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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-22 · N° 34. (22.8.1877) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 34. (22.8.1877)
Date
1877-08-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VI. JahtigaZW Zur Betrachtung aller Judenthum n. Juden betreffenden literarischen Erscheinungen aus bk« Gebiete der Philosophie,Geschichte,Ethnograph it.rheol-gic, -rientalio, Epegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben ^>on Rabbiner vr. Moritz Nahmer. t Magdebsrg, 22. «ugaft Bücher »er eiaschllgiW, Llw- - ratnr, weich« der Nr», de» --ätz. Literaturdiatt" in Magdeburg (»der der ^-,r-et. «achmschp.» in Stettin) pegesaadt »erde», finden in »lese« Matt» eingehende Besprechung. ®*J 8 ♦®^3״W*tÄtttrblrttt" erscheint wöchentlich einmal; Preis pro Jahrgang 6 Mark, mit frankirter Zusendung: 8 Marl. Zu begishM durch alle Buchhandlungen sin Leipzig I urch Robert Friese), oder bittet bei der Expedition der ״JSraeietischen Dochenschrisk" in MMPch b»rg. — Inserat» werden mit 20 Pf. für die dreiqespalten« vrtitzcile berechnet. — Abonnenten der ,Lsraelitischen Wochenschrift" (die vieätl Lhrlich be, allen Postanftalten und Buchhandlungen 2 Mark HÜ Pf. kostet) erhalten das .Lüdische Literaturblatt" gratis. Ailhari. Literarische Abhandlungen: Der hellenistische Ursprung urch Sharakter des Buches Esther. (Forts.) Ä>n vr. I. S. Bloch. Ebher und Misr von vr. Placzek ' Siteraturb ericht: Recensionen: Hause,, B., Die Aufnahme. — Gentzel, Gottfr.. Spiritistische Geständnisse eines ev. Geistlichen rc. Der hellcuistifehe Ursprun, des Buches Ef und Charakter 1er. Von Or. I. E. Bloch, Rabbiner. (Fortsetzung.) I Ihre bis zur krassen Einseitigkeit ausgebildeten Grundsätze fanden heftigen Widerspruch nicht allein bei den Essäern, von denen sie eine tiefe Kluft trenntt; auch die Peruschim, — d. h. das pharisäisch gesinnte sind nach pharisäischen Ideen und Lehren lebende Volk — mußten sich gar bald von ihnen abwenden. An ihrer Spitze standen die Schriftgelehrten und Gesetzeskundigen, denen alles das' Grundbafis ihrer Stellung und ihres Ansehens war, was die Zaddukim mit leichter Vornehmheit als unpraktisch und unvernünftig, oder gar als schristwidrig abzuweisen sich bemüssigt fanden. Nein, nicht das politisch Nützliche, sondern das religiös Zulässige muß Norm sein auch des öffentlichen Lebens betonten die Peruschim. Die national religiöse Partei, der das ganze Volk anhing, stellte die Religion höher als die weltlichen Güter. Für die Religion hatte das Volk in den Zeiten der Leiden gekämpft, Alles geopfert, sein und das Blut seiner Söhne hingegeben, willig und freudig den bittern Kelch geleert und wollte sie daher nunmehr auch nicht nach wechselnden polit. Strömungen und Berhältniffen nwdeln und mäkeln lassen. Die Gegensätze haben sich immer mehr und mehr ausgebildet, in den wichttgsten Punkten der Religion entstanden zwischen den zwei Parteien Differenzen. Mit der Lehre der Wiederauferstehung negirten die Zaddukim das ganze traditionelle Gesetz, wodurch in-allen Lebensbeztehungen, die damals durch das rel. Gesetz allein geordnet waren, die heftigsten Meinungsverschiedenheiten entstanden. Sie betrafen nicht blos richterliche und straftechtliche Normen, sondern auch die Ehegesetze, Festeseintheilung, das von den Sadducäern beherrschte Opferritual') — somit beinahe das ganze rel. Gebiet. ') Daß di« hohen Priester fast durchgängig sadducäisch gesinnt waren, ist mit SiHerheit zu erkennen aus Peff. 570 f. Joma 70», ISd, jer. 3oma 5, 5. Jedem H. P. wurde vor de» Lersthnungstag «in Lid abgenommen, nicht nach sadducäischen Grundsätzen beim vpserritus sich -u richten. Desgleichen ist jene Bezeichnung Gottes — in der Anrede des Voten an den H. P.מחי* חיים עשינו שליחתו Jonsa 71» offen- Die Richttgkeit der Meinungen mußte nicht selten das Schwert entscheiden, gar oft standen in Folge die beiden Parteien mit den Waffen in der Hand in den Straßen Jerusalem» emgnder gegenüber. Insonderheit seitdem die Zaddukim zur Herrfchaftgplangten, als nämlich das hasmonäische Königihu« vo» den Peruschim, — in deren Kreisen man di« Würdigkeit beje Hasmonäer-Familie zum Hohenpriesterlhum bezweHAtt, w«Hl Gerüchte von der Entehrung ihrer Mutter durch fhrifche KE» Herren herumliefen oder geflissentlich verbreitet worden^), — W den Zaddukim übergegangen, war der Kampf der Parleien ein recht erbitterter. Zu spät sah man ein, daß die Vereintgung der priesterlichen und königlichen Macht in einer Hand, die Erhebung des PriesterthumS -Nr Königswürde, ein schwer«» Unglück war, und ob Han von nun den Grundsatz auch auf» stellte und religiönsgesetzlich begründete: אץ מושחין מלכים כהנים Jerusch. Horioth 3, 3, so haben di« gelehrten Detmktionen noch nie die Macht der realen Thatsache» ohne Weiteres zum Geharsam gezwungen Die schrecklichen, von dem Hasmonäer-Fürsten Alexander, Janai an die Peruschim verübten Metzeleien trieben letztere zu einem Bünduiß mit dem Syrerkönig Antiochus Eukuros, von dem allerdings kein Religionszwang zu befürchten war (Jos. b. j. 1.4. K). Trotz» dem hatte ei» großer Theil des Volkes diese» Büuduiß mit dem Heidenfürsten mißbilligt, 6000 Mann, früher in Reihe» der Peruschim, sielen ab, schlossen sich dem hasmonäischfi» Heere an: der Name Makkabi war eine anziehend« Macht. | Der Glanz des hasmonäischen Namen», die Popularität der Nachkommeu der berühmtm Heldenführer aus den Frei» heitskriegen drohte dem Saddueäerthum im Belke Vorschub zu leiden, ihm überall Eingang zu gewinnen. Da mußte» die Führer der Peruschim, die Schriftgelehrten und Eyuhe» driften, naturgemäß auf Mittel sinnen, die glorreichen Erft»-- ׳ J bar auch nur so gewählt worben, um seine die Wiederauferstehung nhtzi» renden Grundsätze zu schonen. Lin pharisäisches Sprllchwort ת*ח Ntt-Q קודם לכהן גדול עם ז־ואר־ץ *®«" schriftgelehrter Bastard geht *«t dem ungelehrten H. P." das sogar in di« spätere Halacha übergegantzen» Horioth 13», verdankt offenbar diese» Antagonismus sein« Entstehung.'tot dem Berdacht« sewducäischer llebunauszuweichen, durfte später der Hetzt, Priester am Sonntag nach einem am Sabbath gefeierten Pfingsten btioa Opfer kein Amtsgewand anlegen.Lhagg. 17», auf wtlch« Stelle Hern vr. PH. Bloch (Posen) nicht aufmerksam gemacht. ') Kidd. 66», Joseph, ant. 13. 10. 5—6, Jellinek, Beth hamidrasch I p. 133. 137. >! I

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