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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-08 · N° 32. (8.8.1877) · p. Seite 128

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 32. (8.8.1877)
Date
1877-08-08
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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1■ UM, יי,, ח" _. düqcrffante« Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der spino- AAscheu Wllosöphie gäiefert. . I» einer Rvnographie ״Spinoza und die Kabbala" (Zeltsch. Philosophie Vffl. Bd. S. 359—68) hat derer» Vorr die Behauptung aufgestellt und durch betreffende Pa- . eilen durchzuführen versucht, daß Spinoza die Gmndfeines moMisHen Systems ausschließlich der Kabbala ' die er in seiner Jugend durch Selbststudium und lluftang mit philos,-kabbalistisch gebildeten Lehrern kannte, denen Lichtpunkte und innem Kern, nach Abstreifung der Lu- Hern Zuthaten einer abstrusen Esoretik und Enthülsung aus best!vielen Schalen einer phantasiereichen Mystik, er sich vollständig aneignete, zu einem dialektischen Pyramydalbau eines idealistischmonistischen Systems erhob, und auf wiffenschastlichmüchemaüscher Mechodologie in scharfsinniger Weise ausbildete. Auch in diesem populär-wissenschaftlich gehaltenen Vortrage wird neuerdings das erwähnte Thema inhaltlich und s in präcis-saßlicher ^rm besprochen, nebenbei Streifzüge ip's , Biographisch« und über das Verhältniß Spinoza's zum spä-; Irren KriticiSmuS Kants gemacht. U e b e r w e g (Gesch. d. Philos. Art. Sp. Edition 1873/75 S. 65—66) hat zuerst auf die originelle Anschauungsweise des Hru. Misses aufmerksam gemacht, nur äußerte er darüber: priese Meinung wkre nur zum Theil wahr, unzweifelhaft aber wäre die genetische Philosophie Sp.'s eine Opposition gegen den Dualismus von Cartesius, einer denkenden und eiM^ ausgedehnten Spbstanz." Aus sachlichen Gründen muß Ref. diesm Einwand als Vicht stichhaltig erklären und das formelle ״unzweifelhaft" Ueberweg's entschieden, mindestens zweifelhaft finden, vielmehr die Entgegengesetzt« Annahme als in der Natur der genetischen Entwicklung liegend für wahrscheinlicher halten. Schon als argumentum a contrario wäre der Schluß logischer, daß von dem festen Standpunkte eines früher gekannten*) kabb. Monismus aus naturgemäßer dann die Oppafition gegen den später von Sp.. gewußten Dualismus des CartchiuS erfolgte! — Darm ist auch die Supposttion mehr als Lchw, daß in der bloßen Negation des Dualismus des Cartpfius schon der Keim eines so entgegengesetzt tiefdurchdachten Pantheismus enthaüen wäre oder latent in ihr verborgen lüge, einer so bahnbrechenden überhaschend neuen Anschauungsweise, wie sie in den Hauptprincipien bereits in drn von Sp. gekannten kabbalistischen Hauptwerken (Sohar, Lurja, Corduero u. A.) mit solcher Klarheit und Prägnanz ausgesprochen uni» verbreitet wär! — Die vielen Berührungspunkte zwischen Sp. u. Kabb. find in 7>er Thal eine überraschende Wahrnehmung, und es märe eine Absurdität anzunehmen, der Zufall triebe hier sein Spiel und di« Coincidenz sei bedeutungslos!.— Das absolut-monistische Prinzip einer unendlichen, unbegrenzten, unabhängigen כח אץ סוף יחיד בלי קץ ונבול כאץ נמצא זולתו, ממלא בל המציאות כבח״נח אור פשומושוה בהשואד. גמורה(עץהחיים) אור נעלם ופלא־־יכתד אור דא רזא סתימאה - ]זוהר ם׳ בראשית]), verborgenen und unbegreiflichen llrsubstanz, die nach Concentraüon nach ^Jnnen und Außen (צ2צ1םים) die Ausstrahlung ei- »er Unendlichkeit von Attributen und Modis (נילד אור א״ם בהתמשכות א״ם עי״ד מפירות. מדות. כלים ftffltpBV M Herborbringung der geistigen, organischen, anorganischen Erscheimmgswelt, (בריאה,יצירה.עשיה), wo sich' Wesdurchdringt und eint 0מריש כל לרנץ ער סךו כל דרניז. מתתא לעילא ומלפלא לתתא כלא אחיד דא|םיא> i» ^ndenttfication mit ihr (לשם יהוד* ק״בהו); bie eines gättlichm determinirten Willens (לא I חפץורצץ ומהשפה),®eil: omnis determinatio I Stich. Stich, d. a. X Ob. 6■ ISS «NM. 1. — 12{8 —. dst negatio (.כל נדר ותואר ונבול הוא שלילד); Einheit der HauptattributeDenken und Sein, Seist und Körper ('2 ברומם יש בחירת. צפש וחיות רוחניות), bie ins Ursein einustd ausströmen UN nur durch Identität mit demselben actuel existk» ssen (ביחודו של עולםח7מחוח את כלב): in der Ethi(hq»' Prinzip der absolüten Tugend durch Erkenntniß der Nichetigkeit der verschiedenen blos unserem subjectioen Ver» [lande unbegreiflich erscheinenden Uebel und UnfäK [׳(בבחינת הנבראים ומצד המקבלים daß aber in Wahrheit durch nothwendige Ursächlichkeit Alles mit ein» änder harmonirt (ודא נפקי מן.רא דמנו מב נפיק ביש ומנו רחמא דינא׳ וכלא אתכלא דא בדא יצ״ט ביצ״ר ימינא ושמאלא וכד), und nur einseitiger Erscheinungsmodusda» Böse und Uebel als solches von uns percipirt wird (סטרא אחרא ,קליפות); das Beschränken der sinnlichen Genüsse und Unterdrückung der Affecte (סילוק הבהמיות) und das Erhebest zur Stufe des höchsten Intellekts und zur intuitiven Anschau mg göttlicher Weisheit*):(בחינת הבינה. מעלת הרוחניות והתדבקות.דוח הקודש) das Gute und Tugendhafte üben' als Lohn der. Tugend selbst (.שכר מצוד.מצוד), indem diese die höchste Glückseligkeit.gewährt und in sich involvirt;(קדושת מצוד. ושלימות הנפש תענוג רוחני ומעץ חלק עו״הב) — alle diese C a rd inalid een und patheistischen Grundsätze werden vom der Kabbala so klar aus gesprachen, so oft hervorgehoben >nd so stark detont, daß ein eminenter Denker wie Spinoza unmöglich es übersehen oder gar ignoriren konnte, und die Confrontation mit feinen eigenen pantheistischen Lehrsätzen und Demonstrationen es ganz plausibel machen, daß die Ansicht des Herrn M. fast eine Wahrheit sei. — Den Fachkennern empfehlen wir daher auch diesen Vortrag zur' eingehendsten Würdigung. F. *) Novalis (Schriften 2. Theil) nennt Spinoza einen ״gotttrunke»en Menschen" und den Spinozismus ״eine Uebersättigung mit Gottheit." Im Verlage von R. Botgtländer in Kreuznach erschien soeben: Dr. Emuael Hecht'« Uebersehungslehrer. Tin methodisches HAssmittel zum Uebersetzen des Pentateuchs und der Pesach-Haga» d ah, wie der Bücher: Esther, RuthundEcha. Nebst einem hebräischen Wt~ inj Ueinnzrinüe fär Siaia. Deitte Nuflage» x Neu bearbeitet, verbessert und vermehrt von A. Cahn. Preis 1 M. SO Pfg. Herr A. Lahn, der bewährte Leiter des Sodernheimer Trziehungsinstituts hat daS Hecht' sch« Werl einer durchgreifenden Bearbeitung unterworfen. Das Buch kann in seiner jetzigen Gestalt sowohl allen Schulen zur Einführung bestens empfohlen werden, wie es auch von Vätern, welch« selbst ihr« Kinder in di« heUigen Schriften einführen wollen, freudig begrüßt wird [102t Bei Neueinfahrungen stellt die lerlagShandlung gern Freiexemplare für ärmere Schüler zur Verfügung. Jede solide Buchhandlung ist in Stand gesetzt, Exemplare zur Einsicht zu liefern. «lprrficn werden 1 Verlags M. Na hm er. Druck von C. Lcharnke in Barby. Verlag von Nobert Friese in Leipzig.

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