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Das jüdische Literaturblatt · 1877-08-08 · N° 32. (8.8.1877) · p. Seite 126

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 32. (8.8.1877)
Date
1877-08-08
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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ft'•' L beMündete Ansprüche hatte'), aber nicht so selbstsüchtig wie die hasmonäischen Priester, das Volkswohl dem Familienin- . tereffe nnterznordnen, Mord, hatte nicht 'die AriegSfackÄ entzündet, noch das Volk zur Empörung unb zum Ungehorsam austzerufen, die staatliche Autorität erschüttert; nicht Schwert und Feuer, nicht Aufruhr und Widersetzlichkeit״ sondern Fasten, Buße und Wehklagen oder auch Verwendung und Bitten bei de« dem Könige nahestehenden Großen, daß fie für das verlenmdete Voll Fürsprache einlegten und eine Sinnesänderung bewirkten: das waren die einzigm aber auch fichersten Waffen gewßsev. Soll die Hülfe wunderbar kommen, so braucht es solcher blutigen Kämpfe nicht nach Außen undLnnen. Dem Weihfest, welches die glanzvollen Siege ״bet Hasmonäer verherrscht, wird ein anderes gegenüber gestellt und zur Feier empfohlen, das ebenfalls eine Errettung der Juden aus schwerer Bedrängniß znm Andenken' hat. Der »Friedensfürst" Mopdechai (,10, S) sollte Eoncurrenz biete« dem Kriegs Helde« Juda Makkabt- Die Purimfeier in der ihr verlichene» fymbolffchen Bedeutung das haSmonäische Chanukafest überstrahlen. Ob Absicht oder Zufall, jckenfalls ein merkwürdiges Zusauanentreffen muß es genannt werden, daß Mordechai und der i hellenistische H.-P. MenelauS beide dem Stamme Benjamin angehörten. Der Verf., der von Mord, erzählh ׳ daß er ein Benjamiuite war, hatoffenbar den verblichenen Glanz dieser Stammes in der Erinnerung des Volkes wiÄer anffrischen wollen. Dgß ei» Parteigänger der Hellenisten, welche dem Gotte Israels bereits ganz entfremdet waren und oft schon dm HÄ- ' lenischm ZeuS und ander« griechischm Göttern geopfert ha. *) Ohne Me ganze Pointe der Genealogie 2, S. S: 3, 1.' zu verkann «an doS a«bor boglo nicht auf Lloab beziehe« und ihn zum Exulant« mache». Der Verf. wollte offenbar den Haß zwischen Hann» und Mordechai in letzter Instanz nicht audem kleinen Anlaß der Ldorationbverweigerung allein herleite«, sondern aus ein« uralte DküsÄudschaft zurückführen. Haman, den Aga-iten, einen Aachkomm« r de« «nalrkitischen Röuigsstmnmes, der unter dem Schwert« Saul's zu-! sammrngebrochen und Mordechai, den «ischitrn, ein Glied der Saul'schen Röntgsfamilie, stellte er «inander gegenüber. Gin 2lX>0jShrigtr Haß zweier Böller, ei» uralter von nationalen Jntereff« getragener Wider- , strrst pneier Familie» so«- hier in einem stampfe auf Lebe« und Tod . zu« AuStrag komme«. Nicht ein« vollständig« lückenfrrie Genealogie M/<! wollt« der Vers, gebe», er nannte bl»S seine« Namen und den ^zweier berühmter Glieder dieses Geschlechts, auf welch«, weil fit aus der Geschichte bekannt (L Sam, 4, 1s 14, 51; L Thron. 6, 33; H. Sam. IS, 5 ff. lstbn. 2, 8. 38—46) die späteren Angehörigen sich immer zurück,»- führ« »nd pi beruf» pstegten. Lehnlich Reh. 11, 5.11.24 ff.; L Thron. 9, ist. 6, 24. So hat es die heb». Tradition immer aufgefaßt und in stbschs nicht irgend «in« unbekannt geblieben« Exulanten, sonder« d« Lecker Saul» verstanoen. - (Bgl. Joseph««, Arch. 11, 5. 6. und di« beid« Targnmim Ke II, 5; in, 1.) Mit alle» Recht schien es de» Lerf. nicht angemeffen, di« national« Gefahr aus einer kleinlichen Nrsoche, der verletzten Eitelkeit einer Person, entsteh« zu laffen, und er führte st« lieber auf den alt« völkerhaß zurück, desftn Ursprung in di« Sogenzeit hineinreicht, jene Erbfeindschaft Israels und AmalekS. di« schon MoseS al« «nausläschlich ״für all« Geschlechter" erklärte. Ex. 17. IS: Deutz. 26, 17—iS :!!. Vom. 15, 2. Die verweigert, Ehrenbezeugung war bloS äußerlicher Anlaß zum Ausbruch des brennend« Hasses und bßühende» Aache-Serlimgens. Nur dahin ist di« genealogische Angabe de« Lerf. aufjuf asseck; wie ehemals, so stand« sich wiederum ein Sohn Rischst und «in Agag kämpfend gegenüber. Bo» einem Exulant« stisch «ber weiß di« Geschichte nichts. Mit solcher übrigms auch exegetisch nichts,» rechtfertigender Auslegung wird ein« der schönst« und wirksnmstm Point« de« Buches willkürlich »erwischt «nd ansgemrrzt. (1. MÄk..X, S. 24), sich nicht vevanlaßt steht, des Adonai JSraÄS, der für ihn solch unangenHme ReminiScmzm ev^ pecken müßte, Erwähnung zu chun, ist einlenchtend. Da»)!kritische Räthsel ist somit gelöst. (Fortsetzung folgt.) Ebher und Mi fr. Bergleichend« paläologisch« Studien von vr. v. Placzek. I. Nelatione» zwischen Hebräer« «u» «egyptrr«, an» den vneUe» dargestellt.') Ein müßiges Beginnen wäre es, für den Zusammenhang von Ebher und Misr erst Nachweise herbei zu holen; die in-׳ nigen Beziehungen und den steten Cu sturverkehr zwischen Hebräern und Aegypten: durch mehr renn zwei Jahrtausende demonstrirend zu verfolgen, hieße ein« offene Thüre einrennen. Wen nicht schon ein Blick auf die ge »graphischen Verhältnisse Beider ausreichend hierüber belehrt, ier gÄangt zur vollen üeberzeugung davon, wenn er die b blische Urkunde im Znsammenhalte mit der complementärgn Agada durchblättert, welche erster« täglich an Authenticität! gewinnt und Nlit jedem Spatenstich in den Hypogäen der Niltzelände, mtt jeder neu abgewickelten Mumie, in jedem frisch!entrollten Papyrus ihre historische Glaubwürdigkeit gefestigt sicht. (Bgl. Brugsch, Geo» graphisch« Inschriften II, 51, 53, 66; klistoir« d’Egypte, &. Ed. P. 1, p. 145.) In unvergleichlichem Maße wirb er es bestätigt finden bei einem Einblicke in aftägyptische^Lextt, ״deren Studium feit 12 Jahren solch enorme Fortschritte gemacht, daß man gegenwärtig die pharaonische Sprache und Schrift ebensogut zu analyfiren vermag, wie irgend einen beliebigen Text aus einer clasfischm Sprache". (Brugsch, S. d'Eg. Jettod. 3.) - Als BÄege für die beiderseitigen Relationen laffen wir ier und in den nächsten Nummern markantere Stellen au» er Bibel und der Agada folgen, auf welche wtt im Verlaufe her einzelnen Studien in weiterer oder conciserer Erörterung je nach der Wichttgkett der Citate zurückzukommen gedenken. Da unseres Wiffens Äne übrigen» recht mühselige Zusammenßellung der auf Mizrajim bezüglichen Bibel-, Talmud- und Midraschtexte noch nicht versucht wurde, so mag e» wohl eine Berechtigung und mindestens lexicalisches Jntereff« haben, wenn eine solche nunmehr hier erfolgt. Vor Allem stellt sich uns äls hochwichtige Urkunde die VSlkertafel (Gen. Cap. 10, B 5—12) dar. Diese Stelle im Racenregister hält un» die älteste, ursprüngliche Nachricht über Aegypten vor Augen. Als Höhne des Cham werden aufgezählt: Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan. Merkwürdig genug findet man diese Namen, Mit einziger Ausnahme von Mizrajim, im Altägypttschen ganz genau wieder. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht. Receufioneu. Taylor, Charles. Sayinga of the Jewiäh Fathers. ספר דברי אבות העולם וכו מם׳ אבות כפי נוסח התלמול של בני א״י חכרו כארולום מילולי. Cambridge 1877. Die ״Sprüche der Väter", die kostbarste Perl« der talmn« bischen Literatur, haben vom genannten Proseffor an der Unitzersität zu Cambridge eine Bearbeitung gesunden, die selbst einem auf rabbinischem Boden Herangmoachsenen zur Ehre ge- Reichen würde. Aus den jerusalemischen Mischnajoth (Handschr. Camb.) wurde der Mischna-Text genommen**) und aus 11 *) In Nr. 30 S. 119a Z. 19 ». 0. ist st. agapta z. l. agapt a* ft. Tenr K 21 u. 23 v. u. l. Teaeher. Spalt« b Z. 33 ». 0. st. Lrü« ver l. Lru der. , ׳ **} In 3, 7 hat das Nun in dem Wort ,tfiypö «in Patach. Hertz T. bemerkt hierzu, daß in alt« Handschrift« das ftamez oft durch «>* horizontales Stricht ein allein, oder mit einem Punkt darunter bärgest« ät wurde, woraus später di« Gestalt unseres Name) «tstand« sei. Des

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