Zeit ist der waffeuweisen Veröffentlichung von Predigtfammlungen durch die, das allgemeine Bedürfniß befriedigende Heraueggde des Rahmerfschen Magazins ge- .sichert worden: da dieses dm Bedarf deckt, sucht man selten »ach anderen Quellen. Trotzdem darf nicht versäumt werden, auf gute Erscheinungen der Predigtlileratur aufmerksam zu mache», was hinsichtlich des D.'schen Daniel hiermit geschehm sollte. D, 12. Lug. 1877. vr. 8. Ite Aytt»««», Die heilige Stadt u. s. w. In meiner Auzeige dieses Werke- (Nr. 20, 22, 23 d. I.) habe ich noch ein«: fernere kritische Besprechung des Buches durch competeute Beurcheiler in Aussicht gestellt. Ich habe zu diesem Bchuse meinen verehrtm -Freund, Hrn. General- Eonful vr. Georg Rosen, welcher lange Zeit kgl. preuß. Eonful in Jerusalem gewesm ist, um eine Recension des BucheS gebetm und laffe feine brieflichen Mittheilungen, welche eine vollständige Kritik nicht fein wollen, hier folgen. T. .... Ich habe das Buch mit vielem Genuß gelesen. In unfern Tagm, wo die Literatur über Palästina so coloffale Maße angenmumm, wo selbst der flüchtige Tourist die empfangmen oberflächlichm Eindrücke vielfach unter nachheriger ׳ ZaMfemchme der gediegenen Vorarbeiten zu ganz leidlichen Büchern zu gestalten wutzte, und aus den Studierstuben von Leut«, die nie bm Orient besucht^ Werke heroorgegangen. ׳welche durch ihre bis in die entlegensten Einzelheiten dringende Kenntniß dm aus der Fülle des orientalischen Lebens Schöpfrndm in Erstaunm setzen — muß man es gewagt findm, wen» Jemand mit einer neuen Schrfft über, die heil. Stadt vor das Publikum tritt, welche doch mit ihrem Inhalt große»-' theilS auf das schon allgemein Bekannte angewiesen ist. Auf der andern Seite dürfte es gerechtfertigt erscheinen, daß eia Mann, der viele einzelne intereffante Notizen gesammelt, in dem Gefühle, daß dieselben ihrer zu großen Mannigfaltigkeit wegm sich nicht in Monographien verwerthen laßen, dann aber auch in dem Wunsche, ein leicht lesbares, auf einfacher Wahrheit fußendes und dem Wißbegierigen eine Fülle von Belehrung bietendes Buch zu liefern, sich zu seiner Ueberarbeitung des ganzen Stoffs, ohne Rücksicht auf Bekannt oder Unbekannt entschloß, in welcher allein fein Neues die richtige Stelle finden konnte. Jedmfalls hat vr. Neumann ein Werk geliefert, das man Jedem, der. ohne Fachgelehrter zu sein, an dem gelobten Lande Jntereffe findet, als ebenso belehrende wie unterhaltende Lectüre empfehlen kann. vr. Neumann beschäftigt sich zunächst mit der palästinensischen Geographie und giebt mit großen Pinselstrichen, ohne sich auf Detailvollständigkeit einzulaffen, ein recht anschauliches Bild des Landes. Kein Verständiger darf es dem vr. N verargen, daß er nicht überall vas Richtige getroffen. Pag. 5 z. B. spricht er von den unentzifferten Inschriften und zeritönen Sarcophagen in der Chureitün Höhle, während doch constatirt ist, daß die hie und da an den Steinbänken bemerkten strichähnlichen Erhöhungen nur die härteren Adern des Gesteins sind, zwischen denen Waffer und Verwitterung die weicheren Stellen weggewischt hat. Ebenso ist (pag. 6) die große Höhle unter dem nordöstl. Jerusalem keine natürliche Höhle, sondern nur die unterirdische Fortsetzung eines riesigen Steinbruchs, der für das alte und vielleicht noch für das mittelalterliche Jerusalem einen großen Theil des Baumaterials geliefert. Allerdings ließ man beim Ausnutzen dieses unterirdischen Steinbruchs, um den Einbruch zu vermeiden, Felsstützen stehen, und der Besucher hat mühselig an den Bergen von losem Steinmetzabfall auf und ab zu kletternt wenn man das aber Säulen, Arkaden, Nischen, Bogen, Gewölbe und Gänge nennen will, ist das eben nur Geschmackssache, denn architektonisch ist keiner dieser Ausdrücke gerechtfertigt. Ich selbst habe vor Zeiten darauf aufmerksam gemacht, daß diese Höhle und die gegenüberliegende sog. Jeremiasgrotte den königlichen Höhlen bei Josephits entsprechen, durch welche König Agrippa die letzte, in ihrem Laufe der heutigen entsprechende Mauer von Jerusalem zog; den Namen königliche Höhlen leitete ich daher, daß wohl für -die Be- Nutzung eines so außerordentlich-günstig gelegenen Steinbruchs eine Abgabe erhoben wurde, vr. N. erwähnt eine Talmudstelle, welche denselben Steinbruch als Höhle des Königs Hiskiah bezeichne — bestätigt sich dies, so könnte ja der Name ״Königliche Höhle" viel älter sein. Hier und an manchen andern Stellen des Neumannschen Werkes wird mancher Leser mit mir bedauern, daß der Verfaffer nicht in Anmerkungen oder Noten die ihm zu Gebote stehenden Beweisstellen aus der mit - telalterlich jüdischen Literatur den Nichtkennern zugänglich gemacht hat. (Fortsetzung folgt.) Im Verlage hk 9L Voigtländer ia Kreuznach erschien soeben: Br. Bnaml Hecht'■ Aeberseyuugslehrer. - G«r Methodischeyütf-mtttrl zum Uebrrsetzen btt Pentateuch- und der Pesach-Hagad aß, «i«dir Bücher: G sther, Ruth uud Echa. Hebst einem hebräischen Urd It&n|s(mit fit Nik Dritte U* *ft*4*. Heu bearbeitet, verbessert und vermehrt von X «Mb». fit» 1 *USO PfK. Herr X Lahn, der bewährte Leiter de- Sotericheimr» Erzichemg-institut« hat das Hecht' sch» Wert eurer dmchgreisenden Bearbeiümg rmterworsen. Da- Buch lamr in seiner jetzigen Gestalt somohj allen Schule» zur Einführung empfohlen »erdöc wie et auch «m »nach« seldft thae Kinder in di« heiligen Schriften einführen wollen, freudig begrüßt «erden wird [105SI KBei Neueinführungen stellt die shandlnng gern Freiexemplare für ärmere Schüler zur Verfügung. Jede solide Buchhandlung ist in Stand gesetzt, Exemplare zur Einsicht zu liefern. Im Verlage deS Verfassers erschien: Die heilige Statt Und deren Bewohner in ihren naturhistorischen, kulturgeschichtlichen, socialen und medicinischen Verhältnissen geschildert von vr. B. Reumann, ehemaligem Chefärzte des Krankenhauses ״Mayer Rothschild" zu Jerusalem. Hamburg,1877. Gr.-8512 ״ Seiten. Zu beziehe» direkt vom Verfasser, Hamburg, Holsteinerstraße 3, oder durch I. Kauffmann's Buchhandlung in Frankfurt a. M Preis 10 M. (900 Oliitrlrto Autmb«, י *Um Knuten mit B*ehl ך f kU •in TortreOIlekH popnlnlr-ra•!!» I | xlaftMfae« Wok •mpfohlm wmdnn. — | Tontthla in •»•n Buchhnndimgcn. WOatmrr: br. M. Rahmer. Druck von L. Scharnke in varbp. Briefkasten der Aedacti«. Daß «. Lindau dergleichen lyege» Rosenthal) in sein.״T«genwart" aufnahm, nimmt Sie Wundert — un« nicht; seine Großeltern waren Juden, fein Bat« heirathete eine Pastortocht«, deshalb ist « auch auf ״daprotestmrtisch« Pastorblut" stolz, da» in seine» ״Adern rieselt". (S. Gartenlaube d. I. Rr. 17 S 2S2 ) «erlag von Robert Aries« tu Leipzig. ä

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