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Das jüdische Literaturblatt · 1877-07-18 · N° 29. (18.7.1877) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 29. (18.7.1877)
Date
1877-07-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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F7־" T' ־ ־ןזיל־׳-־׳יז ■ ■ן ־ - י f >■:4 VI. ^»hrgaug. -ar -rlnlchdinß alter cho» m. Jaden detreffead trrarischea Lrscheinungn de» Gebiete der Philosoph^ schichte,Sthaagrapdle,SH> Brientalt», Lxeaese, Kamt! Liturgik, Pidagogik Das ״JÜU. Ltteeaturbtza durch alle Buchhand düng turg. — Inserate «erden I ,Jüdisch« Literaturblatt" gratis Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. Magdeburg, 18. Juli 1877. Bücher der eiaschlHaigt» Literatar, ,»eiche »er dled.de» ״Ja». MeraturdiaU" in Magdeburg (»der der Israel. Ulachenschr.- in Stettin);ugesaadt «erbe«, finden in diese» Matte «ingehende Besprechung.׳ itt" erscheint wöchentlich einmal; Preis pro Jahrgang6 Marl, mit sranlirter Zusendung: 8 Mark. Zu bqUhM (in Leipzig durch Robert Friese), oder »trect bei der Expedition der ״Israelitischen Lochenschr,st" m Magd«» 20 Ps. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" erhalten da» Inhalt. gen: Der hellenistische Ursprung und Literarische Abhandlu, Sharalier de« BucheS Esther. (Forts.) Bon Dr. I. S. B 1 »ch Ebher und MiSc. Vergleii send« paläologisch« Studien v. Dr. Placzek. •או .. i s Schriften " Darmstadt. Etwa» über die Partikel Zu ״Samnel JbmEhofni i Literarisch» Notizen: D agdebmg. AuS London. Briefkasten der Redaktion. Der hellenistische des B Von Dr. 3 Ursprung und Charakter ucheS Esther. . S. Bloch, Rabbiner. (Fortsetzung.) ES giebt im Leben i er Völker feierliche und entscheidende ihnen Gelegenheit giebt zu zeigen, «aS sie sind, was sie r ermögen. Wer in solchen Entscheidungsstunden abseits vor seinem Volke sich stellt, der ist ihm längst entfremdet, der ha längst Nation und Heimath preisgegeben. DaS gilt in vol em Sinne von den judäische« Griechenschwärmern in der € yrerzeit, dem Verfahren, das sie beobachtet, den Wegen, die sie eingeschlagen haben und sie weit ab führten von der Entr ickelung und der Geschichte ihres Volkes, — welche beinahe d e letzten.Fäden zerrissen, die sie noch an die Vergangenheit ki üpften. Hinzufügen möchtet wir, weil es für unsere weitern Untersuchungen intereffi nt, daß die drei vornehmsten und eifrigsten Vertreter diese: Partei, die Brüder Simon, Lysimachus und der von Lntiochus zum H. P. eingesetzte Menelaus — dem St< mme Benjamin angehörten.') Eine unüberbrückb rre Kluft trennte diese Männer von dem gesetztreuen Theile Israels, an dessen Spitze die Heldensöhne der Hasmonäerfaiailie sich gestellt haben. Sie, die gegen einm übermächtigen Fei ad für ihres bedrängten und bedrückten Volkes Unabhängigkeit Leben und Blut eingesetzt haben, bepachten und behandeln Zeden, der mit dem Heidenkönig freundliches Einvernehmen hie t, von ihm Gunstbezeugungen empfing, in Ehrenämtern eingese ft worden, nicht blos als ihren persönlichen, sondern auch als einen Feind, einen Verräther des Vaterlandes; Jene, di! mit aller Innigkeit und Ueberzeugungstrene eines fron men Gemüthes an der angestammten Sitten- und Ceremonialgesetz hingen. Religion, dem ererbten ') ll. Man. 3, 4. 8 ®•P• 301 «nm. 1 gegen, ** ÄaR. Erhebung, p. 3. Ewald, Gesch. UI 2, p. 343 S1L» Gesch. U Äerzfeld. Gesch. I p. 218 Stern. «5 und Lewin die sich lieber zu Tode geißeln ließen, an di« Pfähle auschla» gen, als einem hellenischen Götzen zu opfern, einer dem 3*? raeliten heil. CeremoNie zu entsagen, oder die Speisegesehe zu übertreten, konnten in Solchen, die lüsternen nach Aems lern, oder aus Liebe zu ungebundenen Sitten, mit Syrern ist geselligem Verkehre standen, an heidnischen Festen, Auszügen' und Schmausen Theil nchmen, die Spuren ihreS.BundeS und ihrer Abstammung verdeckten, in jeder Weise den F^üden nachäfften, nichts anders als gottlose Bundesverletzer, Religionsschänder sehen. Zumal jene während des Religionskrieges mit den Hasmonäern verbundenen Essener, denen Entsagung und Kastei» ung Haupterforderniß der!sittlichen Juden war, di« durch immerwährmde Beobachtung levitischer Reinheit jeden Ber» kehr mit Heiden theilweise!mfgeben mußten, wie sollte« sie anders für jene Abtrünnigen, die vornehmen reichen Griechen», fteunde, die gegen alle in den Prophetenschristen niedergeleg» ten alten Ueberlieferungen handelten, als grenzlosen Abscheu hegen? Zu der Religionsbedrückung kamen noch Hinz« die häu» figen Brandschatzungen und Plünderungen nicht blo» des ver» wilderten Heeres, sondern quch der ordentlichen FinanSeamten,') die selbst solchen das!Schwert in die Hand drücken, di» über Religion und Sitte theilweise leichter zu denken ge» wohnt waren. , So kam es, daß selbst nachdem der syrische Hof den Raligionszwang aufgegeben und gewaltsame Eingriffe in die relifi giösen Verhältnisse des jüd. Volkes nicht mehr versuchte, di» staatsklugen HaSmonäer auf Fortsetzung des Kampfes beharrtea. So gestaltet waren di< Zustände Judäa's, so geartet di» Stimmungen und Strömung!n der inner» Parteien der Zeit, i« welche viele Forscher sozusagen instinktmäßig die Abfassung de- Buches Esther verletzen, ohne daß sie das richtige Verhäwüß de» Buches zu den Parteien und ihren Kämpfen angedeutet oder auch nur geahnt hätten. Und iwch ist die Tendenz/die Par» tei der Griechenfreunbe, ihre Bestrebungen, ihre fr«* Stellung zum Hofe des Heidenkönigs zu rechtfertigen, fip gegen den Vorwurf des Vaterlandsverrathes zu schützen, i« dem Buche so klar und augenfällig, bis in die einzelste Einzel» heit so deutlich erkennbar, haß eS fast ein Blinder sehen müßt». ') I. Rakk. 1,29 u. «a« 1,7.

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